Monschau - „Letzte Ausfahrt Eifel“: Eifel-Test für Zugezogene in der Estrade

„Letzte Ausfahrt Eifel“: Eifel-Test für Zugezogene in der Estrade

Von: mon
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Ein-Eifelung mit dem Kabarettistenduo Hubert vom Venn und Achim Konejung: Der Eifeler isst „Fichtbrötschen“ und grundsätzlich seinen Teller „spiegelblank leer“, weiß alles über Preußens Gloria und muss mindestens „nicht evangelisch“ sein. Foto: V. Monterey

Monschau. Wer so lebensmüde ist, in die Eifel ziehen zu wollen, muss den obligatorischen Eifeltest bestehen. Und der verlangt einem schon so manches ab, nicht nur ein umfangreiches Wissen über Geschichte, Wirtschaft, Flora und Fauna, sondern auch einen „Freischwimmer“ in der Kategorie der Sitten, Gebräuche und Mentalität.

Achim Konejung hat am vergangenen Donnerstagabend den Aufnahmetest in der Monschauer Estrade, im Beisein von knapp dreißig Gästen bei Hubert vom Venn bestanden, „Achim will Eifeler werden und ich bin quasi der Tester“, berichtete der Eifeler Kabarettist Hubert vom Venn vor Spielbeginn auf der großen Bühne in der ehemaligen Turnhalle im Rosental, aus dem inzwischen ein beliebter Ort für Kunst und Kultur geworden ist.

Eifeler ab der fünften Generation

Dieses war nunmehr die 52. Aufführung des rund zweistündigen Stücks „Letzte Ausfahrt Eifel“ mit humoresken Liedeinlagen von Konejung persönlich (Keyboard und Vokal) und ließ keine Frage offen, was einem Zugezogenen in der Eifel blüht.

„Die, die hinziehen, haben sowieso keine Chance“, so der Tester, „ein waschechter Eifeler wird man erst in der fünften bis siebten Generation“.

Im wahren Leben kennen sich die beiden Kabarettisten seit weit über dreißig Jahren und nur der Zufall wollte es, dass sich diese beiden Unikate des Kabaretts vor rund eineinhalb Jahren zusammentaten, weil ein Kollege ausfiel. So entstand dann dieses Stück, welches Ende Juni 2013 seine Premiere in „Roetgen wie Brötchen“ hatte.

So sorgten Achim Konejung, seit 35 Jahren Kabarettist und Hubert vom Venn auch an diesem Abend für ausgelassene Stimmung, derweil Konejung („ich bin sowieso ein Heimatloser“) den umfangreichen Eifeltest bestehen musste: den Sprachtest, den Wissenstest, einen Lehrgang über das Essverhalten, und dem Religionstest, unumgänglich für jemanden der aus „bei Köln ist“ oder gar ein „Lowlander“ aus Müddersheim, denn „das Boot ist voll; wir haben Aufnahmestopp“ im Hochgebirge.

Mit einem Asylantrag aber eventuell machbar. Und natürlich muss dann noch die Wohnungsfrage beim Makler geklärt werden (Haken: Die Grünen) und ein Mitgliedsantrag bei mindestens fünf Vereinen gestellt werden.

Nach zweistündiger „Eifelnachhilfe“ entschied die Prüfungskommission, das Publikum einstimmig. „Der Müddersheimer bei DN (Doofnuss) wird aufgenommen“, obwohl dieser zaghaft zugab: „Ich habe schon ein bisschen Angst, in die Eifel zu ziehen wegen der vielen Morde...“ Das bestätigten auch Maren Wetzlich und Manfred Dudde aus der Nähe von Frankfurt: „Es überfordert uns hier nachts unterwegs zu sein, weil es so dunkel ist.“ Dafür könne man die Sterne sehen. Obwohl des Eifeler Platts und der Gegebenheiten der Eifel nicht kundig, fanden sie das Stück „sehr amüsant“ und hätten „ganz viel über die Eifel gelernt“.

So auch der Kölner Fahri Köseoglu, der gern und oft in der Eifel Urlaub macht . Daher weiß er auch, woher der Monschauer Senf kommt und dass man zum Tanken nach Weiswampach, Luxemburg fährt.

Auch in Zukunft werden „Events, wie diese in der Estrade zu sehen sein“, berichtete Richard Vernout, der mit seiner Frau Joanita Eigentümer der Estrade ist. „Wir hoffen ab Ende Oktober jeden vorletzten oder letzten Sonntagnachmittag so etwas wieder zu machen“.

Es soll aber auch Live-Musik, Kunst und Buchbesprechungen, Mode, Themen aus der Wirtschaft und jungen Künstlern aus Deutschland und den Niederlanden geben, erklärte das Paar.

Vielleicht wird dann auch das Kabarettisten-Duo wieder mit Tratsch und Klatsch aus der Eifel dabei sein.

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