Leckeres Gebäck der armen Leute findet wieder reißenden Absatz

Von: Sarah Maria Berners
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Lothar Berger hält die erste Ladung des goldgelb gebackenen Knipplatz in den Händen. Die kleine Leonie Lux freut sich mit ihrer Patentante Maria Frings schon auf das leckere Hefegebäck. Foto: Sarah Maria Berners

Lammersdorf. Die erste Ladung Knipplatz ist bereits goldbraun gebacken. Jetzt wird der Steinofen im Garten des Bauernmuseums neu befeuert, damit schon bald die nächsten Bleche mit dem süßen Hefegebäck in den Ofen geschoben werden können. Kleine Wolken schweben aus dem Kamin des Backes in die Luft.

Immer wieder kommen Schulklassen ins Bauernmuseum um die Lebensweise früherer Generationen kennen zu lernen. Die Kinder lernen die Arbeitsgeräten der Urgroßväter kennen und erfahren, wie die Menschen gelebt haben.

Was die Uromas gebacken haben, interessiert die Kinder natürlich besonders. Den „Knipplatz” kennen die meisten Kinder - vor allem die aus dem Stadtgebiet - nicht mehr. Aber auch in der Eifel kommt der „Knipplatz” nur noch selten auf den Tisch.

Tradition bewahren

Damit das traditionsreiche Gebäck nicht in Vergessenheit gerät, veranstaltet das Bauernmuseum seit einigen Jahren einen öffentlichen Backtag, bei dem nicht Schulklassen, sondern allen Interessierten die Gelegenheit haben, das Gebäck kennen zu lernen. Und so wird ein Stück Tradition weitergegeben.

Eigentlich ist der Knipplatz ein Blechkuchen, aber extra für Veranstaltungen wie die Backtage werden im Bauernmuseum aus dem Hefeteig kleine Kugeln geformt.

„Der Knipplatz war früher ein Arme-Leute-Gebäck”, erzählt Lothar Berger, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf. Einige kennen vielleicht die „Luxusvariante”. Bei der wird der Hefeteig nicht nur mit Zucker bestreut, sondern zusätzlich mit Mandelblättchen, Zimt und Butterflöckchen verfeinert. Aber auch ein ganz einfacher Knipplatz, wie man ihn früher gebacken hat, schmeckt köstlich - vor allem, wenn er aus einem echten Steinofen kommt.
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