Simmerath - Krankenhaus: FDP keilt gegen Etschenberg

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Krankenhaus: FDP keilt gegen Etschenberg

Von: Ernst Schneiders
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Mit ihren Ausführungen zum Mindeststandard der gesundheitlichen Versorgung in der Eifel stößt die FDP im Städteregionstag auf massive Kritik. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Angespanntes Warten ist bei der Belegschaft des St. Brigida-Krankenhauses angesagt, was die Gespräche der Malteser mit der Städteregion über ein so genanntes Geschäftsbesorgungsmodell bringen, Das soll es einer neuen Trägergesellschaft ermöglichen, das operative Geschäft zu übernehmen, während die Malteser weiterhin Träger bleiben.

Es hängt folglich alles an Karl Prinz zu Löwenstein und seinen Leuten. Während sich dort konstruktive Gespräche angedeutet haben, kommt Störfeuer aus einer anderen Ecke.

Dass Georg Helg, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Städteregionstag, kein Blatt vor den Mund nimmt, weiß man zumindest in Aachen seit geraumer Zeit. Und dass er genau wie sein großer Vorsitzender Guido Westerwelle keine Gelegenheit verstreichen lässt, um sich und die Seinen in die Schlagzeilen zu bringen, darf ebenfalls als bekannt vorausgesetzt werden.

Als Thomas Schellhoff, Geschäftsführer des Bethlehem-Krankenhauses Stolberg, sich dieser Tage überrascht zeigte, dass sein Haus „kontinuierlich mit St. Brigida in Verbindung gesetzt” werde, obwohl das Krankenhaus Stolberg „nie klare Anzeichen gegeben” habe, sich „dahingehend engagieren zu wollen”, nutzte Helg die Gunst der Stunde und keilte gegen Städteregionsrat Helmut Etschenberg, gegen den Mann, der in den zurückliegenden Monaten enorme Anstrengungen unternahm, das Haus in eine sichere Zukunft zu führen.

FDP: Am Bedarf orientiert

„Beim Städteregionsrat herrscht offenbar völlige Unklarheit über den Sachstand”, wird Helg in einer Presseerklärung seiner Fraktion zitiert. Wiederholt habe es bereits Unklarheiten um das Krankenhaus in der Verwaltung der Städteregion gegeben. So sei etwa die Auflassungsvormerkung zu Gunsten der Zellitinnen im Grundbuch erst vor wenigen Wochen auf Anfrage der FDP ans Tageslicht befördert worden.

Überdies zerfurchen Sorgenfalten die Stirn des Liberalen: Man wisse nicht, welche Kosten auf die Städteregion und damit auf deren Einwohner zukämen. Man wisse nicht, welche konkreten finanziellen Auswirkungen das ins Auge gefasste Geschäftsbesorgungsmodell mit sich bringe, und schließlich sei in der Frage der finanziellen Beteiligung der Stadt Aachen die Stimmung zwischen Etschenberg und Oberbürgermeister Philipp nicht ungetrübt.

Die FDP stehe zu ihrer Verantwortung, die medizinische Versorgung in der Nordeifel in einem „am Bedarf orientierten Umfang zu erhalten”. Wie der für die Freien Demokraten aussieht, erläuterte Helg in der jüngsten Sitzung des Städteregionstages: Notfallambulanz, Hebammen gestützte Geburtshilfestation und nicht mehr.

Da hing nicht nur Lokalmatador Hans-Josef Hilsenbeck quer unter der Decke. Auch CDU-Fraktionschef Klaus-Dieter Wolf wertet es in einer Stellungnahme als „Ironie”, wenn die FDP versichere, dass mit diesem Modell „die gesundheitliche Versorgung der Menschen in der Eifel unter allen Umständen zu wahren ist”.

Mit Ausnahme der FDP ständen alle anderen Fraktion „ohne Wenn und Aber” zu einem „richtigen und leistungsfähigen Krankenhaus” in Simmerath. Die CDU fordere deshalb die FDP und deren Fraktionsvorsitzenden, den Wolf einen „Störenfried und Besserwisser” nennt, auf, das komplexe Thema und die Lösungsansätze „nicht unter vordergründigem Parteikalkül zu begraben”.

Der von Helg persönlich attackierte Helmut Etschenberg warf dem FDP-Fraktionsvorsitzenden vor, „offensichtlich Spaß am Zündeln” zu verspüren, dabei aber zu übersehen, dass daraus rasch ein Flächenbrand werden könne. Diesmal seien es die Menschen in der Eifel und deren Sorgen um den Erhalt des Krankenhauses, „die Herrn Helg zu recht eigenwilligen Interpretationen der Wirklichkeit bewegen”.

Wenn wegen einiger Unklarheiten der Vertrag mit den Maltesern nicht unterzeichnet worden sei, dann, so Etschenberg, „nenne ich verantwortungsvolles Handeln. Das lasse ich mir von Herrn Helg dann gerne vorwerfen”.

Im Übrigen sei der von der FDP dargelegte Mindeststandard „eine Zumutung” für die Menschen in der Eifel und für die Belegschaft des Krankenhauses. „Ich werde mit meiner Verwaltung im Fall der Fälle ein zukunftssicheres Modell als meinen Plan B präsentieren, der den Bedürfnissen der Menschen in der Eifel Rechnung trägt”, verspricht Etschenberg: „Ich werde dieses Modell der Politik vorlegen und um Zustimmung werben. Dann werden wir sehen, wem die Menschen in der Eifel am Herzen liegen.”
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