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Laien übernehmen die Aufgaben des erkrankten Pfarrers

Von: der
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Pfarrer Schornstein wird verabschiedet, jetzt sind die Laien gefragt: Dr. Marion Behrendt-Höhne, Michael Reimann und Brigitte Palm (von rechts) sind bereit. Foto: Günther Sander

Roetgen/Rott. 25 Jahre lang war Pfarrer und Gemeinschaft der Gemeinden (GdG)-Leiter Hans-Georg Schornstein als Priester in Roetgen und Rott tätig – seit dem 1. Juli steht er bekanntlich wegen Krankheit nicht mehr zur Verfügung. Im Klartext: Nun sind die Laien verstärkt gefragt, auf sie kommen neue Aufgaben zu, denn es muss weiter gehen.

Darüber sind sich Gemeindereferent Michael Reimann, Dr. Marion Behrendt-Höhne (stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende St. Hubertus) und Brigitte Palm (Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Antonius) einig. „Wir gehen einer anderen Zukunft entgegen, der Priestermangel macht neue Wege erforderlich“, so Michael Reimann, der seit 1985 bereits zahlreiche Aufgaben als Gemeindereferent „erledigt.“

Die drei Gesprächspartner bejahen, dass auf die Laien eine Menge weiterer Aufgaben zukommen werden. Nicht nur in Roetgen und Rott, sondern für die Laien der GdG, zu der Lichtenbusch, Hahn, Friesenrath, Schmithof, Sief und Walheim gehören.

Hochzeiten und Taufen bleiben nach wie vor einem Diakon vorbehalten, aber Beerdigung, Gottesdienste (mit Predigten) werden von Laien lange schon, wie Marion Behrendt-Höhne sagt, wahrgenommen. Sie, Reimann und Palm, die gerade die Urkunde zur Befähigung von Bestattungen bekommen hat, sind in Sachen Beerdigungen aktiv.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei positiv gewachsen, man könne nicht von einer „Beerdigung zweiter Klasse“ reden, nur weil kein Pfarrer zugegen sei. Marion Behrendt-Höhne weiß, dass man vor sieben Jahren schon in Roetgen Skepsis habe spüren können. „Eine Frau, bisher war es doch ein Priester“, sei nicht zu überhören gewesen. Erfreulicherweise, habe sich das Ganze zum Guten gewendet, fügt Michael Reimann hinzu. In Rott fiebert Brigitte Palm ihrer ersten Bestattung entgegen, sie ist gut vorbereitet, aber schon ein wenig aufgeregt.

Aufgabenverteilung

Reimann, Palm und Behrendt-Höhe stellen Pfarrer Hans-Georg Schornstein ein gutes Zeugnis aus, er habe für die Laien eine „hervorragende Grundlage“ geschaffen. Die Aufgaben werden verteilt, Bereitschaft sei spürbar, das Fundament als gut zu bezeichnen. Damit alles funktioniere, wurde ein Konzept erarbeitet und die Aufgaben seien definiert worden. Der Gemeindereferent sieht sich nicht als „Ersatz-Pastor“, er habe gezielte Aufgaben zu erledigen. So fallen Predigten für ihn und Dr. Behrendt-Höhne in den Zuständigkeitsbereich. Für ganz andere Aufgaben wie Sakramente (Hochzeiten, Taufen) sind Kornelimünsters Propst Dr. Ewald Vienken und Pfarrvikar Ruprecht van der Weyer zuständig.

Reimann weiß, alle in der Gemeinschaft der Gemeinden unter einen Hut zu bringen, sei auch nicht immer leicht. Die „drei Laien“ haben festgestellt, dass die Gottesdienstbesucher, auch ohne Pfarrer, weiterhin gerne zur Kirche kommen. Gerade die ältere Generation stehe dem Neuen wohlwollend gegenüber. „Das hat Hans-Georg Schornstein in den 90-er Jahren schon eingeführt, das funktioniert hier gut, ist längst schon zur Tradition geworden“, freut sich Michael Reimann.

Alle drei wünschen sich für die Zukunft, dass das GdG-Modell weiterhin funktioniere, obwohl man die Struktur als schwierig bezeichnen müsse. Immerhin seien alle Laien ehrenamtlich tätig, da gelte es halt, ihre Positionen zu stärken. „Wir kommen in eine andere Rolle rein, vom Bistum abgesegnet“, sagen Palm und Behrendt-Höhne. Wichtig erscheint ihnen, Frust zu vermeiden. Fakt ist, das „neue Weitergehen“ mit den Laien sei auch eine Chance. Die Gemeinde müsse „andere Wege gehen“ und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Das sei auch Zeichen für eine „lebende Gemeinde“, um das Leben im Glauben sichtbar zu machen.

Pfarrer wird verabschiedet

Am Samstag, 21. September, 16 Uhr, wird Pfarrer Schornstein in St. Hubertus in einem Festgottesdienst verabschiedet, anschließend ist Empfang im Pfarrheim. „Auch hier werden viele Laien ein Zeichen setzen“, wissen Reimann, Behrendt-Höhne und Palm.

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