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Krimi-Hotel auf Vogelsang: Entscheidung im Februar

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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In Fortbildungen werden sich demnächst die Lehrer des Ritzefeld-Gymnasiums intensiv mit dem Lernort „Forum Vogelsang” befassen. Und das möglichst ohne Ausnahme: So sieht es die Kooperationsvereinbarung vor, die am kommenden Dienstag offiziell von Schul- und Forum-Vertretern unterzeichnet wird. Foto: P. Stollenwerk

Aachen/Schleiden. Der Bundesregierung ist es gleichgültig, dass auf Burg Vogelsang ein Krimi-Hotel entstehen soll. Das geht aus den Antworten auf eine Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion hervor, die Anfang Dezember an die Bundesregierung gerichtet wurde.

„Die Möglichkeit der Errichtung von Neubauten auf dem Gelände richtet sich ausschließlich nach der planungsrechtlichen Zuverlässigkeit baulicher Vorhaben” - und also nicht nach moralischen Gesichtspunkten -, heißt es in dem von Steffen Kampeter (CDU) unterzeichneten Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt. Kampeter ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.

Die Öffentlichkeit hatte auf das geplante Projekt teils mit Befremden reagiert. Ein Krimi-Hotel ausgerechnet dort zu planen, wo während des Dritten Reiches der Führungsnachwuchs der NSDAP ausgebildet wurde, empfinden nicht nur die Grünen als Provokation, sondern unter anderem auch Teile des Vogelsang-Fördervereins.

Die Standortentwicklungsgesellschaft (SEV) jedoch, die mit der Vermarktung des 100 Hektar großen Vogelsang-Areals beauftragt ist und in den sechs Jahren ihrer Tätigkeit nicht übermäßig erfolgreich war, erhofft sich von dem Hotel-Bau eine Initialwirkung für weitere potenzielle Investoren.

In den jüngsten Pressemitteilungen der SEV wird der Reizbegriff „Krimi-Hotel” nicht mehr verwendet. Die Rede ist von einer „programmatischen Öffnung” des Vorhabens - was wenig bedeutet. Denn die Projektentwickler, die Firma Ernst & Neuberger aus Kall, machen klar, dass sie sich das Konzept Krimi-Hotel nicht verwässern lassen wollen - und glauben auch nicht, dass die SEV dies beabsichtigt.

„Alles andere wäre neu für uns”, sagte Gesellschafter Manfred Ernst auf Anfrage. Und da auf dem Vogelsang-Gelände mitten im Nationalpark Eifel der Betrieb eines Hotels ausdrücklich vorgesehen ist, geht er davon aus, dass dem Bau des Krimi-Hotels nichts im Weg steht.

„Für Anfang Februar” erhofft Ernst sich Planungssicherheit; bis dahin soll die Stadt Schleiden ihre planungsrechtliche Prüfung zum Bau des Krimi-Hotels abgeschlossen haben. Welche Empfehlung allerdings der Schleidener Stadtrat abgibt - Krimi-Hotel ja oder nein -, will er erst nach einer „weiteren Konkretisierung der Pläne für das Hotel entscheiden”, sagte Bürgermeister Ralf Hergarten (parteilos). Das könne durchaus bis Mai dauern.

In der Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen geht Staatssekretär Kampeter mit keinem Wort auf die Sensibilität des Ortes Vogelsang ein. Ob die Bundesregierung moralische Bedenken in der Kombination Krimi-Hotel/ehemalige NS-Ordensburg erkennt, wird nicht deutlich. Eine entsprechende Nachfrage dieser Zeitung beantwortete die Bundesregierung vergangene Woche ausweichend. „Nach der grundsätzlichen Aufgabenverteilung liegt die Beurteilung der Zulässigkeit einzelner Nutzungen letztlich bei (...) der Stadt Schleiden.”

Nach den Planungen der Projektentwickler sollen im Hotel eine Krimi-Bibliothek entstehen sowie Krimi-Lesungen, eine kleine Schauspielakademie und Krimi-Dinner angeboten werden. Überdies könnten die Zimmer mit Bezug auf berühmte Krimis oder Kriminalfilme wie von Alfred Hitchcock gestaltet sein.

Die geplante Umgestaltung von Teilen der ehemaligen Burg Vogelsang zum Forum Vogelsang beginnt nach Auskunft von Pressesprecher Björn Troll am 13. Februar. Ab diesem Tag wird der provisorische Umzug des Besucherzentrums ins Kino vorbereitet. Der Umbau des Forums soll dann Anfang 2012 beginnen und in der ersten Jahreshälfte 2014 beendet sein. Der Umbau wird dem Adlerhof, der zentralen Stelle des Areals, ein völlig neues Gesicht geben und Raum für Ausstellungen und ein Dokumentationszentrum schaffen.
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