Krippenverein Höfen spielt die Weihnachtsgeschichte

Von: Egl
Letzte Aktualisierung:
6733721.jpg
Jede Vorstellung der „Lebenden Krippe“ endet mit einem Standbild der berühmten Szene von Bethlehem. Foto: H. Egerland

Monschau. Hinter dem Holzzaun stehen die rund 250 Zuschauer zahlreich versammelt und warten gespannt auf die Darbietung, unter ihnen eine vierköpfige Familie aus Düsseldorf. Vom Band wird das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ gespielt, alle vier singen mit, die Kinder - mit Weihnachtsmann-Mützchen auf dem Kopf, wippen im Takt.

Seit mehreren Jahren schon kommt Elfi Reuther mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern aus Düsseldorf nach Monschau auf den Weihnachtsmarkt - und seit dieser Zeit gehört der Besuch der Lebenden Krippe zum festen Programmpunkt.

Dann plötzlich wird es feierlich. Alles beginnt mit den Hirten: „Dauerhirte“ und Mann der ersten Stunde Manfred Klinkhammer führt sie seit nunmehr 28 Jahren auf die Spielfläche. Marco Rader und Joachim Gleue folgen ihm in ihren Hirtenkostümen, ebenso wie die Kinderhirten Nils, Benedikt und Tim. Sie alle erhalten die frohe Botschaft vom Engel (Elke Mießen) in weißem Gewand und machen sich auf zur Krippe.

Dort befindet sich bereits die Heilige Familie - Spielleiter Heinz Stolz mimt den Josef, Marina Galo die Maria. Zum Schluss, zu den Klängen von „Stille Nacht, heilige Nacht“, haben sich auch die drei heiligen Könige (Bernhard Stein, Carsten Stolz und Heinz-Josef Haupt) eingefunden, um dem Christuskind die Geschenke zu bringen.

Die Geschichte von Christi Geburt steht seit 1985 auf dem Spielplan. Gespielt wurde schon an verschiedensten Orten - Elfi Reuther erinnert sich noch an das Krippenspiel auf der Monschauer Burg. „Hier aber“, sie verweist dabei auf den aktuellen Spielort hinter der Felsenkeller Brauerei, „ist es besonders schön.“ Viel Arbeit haben die Mitglieder des Krippenvereins Höfen immer wieder in den Spielort gesteckt. Und jedes Mal gibt es eine weitere Ausgestaltung.

Über die Brücke zum Stall

„Neu ist in diesem Jahr vor allem die Brücke, auf der die Schauspieler die Spielfläche erreichen“, erläutert Harald Rader, der Vorsitzende des Vereins, und deutet auf die solide Holzkonstruktion über den Fischzuchtbecken: „Somit müssen sich die Spieler nicht mehr zwischen den Besuchern einen Weg bahnen.“ Ohne die Mithilfe freigiebiger Unterstützer ginge das nicht.

„Wir sind ein kleiner Verein und haben begrenzte Mittel“, erklärt Rader: „Wir danken hier ausdrücklich dem Sägewerk Steffens und dem Metallbau Krings für die Unterstützung, auch in materieller Hinsicht.“ Der Verein nimmt keine Eintrittsgelder, lediglich der Verkauf einiger Ansichtskarten und die Bewirtung der Besucher tragen etwas zur Bewältigung der Unkosten bei. Für die Besucher wurde in diesem Jahr auch eine beheizte Garage mit Sitzgelegenheiten eingerichtet; einige nutzten das bei dem durchwachsenen Wetter gerne und genossen in der Wärme den heißen Grünkohleintopf, der von den Vereinsmitgliedern serviert wird.

Ärgerlich für den Chef der Krippenfreunde seien die behördlichen Auflagen: „Wir als kleiner Verein müssen nach wie vor zwei professionelle Security-Leute engagieren - und das bei circa 250 bis 300 Besuchern pro Vorführung“. Rader schüttelt angesichts dieser finanziell nicht unerheblichen Belastung verständnislos den Kopf: „Die Stadt Monschau macht einen großen Weihnachtsmarkt, ohne ein solches Personal anheuern zu müssen!“

Trotz allem überwiegt die Freude an der Sache: Noch kurz zuvor hatte Rader einen kleinen Wasserfall, der vom Felsen plätschert, gebaut. „Außerdem haben wir auf Warmweißlicht umgestellt“, ergänzt Spielleiter Heinz Stolz, „damit das Licht weniger grell wirkt.“

Ob die Zuschauer die Details wahrnehmen, ist nicht entscheidend. Nicht nur für die Kinder machen Esel, Kälbchen und Schafe neben den wunderschönen Kostümen der Darsteller sicher den größten Reiz aus. Immer schon stellt Klaus Müller aus Mützenich seine Tiere den Krippenspielern zur Verfügung, das Eselchen ist schon seit mehreren Jahren Krippenspiel-Profi. Vor und nach der Vorstellung genießt es die Streicheleinheiten der jungen Besucher.

„Sind nicht besonders religiös“

Begeistert war schließlich auch die Familie aus Düsseldorf: „Wir sind nicht besonders religiös“, räumt die 42-jährige Mutter ein. „Aber das spielt hier auch gar keine Rolle, denn es ist einfach die schönste Geschichte der Welt!“ Und so steht es für sie außer Frage, dass sie und ihre Familie im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.

Die Vorstellungen der Lebenden Krippe können noch an den beiden nächsten Adventswochenenden, jeweils um 15 und 17 Uhr besucht werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert