Kran muss einen Bagger in die Rur heben

Von: Sarah Maria Berners
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200 Kubikmeter Geröll sind im Unwetter am 3. Juli in die Rur gespült worden. Um die Gesteinsmassen zu entfernen müsste ein Bagger mit einem Kran in den Fluss gesetzt werden. Dieser Schaden ist einer von vielen, die die Stadt Monschau in ihrer Schadensbilanz aufgelistet hat. Foto: S.M. Berners

Monschau. Ein gewaltiger Haufen Geröll ist beim Unwetter am 3. Juli im Bereich Bellesief in die Rur gerutscht. Schwere Steinbrocken, Dreck und Äste haben sich mit den Regenmassen ihren Weg gebahnt. Jetzt ist die Rur nahe der Antoniuskapelle nur noch halb so breit, wie sie es vorher war.

Auf 200 Kubikmeter beziffert die Stadt die Menge aus Gestein und Dreck. Und die müssen wieder hinaus aus dem Flussbett. Dazu ist der Einsatz eines Baggers erforderlich. „Aber wir müssen erst schauen, wie wir den dorthin bekommen”, erklärt Franz-Karl Boden von der Verwaltung. Der Bagger müsste mit einem Kran in die Rur gehoben werden, und weil er dann im Fluss steht, wäre biologisch abbaubares Kettenöl erforderlich.

Immer neue Schäden

88 Liter pro Quadratmeter - so lautete die Regenbilanz nach dem Unwetter, das am 3. Juli über Monschau gefegt war. Entsprechend umfassend fällt auch die vorläufige Schadensbilanz aus, in der die Stadt Monschau viele Schäden aufgelistet hat, und die nun im Bauausschuss veröffentlicht wurde. Vorläufig sei die Schadensbilanz deswegen, „weil sie sich laufend verändert”, erklärt Boden. Ausspülungen an Waldwegen zum Beispiel würden erst nach und nach bekannt, wenn die Förster sie melden würden. Zudem seien im Sturm am Montag weitere Schäden hinzugekommen. Deswegen könne die Stadt auch die Kosten für die Arbeiten noch nicht einschätzen. „Es werden einige außerplanmäßige Kosten auf uns zukommen” sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter in der Sitzung des Bauausschusses.

Viele Wegeseitengräben sind verstopft und müssen gereinigt werden. An einigen Stellen des Laufenbachs und der Rur ist die Uferbefestigung weggespült worden, Gehwege (Laufenstraße) und Wege wurden ausgespült (Mühlenley), Befestigungen (Fedderbach) weggeschwemmt. Unter anderem im Rohrener Kluckweg ist Oberflächenwasser auf ein Grundstück gelaufen. Das Geröll in der Rur ist aber der wohl komplizierteste Fall. Einige Probleme, wie eine Ausspülung nahe dem Nationalparktor in Höfen, lassen sich mit ein paar Schubkarren Kies lösen, andere bringen einen enormen (Kosten-)Aufwand mit sich.

„Wir werden die Schäden nach einer Prioritätenliste abarbeiten”, erklärt Tiefbauamtsleiter Michael Bongard in der Sitzung des Bauausschusses. Bei einigen sei noch zu klären, ob die Stadt oder der Landesbetrieb Straßenbau für die Reparaturarbeiten zuständig sei. An der Zufahrt zum Pumpenhaus der Perlenbachtalsperre ist das Geröll schon beiseite geräumt, in den nächsten Wochen sollen weitere Arbeiten folgen. „Vor allem da, wo Versicherungsschutz besteht”, so Ritter. Mit Privatleuten suche die Stadt den Dialog, um Schäden mit Versicherungen für beide Seite kostenneutral regulieren zu können.

Gleichzeitig weist die Stadt in der Bilanz darauf hin, dass jeder Person, „die vom Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren verpflichtet ist, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwassergefahren und zur Schadensminderung zu treffen”. Vor Garagenzufahrten könnten flexible Hochwasserschutzbleche angebracht werden, außerdem bestehe die Möglichkeit, an abschüssigen Straßen die Gewässerführung mit Randsteinen zu optimieren. Die Überflutung eines Graben- oder Abwassersystems könne bei höherer Gewalt jedoch niemals vollständig ausgeschlossen werden. „Wir können unsere Standards nicht an derartigen Ereignissen mit 88 Litern Regen pro Quadratmetern ausrichten”, betonte Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Bäume fällen oder nicht?

Debattiert wurde im Bauausschuss auch über Bäume, und darüber, ob sie - wenn sie auf städtischem Grund stehen - vor allem in der Nähe von Wohngebäuden gefällt werden müssten. „Darüber sprechen wir schon seit Beginn der Legislaturperiode”, sagte Bürgermeisterin Ritter. Es werde keine Lösung sein, alle Bäume ab einer bestimmten Höhe zu fällen, zumal gerade die Hänge dadurch auch nicht sicherer würden, aber oftmals hässlicher - eine Anspielung auf die vom Landesbetrieb zurechtgestutzten Linden am Burgring. „Gerade die Landschaft unser Potenzial.”

Viel Lob für die freiwilligen Feuerwehren

Großes Lob an die freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet sprach Georg Kaulen (CDU) in der Sitzung des Bauausschusses aus. Obwohl während der Aufräumarbeiten das Viertelfinale Deutschland-Argentinien lief, habe er nicht einen Wehrmann meckern hören. „Sie haben an vielen Stellen geholfen, die Schäden zu minimieren.”

Außerdem lobte Kaulen die Verwaltung dafür, dass sie im vergangenen Jahr viele Bäume rund um die Elwin-Christoffel-Realschule gefällt habe. „Wer gesehen hat, was dort am vergangenen Montag passiert ist, der kann sich denken, wie es dort ausgesehen hätte, wenn die Bäume noch gestanden hätten.” Vermutlich, so Kaulen, wäre die neue Turnhalle beschädigt worden.

Die Regenrückhaltebecken konnten bei dem Unwetter ihre Funktion nicht erfüllen. Bürgermeisterin Ritter erklärte auf Anfrage: „Dazu hat es entweder zu wenig geregnet oder nicht lange genug.” Das Wasser habe die Becken gar nicht erst erreicht. Das passiere erst, wenn es langanhaltend regne und nicht, wenn es nur kurz und heftig regne.

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