Kranichzüge sorgen für grandioses Naturschauspiel

Von: gük
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Eine von vielen eindrucksvollen Entdeckungen in der Nordeifel: eine Bekassine im Brackvenn. Sie zählt zu der Familie der Schnepfenvögel. Foto: Günter Krings

Nordeifel. In den vergangenen Wochen überflogen viele Kraniche die Nordeifel – ein Zeichen, dass der Winter nicht mehr lange auf sich warten lässt. Diese Kranichzüge sind ein großartiges Schauspiel, besonders wenn einige Gruppen auf dem Boden und auf abgelegenen Wiesen übernachten.

Weitaus weniger spektakulär verhalten sich andere Vögel, die auf dem Weg in die Brutgebiete oder im Herbst in die Winterquartiere die Eifeler Landschaft überfliegen oder durchstreifen. In den Monaten Juli bis September kann man an den Ufern der Talsperren und Weihern regelmäßig den Flussuferläufer beobachten. Viel seltener zu entdecken sind Wald- und Bruchwasserläufer, die in diesem Jahr im Juli an Teichen im Brackvenn gesichtet wurden.

Große Raritäten waren die Beobachtungen von einem Kampfläufer und einem Rotschenkel im Mai an Teichen im Brackvenn – Vögel, die man sonst nur im Flachland oder im Küstenbereich findet. Bekassinen halten sich auf dem Durchzug in feuchten und sumpfigen Bereichen unserer Region auf: Witzerath, Hoscheiter Venn, NSG Lenzbach, Kranzbruch bei Simmerath und ähnlichen Gebieten.

Zwanzig Weißstörche wurden im August über dem oberen Kallbachtal gesehen, zwei Weißstörche auf Wiesen Am Gericht. Haubentaucher waren in diesem Jahr kaum zu finden. Nur kurzfristig waren einige im März und April auf dem Rursee und der Kalltalsperre zu beobachten. Zwergtaucher halten sich fast ausschließlich nur an der Perlbachtalsperre auf.

Normalerweise hält sich auf dem Herbstzug die eine oder andere Kornweihe auf den Hochflächen zwischen Rohren und Höfen und im Bereich des Kranzbruches bei Simmerath auf. Aber in diesem Jahr wurden bisher noch keine dieser Greifvögel gemeldet. Lediglich eine Rohrweihe überflog am 19. Mai das Kalltal bei Hoscheit.

Auch einige Singvogelarten durchstreifen auf ihrem Zug die Nordeifel. Einer dieser Zugvögel ist die nordische Ringdrossel, die im September und Oktober im Roten Venn bei Mützenich und im Wollerscheider Venn registriert wurden. Mögliche Beobachtungsgebiete sind aber auch das Hatzevenn, die Wiesen am Breitenbach bei Kalterherberg, das Platte Venn, Feuchtwiesen am Rochuskreuz. Das sind alles offene und feuchte Lebensräume, wo Ringdrosseln auf ihren Zugwegen beobachtet werden können.

Bergfinken aus Skandinavien

Ziehende Schafstelzen sind im September zu finden, und zwar auf offenen Wiesen mit Viehherden. In diesem Jahr wurden einige gefunden bei Imgenbroich und am Rodehof bei Kalterherberg. Ein weiterer typischer, durchziehender Singvogel ist der Steinschmätzer. Auch ihn kann man nicht in dichten Wäldern oder engen Tälern finden, sondern auf den Hochflächen unserer Region: Höfen – Rohren, Kesternich – Witzerath – Strauch, Konzen – Simmerath und an vielen anderen Stellen.

Bergfinken und Rotdrosseln aus Skandinavien beobachtet man im Herbst häufig in der Heckenlandschaft, wenn genügend Bucheckern vorhanden sind. Sie können durchaus einige Wochen hier verbringen, fliegen bei strenger Kälte und hohem Schnee weiter in mildere Gebiete.

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