Lesung: Im Spagat zwischen zwei Kulturen

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Marieluise Kalmuth-Blank singt und Dr. Hasmukh Bhate erzählt aus seinem Leben zwischen Indien und Deutschland.

Simmerath. „Wir können noch so viel lesen über fremde Länder, aber die Geschichten aus dem Mund von Menschen eines anderen Kulturkreises beeindrucken ungleich mehr und leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Völkerverständigung“. So lautete das Fazit des Lesungsabends mit Dr. Hasmukh Bhate in der Gemeindebücherei Simmerath.

Dr. Hasmukh Bhate las – wieder einmal in Simmerath – aus seiner Autobiografie „Aus dem Traum in die Wirklichkeit – mein Leben zwischen Indien und Deutschland“. Er blätterte in seiner bunten, wenngleich von vielen Schicksalsschlägen geprägten Vergangenheit, fügte dieser aber auch die neuen hoffnungsvollen und dankbaren Seiten seines Lebensbuches hinzu.

Mit neunzehn Jahren aus Indien angekommen in Deutschland, das ihn ob seiner Sauberkeit und Akkuratesse tief beeindruckte, das ihn aber auch oft genug einschüchterte und nicht nur wegen der ungewohnten Temperaturen frieren ließ, nachzulesen im Buch-Kapitel „Kalte Küche – kaltes Land“. Glücklicherweise fand er Halt und Unterstützung durch seine deutsche Gastfamilie in Bad Godesberg, so dass er an der Universität in Bonn erfolgreich sein Studium der Medizin abschloss und am Ende seiner beruflichen Tätigkeit auf mehr als dreißig Jahre Wirken als Anästhesist und Intensivmediziner am Simmerather Krankenhaus zurückblicken konnte.

In Bonn lernte er auch seine spätere Frau Jutta kennen und lieben. Ihre Heirat und die Familiengründung entsprachen nicht von vornherein den familiären Wunschvorstellungen sowohl in Deutschland als auch in Indien. Erst allmählich wurden Vorurteile abgebaut und fanden persönliche Annäherungen statt.

Überhaupt gleicht Hasmukh Bhates Leben und das seiner deutschen Familie bis heute einem Spagat zwischen zwei Kulturen, in denen die Aspekte Sprache, Küche, Lebensstile, Religion, Beziehungsstrukturen, Hierarchie und Identität elementar unterschiedlich gehandhabt und bewertet werden. Dass dies alles ohne Selbstverleugnung, wenn auch mit viel gutem Willen möglich war und ist, macht Mut.

Insgesamt ist Hasmukh Bhates Biografie ein Mut machendes Zeugnis einer gelungenen Integration. Er belegte dies durch seine liebenswürdige, sehr ehrliche und humorvolle Art des Vortrags, der von vielen Bildern begleitet wurde.

Weitere Begleiter, die zum guten Gelingen des kurzweiligen Abends beitrugen, waren eine Statue des hinduistischen Gottes Ganesha mit brennendem Licht und Marieluise Kalmuth-Blank, die mit kraftvoller Stimme zur Gitarre einen würdigen musikalischen Gebets-Akzent setzte.

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