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Krankenhausgeistlicher Leo Kerbusch feiert goldenes Priesterjubiläum

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Mit der Krankenhaus-Kapelle eng verbunden: Sein goldenes Priesterjubiläum feiert jetzt Leo Kerbusch, der allein 40 Jahre seines Wirkens der Krankenhaus-Seelsorge in Simmerath widmete. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. An den Moment, der ihm klar vor Augen führte, dass es seine Berufung sein sollte, als Diener Gottes seinen Platz in dieser Welt einzunehmen, kann sich Leo Kerbusch noch genau erinnern. Als 14-jähriger Realschüler nahm er an einer feierlichen Primiz in seinem Heimatort Mönchengladbach-Rheindahlen teil. Hier wurde ein aus seiner Heimat stammender junger Mann zum Priester geweiht.

„Bei dieser Feier spürte ich plötzlich die starke Kraft Gottes. Der Wunsch, Priester zu werden, ließ mich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr los,“ sagt Leo Kerbusch. In der Tat folgte er dem Ruf der katholischen Kirche und wurde am 18. Februar 1967 im Dom zu Aachen zum Priester geweiht. Das ist jetzt exakt 50 Jahre her. Das goldene Jubiläum feiert der Seelsorger, der fast sein halbes Leben als Krankenhausseelsorger in Simmerath verbracht hat, am kommenden Samstag, 18. Februar.

„Groß gefeiert“ werden möchte der 76-Jährige eigentlich gar nicht. Er betrachtet es als Gnade Gottes, dass es ihm auch im hohen Alter noch möglich sei, eine Vielzahl von seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen. Dazu trage auch das Zusammenwirken vieler anderer Menschen bei.

In der Gemeinschaft der Gemeinde Simmerath ist er als Subsidiar seit vielen Jahren eine verlässliche Unterstützung, und als Hausgeistlicher hält er regelmäßig Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle. Die Krankensalbung und die Beichte („Die ist inzwischen aber sehr spärlich geworden“) gehören weiterhin zu seinen regelmäßigen Aufgaben.

1940 in Rheydt geboren, besuchte Leo Kerbusch zunächst die Volksschule in Rheindahlen, der sich der Besuch der Realschule in Mönchengladbach und später des dortigen Humanistischen Gymnasiums anschloss.

Nach einer intensiven Schulzeit nahm er das Studium der Theologie und Philosophie in Bonn auf. In prägender Erinnerung aus seiner Studienzeit sind ihm besonders zwei Semester an der Uni Innsbruck geblieben, wo zu dieser Zeit der berühmte Religions-Philosoph Karl Rahner lehrte. Kurz nach dem II. Vatikanischen Konzil, erinnert sich Leo Kerbusch, „wehte damals ein frischer Wind in der katholischen Kirche, der auch mir einen gehörigen Auftrieb gab“.

Dem Priesterseminar in Aachen und der Weihe im Jahr 1967 folgte für Leo Kerbusch dann die erste Kaplansstelle in Wenau bei Düren. St. Tönis bei Krefeld und St. Bonifatius Düren waren weitere Stationen als Kaplan. Während der dann folgenden Zeit als Pfarrvikar in der St.-Thomas-Morus-Pfarre in Krefeld erreichte ihn der Ruf des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle, ob er nicht als Krankenhausseelsorger nach Simmerath gehen wolle. Am 1. März 1977 begann für Leo Kerbusch am St. Brigida-Krankenhaus sein neuer Lebensabschnitt in der Eifel, der auch seelsorgerische Aufgaben im damaligen Dekanat Simmerath umfasste.

Kerbusch erinnerte sich gut, dass er die neue Herausforderung damals „etwas zögerlich“ angenommen habe, da er noch über keine Erfahrung in der Krankenhaus-Seelsorge verfügt habe. Schon bald aber war er eine feste Größe im Krankenhaus. Seine tiefe Verbindung zum Haus blieb auch erhalten, als er im Jahr 2007 pensioniert und die Krankenhaus-Seelsorge von Schwester M. Gudrun übernommen wurde.

Ebenso gerne erinnert er sich aber auch an seine über 20 Jahre währende Begleitung des Eheseminars und nicht minder an den Karneval im Krankenhaus, den er zehn Jahre lang mit Witz und Verstand moderierte .

Papst Franziskus ist Glücksfall

In seiner 50-jährigen Zeit als Priester hat Leo Kerbusch tiefgreifende Veränderungen in der Struktur der katholischen Kirche und bei den Gläubigen gesehen. „Wir leben heute im Wohlstand, da spielt die Religion leider für viele Menschen immer weniger eine Rolle, zumal es auch keine existenziellen Bedrohungen mehr gibt“, sagt Kerbusch.

Er habe auch erlebt, dass Menschen ihren Glauben verloren hätten, „weil das Gebet nicht geholfen hat“, andererseits stelle er aber auch eine Tendenz zur Erneuerung des Glaubens fest, „indem Menschen den Glauben wieder als Geschenk annehmen“. Auch Papst Franziskus sei ein Glücksfall für die katholische Kirche. Der Papst orientiere sich an den Werten der Heiligen Schrift wie Güte und Barmherzigkeit und sei abgerückt vom Autoritätsanspruch der Kirche.

Nach seinem Festtag am Samstag möchte sich Leo Kerbusch weiter seinen seelsorgerischen Aufgaben widmen. „Solange unser Herrgott meint, dass hier in Frieden mein Platz ist, würde ich noch gerne ein paar Jahre weitermachen.“

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