Kündigung des Telefonanschlusses bei 1&1 wird zur Odyssee

Von: Andreas Gabbert
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Verbindung beendet: Nach wochenlangem Kampf mit 1&1 können Christine Vietz und ihr Mann erleichtert aufatmen. Foto: Andreas Gabbert

Nordeifel. Normalerweise sollte die Kündigung eines Telefonvertrages einfach und problemlos vonstatten gehen. Das dem nicht immer so ist, mussten jetzt unsere Leserin Christine Vietz und ihr Mann Dirk Schaffner aus Konzen erfahren.

Sie erlebten mit dem Unternehmen „1&1” eine kleine Odyssee. „So ein Kampf mit einem Unternehmen kostet eine Menge Kraft, ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen aufgeben, bevor sie etwas erreicht haben”, sagt Vietz.

Am 10. Januar kontaktiert Schaffner erstmals das Unternehmen, um nach dem nächstmöglichen Kündigungstermin zu fragen. Auf die anschließende Kündigung per Email antwortet „1&1”, dass die Kündigung zum 12. März vorgemerkt worden sei. Die Kündigung müsse aber schriftlich mit einem bestimmten Formular erfolgen. „Um das entsprechende Formular im Internet abrufen zu können, muss aber zunächst per Telefon ein Authentifizierungscode durchgegeben werden”, erklärt Vietz.

Als Schaffner am 13. Januar erneut anruft, um den Code durchzugeben versucht eine Mitarbeiterin ihn rund 15 Minuten lang mit Zusatzangeboten zu einer Vertragsverlängerung zu überreden. Zwei Tage später muss erneut telefoniert werden, weil das Formular nicht freigeschaltet wurde - ohne Erfolg. Seltsamerweise stürzt just in diesem Moment das Computersystem der Mitarbeiterin ab. „Sie müssen erneut anrufen”, bekommt Schaffner zuhören.

Auf nichts eingelassen

Nach einem zweiten Telefonat wird das Formular dann endlich freigeschaltet. Am gleichen Tag erreicht Vietz und Schaffner eine Email mit der Kündigungsbestätigung zum 12. März 2009 und dem Hinweis, dass sie aber auch noch schriftlich kündigen müssten. „Das haben wir dann auch gemacht”, erzählt Christine Vietz.

Unter Zeugen wird die Kündigung am 17. Januar bei der Post abgegeben. Zwei Tage später, am 19. Januar, klingelt in Konzen wieder das Telefon. Eine 1&1-Mitarbeiterin lockt mit neuen Angeboten, wenn die Kündigung storniert wird. „Wir haben uns aber auf nichts eingelassen”, beteuert Vietz.

Dann ist erstmal eine Weile Ruhe, bis Schaffner am 30. Januar eine Email an das Unternehmen schickt und eine Bestätigung der Kündigung anfordert. 1&1 antwortet, dass die Kündigung über das Internet erfolgen müsse. „Das ist doch unglaublich”, ärgert sich Vietz, da komme man sich doch veralbert vor.

Vietz und Schaffner schreiben zurück, dass bereits gekündigt wurde und verlangen erneut eine Bestätigung. Daraufhin erreicht die Beiden am 6. Februar eine Email, dass die Kündigung storniert wurde, da keine schriftliche Kündigung erfolgt sei.

Schaffner reagiert mit einem Schreiben, in dem er seiner Empörung über das Geschäftsgebahren Ausdruck verleiht und die Bankeinzugsermächtigung widerruft. 1&1 nimmt dieses Schreiben zur Kenntnis, stellt aber am 24. Februar eine neue Rechnung über den 12. März hinaus.

Noch am selben Tag legen Vietz und Schaffner Einspruch ein, dazu schicken sie eine Email an fünf verschiedene 1&1-Adressen. Auf drei erfolgt eine automatisierte Antwort, die anderen beiden werden gar nicht beantwortet. Auf eine erneute Anfrage wegen der Rechnungs- und Kündigungsprobleme gibt es ebenso keine Reaktion. Schließlich schickt Schaffner sicherheitshalber ein erneutes Kündigungsschreiben per Einschreiben mit dem Hinweis auf den vereinbarten 12. März 2009 als Kündigungstermin ab. In einer Email wird im daraufhin der 12. März 2010 als Termin bestätigt.

Wütend greift Schaffner zum Hörer, doch bei 1&1 stürzt der Mitarbeiterin angeblich wieder das Computersystem ab. Eine Beschwerde wird nicht angenommen und auf eine weitere Telefonnummer verwiesen. Dort ist die Ansage automatisiert, auf jede gegebene Antwort folgt: „Es tut mir leid, ich habe Sie nicht verstanden. Wiederholen Sie bitte...” Entnervt wurde das Telefonat beendet.

Schließlich wendet sich Christine Vietz an unsere Zeitung und schildert den Vorgang. Wir nehmen Kontakt zur Pressestelle von 1&1 auf und bitten um eine Stellungnahme.

Am nächsten Tag erreicht uns eine schriftliche Stellungnahme. Dort heißt es lediglich: „Aus Kulanz haben wir den Vertrag unseres Kunden Herr Dirk Schaffner zum 13. März gekündigt sowie die offenen Forderungen storniert. Die Kündigungsbestätigung von Herrn Schaffner erreichte uns leider nicht innerhalb der siebentägigen Frist. Daher verlängerte sich die Vertragslaufzeit um weitere zwölf Monate.” „Erstaunlich, wie schnell es gehen kann”, wundert sich Vietz.
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