Kuh aus Hang gerettet

Von: Peter Stollenwerk
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Nach der Rettungsaktion zunächst einmal ausruhen. Während des Kalbens war eine Kuh in Lammersdorf von der Wiese in einen Steilhang (rotes Flatterband) gerutscht. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. Die Reihe der ungewöhnlichen Einsätze für die Lammersdorfer Feuerwehr setzt sich fort: Hatte die Löschgruppe vor gut zwei Wochen jede Menge Arbeit, um einen Hund aus einem Entwässerungsrohr zu locken, galt es am Montagmittag eine kalbende Kuh aus einem Steilhang zu befreien, wobei die Feuerwehrleute diesmal tatkräftige Unterstützung vom THW aus Lammersdorf erhielten.

Der spektakuläre und recht aufwendige Einsatz fand auf einer Wiese unterhalb des Heiderhofes Auf der Ley in Lammersdorf statt. Die trächtige Kuh hatte sich zum Kalben eigentlich einen schönen Platz am Rand der Wiese, geschützt von einer mächtigen Rotbuchen-Baumgruppe, ausgesucht.

Da die Kuh beim Geburtsvorgang allerdings intensiv in Bewegung geriet, schob sie sich unaufhörlich immer näher an den äußersten Rand der Wiese. Hier schließt sich unmittelbar eine steile Böschung an, die bis zum einige Meter tiefer liegenden Rundweg um die Kalltalsperre reicht.

Während des Kalbens rutschte die Kuh dann plötzlich in den Steilhang, bevor sie nach gut drei Metern von zwei Bäumen gestoppt wurde. Auch der Stacheldraht hatte das knapp 600 Kilogramm schwere Tier nicht mehr aufhalten können.

Zwischen Bäumen eingeklemmt

Spaziergänger entdeckten die Kuh dann ihrer misslichen Lage und verständigten die Polizei.

Die zunächst vor Ort eintreffende Feuerwehr Lammersdorf habe schnell erkannt, dass sie hier allein nicht viel werde ausrichten können, berichtet Simmeraths Wehrleiter Christian Förster. Also habe man das THW zu Unterstützung hinzugerufen. Während die Kuh eingeklemmt zwischen den Bäumen verharrte, kam auch das zur Kalb zu Welt, das aber nur noch tot geboren wurde.

Mit schwerem Geräte wurde die Kuh dann aus ihren misslichen Lage befreit und wieder auf die Wiese gezogen. Zwischenzeitlich war auch ein Tierarzt eingetroffen, der sich um die gestresste Kuh kümmerte und ihr ein leichtes Betäubungsmittel verabreichte.

Nach einer guten Stunde befand sich die Kuh wieder auf der Wiese. Hier wurde sie angepflockt und konnte sich zunächst einmal ausruhen.

Inzwischen war auch der Besitzer der Kuh, Landwirt Dieter Mohnen, an den Ort des Geschehens geeilt. Er habe am Morgen schon vermutet, dass die Kuh bald kalben würde. „Das ist nichts Besonders. Die Tiere suchen sich einen Platz auf der Wiese und bringen ihre Kälber ohne fremde Hilfe zur Welt.“

Die Kuh, die einen großen Einsatz ausgelöst habe, habe sich offenbar einen ungünstigen Platz ausgesucht. Nach dem Abrutschen in die Böschung sei sie ohne fremde Hilfe niemals mehr aus ihrer misslichen Lage herausgekommen, lobt der Landwirt das Eingreifen der Rettungskräfte. Die Kuh werde er jetzt in einen Anhänger verfrachten und dann zum Ausruhen in den Stall bringen.

Schon einmal habe er vor Jahren auf der gleichen Wiese eine ungewöhnliche Geburt erlebt, als ein gerade geborenes Kalb die Böschung herunter gerutscht sei. „Da habe ich das Kalb einfach wieder herauf geholt und zur Mutter gestellt. Die jetzige Situation sei aber weitaus dramatischer gewesen. Dieter Mohnen: „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt.“

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