Monschau - Land kürzt die Gelder für den Denkmalschutz

Land kürzt die Gelder für den Denkmalschutz

Von: P. St.
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Diese öffentliche und halbseitig gesperrte Treppe zwischen Kirchstraße und Richters Eck ist sanierungsbedürftig. Die Auffassungen über die Art und Weise der Erneuerung zwischen Stadt Monschau und Denkmalschutzbehörde sind bisher aber noch nicht deckungsgleich. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Das historische Erbe der Altstadt Monschau ist groß und schwer. Zugleich ist das geschlossene Erscheinungsbild mit 400 unter Denkmalschutz stehenden Häusern (insgesamt gibt es Stadtgebiet Monschau 500 denkmalwerten Objekte) das größte Kapital der Stadt.

Die mit der Erhaltung des Stadtbildes verbundenen Aufgaben kann die kleine Kommune unmöglich alleine stemmen, und so gehört die Städtebauförderung des Landes seit Jahrzehnten zu den fest einkalkulierten Posten.

Richtlinien verändert

Nun hat das Land die Richtlinien für die Städtebauförderung abgeändert, was auch für die Stadtverwaltung einen Anpassungsprozess zur Folge hat. Den größten Anteil innerhalb des Stadtentwicklungskonzeptes der Jahre 2014 bis 2018 umfasst das Hof- und Fassadenprogramm sowie die Sanierung privater Bruchsteinmauern und Treppen. Die Gesamtsumme aller Projekte liegt bei 3,2 Millionen Euro, wobei die Stadt 30 Prozent Eigenmittel dazusteuern muss.

Die Themen Denkmalschutz und Städtebauförderung standen jetzt auch Mittelpunkt eines Gespräches, das Bürgermeisterin Margareta Ritter mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling im Rahmen eines Arbeitsbesuches in Monschau führte.

Auch Kämmerling konnte der Auffassung der Bürgermeisterin nur beipflichten, dass man „der besonderen Situation in Monschau Rechnung tragen müsse.“ So gelte es allein 12,8 Kilometer Bruchsteinmauern in der Altstadt Monschau instandzuhalten.

Die Vorgaben für die Eigentümer von Denkmalobjekten seien sehr eng gefasst, daher sei eine „finanzielle Motivation“ für die Bürger umso wichtiger. Ritter: „Wenn man die Bewahrung des historischen Erbes als verpflichtend festlegt, dann muss man auch die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen“. Besonders die Unterstützung beim Hof- und Fassadenprogramm sei von großer Bedeutung. Die Bezirksregierung hatte für dieses Programm eine „weitere Qualifizierung“ gefordert, die aus Sicht der Stadt Monschau allerdings bereits gegeben ist.

Problematisch ist aufgrund der neuen Richtlinien die Situation, dass die Eigentümer keine direkten Zuschüsse für Maßnahmen mehr erhalten sollen, sondern nur noch zinsvergünstigte Kredite.

Stefan Kämmerling begründete die Entscheidung mit der Tatsache, dass es in Zeiten knapper Kassen schwer zu vermitteln sei, dass aus allgemeinen Steuermitteln privates Eigentum gefördert werde.

Stefan Kämmerling und Margareta Ritter aber zeigten sich zuversichtlich, bei der Förderung privater Maßnahmen einen Weg zu finden, der die Bürger auch weiterhin motiviere, das historische Erbe zu erhalten.

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