Lammersdorf - Langschoß: Der richtige Platz für Obdachlose?

Langschoß: Der richtige Platz für Obdachlose?

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
langschoßbild
Keine feine Adresse, aber eine zweckmäßige Unterkunft: Bis zum 1. August 2010 werden die Obchlosen in der Gemeinde Simmerath (derzeit handelt es sich um sieben Personen) nach Langschoß umgesiedelt. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. Hinter Lammersdorf geht die Fahrt in Richtung Stolberg durch ein ziemlich monotones Stück Fichtenwald, ehe nach etwa drei Kilometern eine asphaltierte Zufahrt zum Gelände Langschoß führt. Auf diesem Gelände, besser bekannt als Radarstation, war einst das englische Militär untergebracht, um in Zeiten des kalten Krieges verdächtige Signale aus dem Luftraum abzufangen.

Heute sind in den ehemaligen Militärunterkunft abseits des Ortes die der Gemeinde Simmerath zugewiesenen Flüchtlinge untergebracht. Diese empfinden die Lage mitten im Wald als nicht so romantisch wie vielleicht der Außenstehende, denn der Kontakt zur Außenwelt ist hier nur unter erhöhten Aufwand möglich.

Die isolierte Lage hat schon häufiger zu Diskussionen geführt. Nachdem die Gemeinde nun beabsichtigt, in Langschoß auch die Obdachlosenunterkunft einzurichten, lebte die Diskussion in der zurückliegenden Sitzung des Strukturausschusses noch einmal kurz auf.

Dabei herrschte allerdings weitgehend Einigkeit darüber, dass Langschoß von den baulichen Voraussetzungen her absolut nicht zu beanstanden ist, wovon sich der Ausschuss auch bei einer Ortsbesichtigung überzeugte. „Es handelt sich eine vernünftige Unterkunft, die sich mit geringen Mitteln herrichten lässt”, meinte Alex Stiel (CDU). Zudem könne man in Langschoß auf einen hier dauerhaft anwesenden Hausmeister zurückgreifen, der für die Bewohner ein ständiger Ansprechpartner sei.

Die Gemeinde hat für Reparaturarbeiten und und die Generalreinigung rund 3000 Euro eingeplant. Diese Mittel, so die Einschätzung von Siegfried Lauscher (SPD), werden bei weitem nicht ausreichen.

Der Umzug nach Langschoß wird für die Obdachlosen erforderlich, weil die bisherige Sammelunterkunft Seestraße in Woffelsbach ab dem 1. August nicht mehr zur Verfügung steht. Für das Haus in Woffelsbach stehen im Haushalt jährlich fast 10.000 Euro an Unterhaltskosten zur Verfügung. Aufgrund der neuen Situation hätten sich auch bereits Bewohner in Eigeninitiative um neue Unterkünfte bemüht, hieß es im Ausschuss.

Für Gregor Harzheim (SPD) stellte sich erneut die grundsätzliche Frage, ob Langschoß wegen der isolierten Lage der richtige Platz für eine Unterbringung sei. Erst nach dieser Debatte sollte man entscheiden, ob hier investiert werde.

Für Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns war es wichtig, dass die gesetzlichen Anforderungen, die an eine Obdachlosen-Unterkunft gestellt würden, auf Langschoß weit mehr als erfüllt seien. Schließlich seien Unterkünfte zuvor von Militärangehörigen genutzt worden. Langschoß sei eine „menschenwürdige Unterkunft; es wird niemand dorthin abgeschoben.” Außerdem handelte es sich bei den Obdachlosen ausschließlich um Erwachsen ohne Kinder.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert