Schleiden - Kritik: Tourismus rangiert oft vor Naturschutz im Nationalpark

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Kritik: Tourismus rangiert oft vor Naturschutz im Nationalpark

Von: Elke Silberer
Letzte Aktualisierung:
Nationalpark Eifel / Hirsch
Der Hirsch ist das größte Säugetier in den Wäldern des Hohen Venns und des Nationalparks Eifel. Foto: Nationalparkforstamt

Schleiden. Im Nationalpark Eifel steht der Naturschutz nach Meinung des Fördervereins zu oft hinter touristischen Interessen zurück. „Wo gegen den Naturschutz entschieden wurde, hat es einige Fehlentwicklungen gegeben”, sagte der neue Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Eifel, Oliver Krischer, am Freitag.

So sei beim Ausbau eines Wanderwegs am Urftsee an einem hochsensiblen Felsenbiotop viel Beton verbaut worden. Das schade einer in den Felshängen lebenden Echsenpopulation.

Der Konfliktstoff spiegele sich auch in der Diskussion über das geplante „Krimi-Hotel” wider, einem Haus mit 150 Zimmern auf dem Areal der früheren Ordensburg Vogelsang im Nationalpark. „Mit so vielen Gästen entsteht sicher der Druck, den Gästen mehr Freizeitaktivitäten bieten zu müssen”, befürchtete der gebürtige Eifeler. Der Verein lehne ein so großes Hotel an dem Standort ab. Der Förderverein mit rund 800 Mitgliedern arbeitet vor allem an den Themen Naturschutz, Wissenschaft, Forschung und Bildung.

Ein weiteres Problem deute sich mit der geplanten Umgehung der Ortschaft Dreiborn auf der Grenze zum Nationalpark an. Nur wenige Meter von der geplanten Trasse entfernt gebe es eine Kanzel zur Beobachtung von Rotwild im Nationalpark. „Die Leute stehen da abends und wollen das Wild beobachten und fünf Meter hinter ihnen rauscht der Verkehr vorbei.”

Der Nationalpark sei als einzigartiges Naturgebiet für Touristen interessant. „Deshalb muss die Natur in den Diskussionen die erste Geige spielen”, forderte Krischer.
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