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Kreuzzeichen bei Cocktails und Nachos

Von: Céline Jahns und Heiner Schepp
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Das Interesse war groß am ersten Jugendgottesdienst in einer Kneipe, „einem Ort, wo sich Jugendliche treffen und wo sie genau so gut Gott begegnen können wie in der Kirche gegenüber“, wie Pfarrer Karl-Heinz Stoffels sagte. Rechts Sänger Felix Offermanns von „Basement“. Foto: H. Schepp

Imgenbroich. Die „Bodega“ war voll. Proppenvoll. Rund 75 Gäste füllten vergangenen Freitag die Tapasbar gegenüber der katholischen Kirche in Imgenbroich, sowohl jugendliche, als auch erwachsene Zuhörer hatten sich auf die Tische, Sitznischen und Thekenhocker verteilt und gerade noch schnell ein Getränk oder etwas zu Essen vor Beginn der Jugendmesse bestellt.

Wenige Minuten bevor diese begann, mussten sogar die Türen geöffnet werden, damit die ständig neu ankommenden Gäste, die im Inneren keinen Platz mehr fanden, zumindest von außen dem Gottesdienst folgen konnten.

Die von diesjährigen Firmlingen der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Monschau organisierte Jugendmesse unter dem Motto: „Take a chance, make a change and break away!“ (zu Deutsch: „Ergreife eine Chance, bewirke eine Veränderung und brich aus!“) drehte sich um die Frage, welcher Weg ins Leben der Richtige und ob der einfachste Weg wirklich der Beste ist. Unter aktiver Mitwirkung der Band „Basement“ begann der Gottesdienst wegen des großen Interesses mit leichter Verspätung und einem selbst komponierten Lied der Band, Titel: „Ich mach die Augen auf.“

Pfarrer Karl-Heinz Stoffels begrüßte die zahlreichen Gäste im Alter von 8 bis 80 Jahren undn freute sich über das rege Interesse an der etwas anderen „Messe in der Kneipe“. Es folgten eine Einführung in das Thema und die Erörterung des Mottos der Messe durch Eva Franzen und Carolin Gasper und der von „Basement“ sehr gefühlvoll vorgetragene Song „Skyscraper“ („Wolkenratzer“), im Original von Demi Lovato. durch basement.

In der anschließenden Lesung des Evangeliums durch Sascha Huppertz und Simone Krings und dessen Auslegung durch Pfarrer Stoffels wurde deutlich, wie sehr sich die Jugendlichen auch in der Firmvorbereitung mit dem Thema Lebensweg auseinander gesetzt haben. Die Zuhörer wurden dazu aufgefordert, sich ebenfalls Gedanken über ihr Leben und die Wege machen, die sie bislang gegangen sind oder gehen möchten.

Nach dem Lied „Breakeven“, gespielt von „Basement“, trugen Nadine Braun, Sofia Hammer und Nadja Thönnessen die Fürbitten vor und baten Gott, „uns auf unserem Weg zu begleiten und mit uns zu gehen Schritt für Schritt“. Carolin Gasper ließ die Meditation „Der Weg in die Freiheit“ folgen, ehe alle gemeinsam das „Vater unser“ sprachen. Therese Krings griff in ihren abschließenden Worten die Intention dieses nicht alltäglichen Jugendgottesdienstes noch einmal auf: „Um seinen festen Weg zu verlassen, muss man anfangen zu träumen, denn das ist der erste Schritt, seinen jetzigen Weg zuz verlassen“, so die Jugendliche aus Konzen, die folgerte: „Und so können auch wir uns nur verändern, wenn wir unseren Weg verlassen und etwas Neues wagen!“

Nach einer guten Stunde endete der Gottesdienst mit dem Lied „We are the world“, bei dem die Mehrzahl der anwesenden Gäste fleißig mitsang.

Entstanden war die Idee einer Jugendmesse im Rahmen des diesjährigen Firmunterrichts Dort war deutlich geworden, dass die katholische Kirche kaum einen Reiz auf Jugendliche ausübt, da diesen die Messen und Rituale zu altmodisch, steif und unverständlich erscheinen. Aus diesem Grund beschlossen einige freiwillige Firmlinge (Eva Franzen, Carolin Gasper, Sascha Huppertz, Simone Krings, Nadine Braun, Sofia Hammer, Nadja Thönnesen und Therese Krings), einen Gottesdienst zu gestalten, der die Kirche so darstellt, wie sie Jugendlichen gefallen könnte, nämlich unbefangen, modern und mit guter Musik.

Mit Unterstützung von Alice Klein, Gisella Lüpschen und Anja Sauren gelang es schließlich, diese Messe auf die Beine zu stellen, die man nur als Erfolg bezeichnen kann, was viele der Gäste unterschiedlichen Alters bestätigten: „Ich war neugierig, wie so ein Jugendgottesdienst aussehen könnte und bin positiv überrascht. So eine lockere und unkomplizierte Messe habe ich noch nie erlebt. Wenn das nochmal gemacht wird, komme ich wieder!“, so eine ältere Zuhörerin nach dem Gottesdienst.

Auch die Jugendlichen waren beeindruckt: „Das war toll, die Musikwahl und die Texte haben gut zusammen gepasst und die Stimmung war viel besser, als ich sie in einem normalen Gottesdienst je erlebt habe. Ich würde nächstes Mal gerne bei der Organisation mitmachen!“

Dieses „nächste Mal“ könnte es indes schon im Herbst geben, das Interesse bei allen Beteiligten – Jugendlichen, Gaststättenbesitzer, Pfarrrer Stoffels und Besuchern – ist jedenfalls groß. Zu guter Letzt dankten die Firmlinge dem „Bodega“ für die Räumlichkeiten und Pfarrer Stoffels für seine Unterstützung.

Der Abend war ein gutes Bespiel dafür, dass Kirche auch anders kann als man sie kennt. Kirche, Jugend und Musik – geht doch!

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