Krankenhaus-Hygiene: Debatte erreicht St. Brigida

Von: Robert Flader
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Legen die Messlatte beim Thema Hygiene bewusst hoch: Chefarzt Dr. Harmtut Wiechman und Brigitte Schweiggl, Fachkrankenschwester für Krankenhaus-Hygiene. Foto: Robert Flader

Simmerath. Mainz. Immer wieder Mainz. Nach dem Tod von drei Babys in der Mainzer Uniklinik aufgrund von verunreinigten Infusionen ist die Debatte um Hygiene in Krankenhäusern voll entbrannt. Auch in der Eifel, auch im Malteser Krankenhaus St. Brigida in Simemrath.

„Die Vorfälle bedrücken bedrücken natürlich schon”, gibt Chefarzt Dr. Harmut Wiechmann zu. „Bei so etwas überdenken wir dann natürlich die eigenen Maßnahmen, die wir im Sinne der Hygiene durchführen.”

Die Maßnahmen, die das kürzlich verkaufte Krankenhaus unternimmt, sind nach eigenen Angaben „sehr hoch”, sagt Brigitte Schweiggl, Fachkrankenschwester für Krankenhaus-Hygiene. „Wir unterliegen da ohnehin sehr strengen Regeln.”

Dazu zählen unter anderem halbjährliche Wasserproben, die zweifache Überprüfung der Endoskopie, der Sterilisationsabteilung inklusive der dortigen Spülmaschinen, die OP-Instrumente in insgesamt drei Waschgängen reinigt. „Zusätzlich zu den geforderten Normen nehme ich auch ständig Stichproben”, sagt Schweiggl. Die Sterilisation wird von einer externen Firma übernommen, die Kontrolle hingegen vom Simmerather Krankenhaus.

Bundesweit 40.000 Infektionstote pro Jahr

Wie kommt es dann trotzdem zu unzähligen Krankenhaus-Infektionen mit rund 40000 (!) Toten jedes Jahr bundesweit? Gerade in Zeiten moderner Technik und ganz neuen medizinischen Möglichkeiten? „Nun, heutzutage werden alte oder schwerkranke Menschen operiert, bei denen es früher keinen Eingriff gegeben hätte”, sagt Brigitte Schweiggl. „Doch nicht alles macht der Körper mit.”

Einen zwingenden Zusammenhang mit Krankenhaus-Hygiene müsse es nicht geben. Wiechmann: „Man kann nicht alle Patienten isolieren, bevor der Befund da ist. Da gibt es dann ein gewisses Ansteckungsrisiko.”
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