Lammerdorf - Lea Pleines erobert die Herzen der Zuhörer

Lea Pleines erobert die Herzen der Zuhörer

Von: js
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Die Solisten danken für den Applaus: v.l. Ingo Pleines, Gaby Roßkamp, Lea Pleines, Gabriele Scheidtweiler-Pleines; dahinter der Chor. Foto: Josef Schreier

Lammerdorf. Der Kirchenchor St. Johannes in Lammersdorf hatte zu einer Matinee zum „Kantatensonntag“ eingeladen. Diese Bezeichnung – vielleicht nicht allen der zahlreichen Besucher vertraut – bezieht sich auf den Eingangsvers von Psalm 98, der an diesem Tag für den Gottesdienst vorgesehenen Liturgie: „Singt dem Herrn ein neues Lied“.

In der lateinischen Form: „Cantate Domino canticum novum“ stand dieser Vers am Anfang und am Ende dieser musikalisch sehr anrührenden Stunde. Neben dem Chor traten auch einzelne seiner Mitglieder mit glänzenden solistischen Leistungen hervor, so dass sich ein musikalisch wie spirituell überzeugend-lebendiges Ganzes ergab.

Die vier Chorsätze, welche die Matinee strukturierten, ließen zum wiederholten Male die außerordentliche Qualität hörbar werden, die der Lammersdorfer Kirchenchor unter der Leitung von Gabriele Scheidweiler-Pleines mittlerweile erreicht hat.

Dabei stellten schon die beiden „Cantate“-Chöre der zeitgenössischen Komponisten Vytautas Miškinis und Colin Mawby keineswegs musikalische „Hausmannskost“ dar. Ebenso wenig das „Alleluia“ des jüngeren Zeitgenossen Eric Whitacre und der Psalm 100 von Felix Mendelssohn-Bartholdy.Der Chor ließ hierbei eine Klangschönheit und Flexibilität hören, die weit über ein in solchem Zusammenhang erwartbares Maß hinausging und einfach begeisterte.

Eine Überraschung stellte die Solo-Darbietung des jüngsten Chormitglieds dar. Die Besucher des Konzerts wunderten sich wohl bereits vor Beginn über eine große Konzertharfe, die im Chorraum der Kirche aufgestellt war. Lea Pleines, das erwähnte jüngste Mitglied des Chores, ließ darauf drei Stücke erklingen, mit denen sie im Wettbewerb „Jugend musiziert“ unlängst Erfolg hatte. Und auch in der Lammersdorfer Kirche flogen ihr die Herzen zu, vor allem, als sie das wunderschöne „Andantino espressivo“ von Giovanni Battista Pescetti präzise und ausdrucksvoll zu Gehör brachte.

Als Flötensolist trat Ingo Pleines mit einer Suite in D-Dur von Michel de La Barre hervor. Begleitet von Gabriele Scheidweiler-Pleines (am elektronischen Cembalo) spielte er eindrucksvoll und musikalisch genau strukturiert. Er wirkte als Flötensolist auch mit in der Kantate „Ew‘ge Quelle, milder Strom“, die Georg Philipp Telemann ebenfalls für den Sonntag „Cantate“ komponierte. Hier konnte mit Gaby Roßkamp ein weiteres Mitglied des Chores solistisch glänzen.

Den Bach-Zeitgenossen Telemann hatte man lange Zeit sehr unterschätzt und beinahe vergessen. Seit einiger Zeit kommen seine Werke wieder zum Vorschein, und man staunt über die Vielseitigkeit und Tiefe dieser Musik. Die Darbietung der Lammersdorfer Musiker konnte dies nur bestätigen. Es war faszinierend, wie die Musik auch einen vielleicht nicht in allen Wendungen nachvollziehbaren Text „durchtragen“ kann. Und gerade die Interpretation von Gaby Roßkamp schaffte dies mit einer sehr tragfähigen, gut geführten und vor allem in den tiefen Lagen sehr markanten Stimme, der man durchaus einen professionellen Weg zutrauen würde.

Der Vorsitzende des Kirchenchores, Hans Roßkamp, dankte den Besuchern, dass sie – trotz eines Wetters, das eher zu einer Wanderung angeregt hätte – doch so zahlreich in die Lammersdorfer Kirche gekommen waren. Die Zuhörer hatten dies aber keinesfalls bereut und waren ihrerseits dankbar, eine kleine Sternstunde erlebt zu haben.

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