„KunstHierHer“: Im Mittelpunkt steht immer der Mensch

Von: mon
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Susanne Patzke, Uta Göbel-Groß, Jantien Sturm, Birgit Warmuth (von links) haben mit verschiedenen Techniken ihre eigenen Interpretationen zum Thema „Mensch“ entwickelt. Foto: V. Monterey

Monschau. Die Bilder „integrieren“ den Betrachter, „sie rühren mich an, mal mit dem Blick, mal mit ihrer Schwere“, resümierte die Belgierin Leidy Hovens begeistert, die am vergangenen Wochenende mit ihrem Mann die Ausstellung „KunstHierHer“ vierer etablierter Künstlerinnen aus Aachen im Kreuzgang des Auklosters in der Monschauer Altstadt besuchte.

 Die vier Künstlerinnen Susanne Patzke, Uta Göbel-Groß, Jantien Sturm und Birgit Warmuth setzten mit der Ausstellungsreihe „KunstHierHer“, in der sie sich mit vier verschiedenen Techniken in ganz unterschiedlichen Stilen und Sichtweisen mit dem Thema „Mensch“ auseinander setzen einen ganz besonderen Akzent.

Der Kreuzgang bot einen exquisiten Rahmen für die spannende und doch besinnliche Ausstellung mit rund 80 Bildern, die am Freitag rund 100 Besucher zur Vernissage lockte, musikalisch von Pierpaolo Esposito untermalt.

Dieser Ausstellungszyklus wurde im Jahre 2011 von Patzke ins Leben gerufen, jedes Mal mit eben jenem Thema „Mensch“, „doch jeder Künstler kann zeigen, was er möchte, was ihm wichtig ist“, so die Initiatorin. Doch es gebe keine Jury, denn solche Ausstellungen gebe es „schon genug“, jene, für die vorab ausgewählt würde.

Mutter-Kind-Beziehungen

„Die Vielfalt der vier Künstlerinnen und die vier verschiedenen Einstellungen zur Kunst faszinieren“, lobte Rena Hirschfeld die ausgestellten Exponate. Die „passenden Räumlichkeiten“ zur Verfügung zu stellen, der schlichte Kreuzgang des Auklosters und die Tatsache, dass „Kunst in Monschau immer mehr angefragt“ würde, bestätigten den rechten Weg aller Mitwirkenden, fügte Guido Breuer hinzu.

Die erste Ausstellung hatte Patzke (geb. 1968) im Jahre 2004 und darauf viele Einzel- und Gruppenausstellungen. „Gemalt und gezeichnet habe ich immer schon“, berichtet die Künstlerin. Unterricht bei anerkannten Künstlern wie u.a. Burgi Kühnemann und Günther Beckers rundeten die Ausbildung ab. „Ich zeichne mit Rötel vor und arbeite dann in Schichten, manchmal auch in Lasurtechnik.“ Die naturalistischen Ölbilder, fast fotografisch zeigen hauptsächlich Abbilder ihrer Familie in verschiedenen Lebensabschnitten. Mutter-Kind-Beziehungen sind dabei das Hauptthema. Interessant ist die Komposition. Einer Collage gleich, wirkt es, als hätte der Betrachter selbst mehrere farbige, fast ornamentale Tapetenschichten abgelöst, bis sich darunter das wahre Bild zeigt. In einer anderen Serie setzt sie sich mit dem Thema „Überwachung“ auseinander. Kein Bild ohne Kamera, ohne ein Gerippe, das letztlich übrig bleibt von der Privatsphäre. Sie wirken wie Bühnenbilder einer verkehrten Welt.

Jantien Sturm (geb. 1972) hatte Unterricht bei Siegfried-Otto Hüttengrund. „Ein guter Lehrmeister“, sagt sie. Ihre eindrucksvollen Acrylbilder in gedeckten Farben, die sich mit dem Thema „Frau“ auf eine besinnliche, mal erschreckend reale Weise, mal schön, mal hässlich in ihrer Schönheit, irreführend auseinandersetzen, bestätigen das. „Ich versuche die Körper zu verzerren, in kleiner Deformation ad absurdum zu führen“, erklärt Sturm. Als Vorlage dienten Porträts renommierter Fotografen, die Frauen mit „besonders großer Ausstrahlung“ abgelichtet haben. Auch Sturm arbeitet in Schichten: schnell, präzise. „Mit einem einzigen Pinselstrich kann man die Anmut völlig verändern“, so die Nachfahrin von Karl May, die sich zur Zeit mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt.

Birgit Warmuth (geb. 1951), studierte Kunst (bei Benno Werth und Joachim Bandau), Mathematik und Englisch. Mit vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im Raum Aachen hinterlässt sie seit 2008 ihre „Lebensspuren“ und setzt sich mit dem Thema „Mensch und Vergänglichkeit“ auseinander. „Erst male ich die Bilder klar, um sie dann wieder mit Spachteltechnik zu zerstören“, erklärt sie die eindrucksvollen großformatigen Frauen- und Kinderporträts, in denen viel Traurigkeit steckt, aber auch unendliche Schönheit.

Symbole anderer Kulturen

Uta Göbel-Groß (geb. 1958) studierte Kunst, Biologe und Mathematik, doch arbeitet sie längst nicht mehr als Lehrerin. Viele Einzel- und Gruppenausstellungen, auch in den USA, Serbien, in der Schweiz, Belgien und in Südafrika und Namibia hat sie schon präsentiert. Nicht nur abstrakte Malerei sondern auch Fotografie, Rauminstallation und Performance sind ihr Metier. „Ich bin sehr inspiriert von meinen Aufenthalten am Kap und in Namibia“, sagt sie. Viele Zeichen und Symbole anderer Kulturen sind Bestandteil ihrer Exponate. In dieser Ausstellung setzt sie sich mit der „Essenz des Menschseins“ auseinander, mit Paaren, Körperlichkeit, mit dem Erwachsenwerden, dem gesellschaftlichem Leben. Meist in Mischtechnik mit Acryl, Erden, Graphit und Tusche, entstehen die abstrakten Bilder, die durch ihre Symbolik aber immer erkennbar bleiben und gar an Felsmalereien erinnern und so jedem Betrachter – vielleicht – eine andere, ganz persönliche Geschichte erzählen.

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