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Kopie kann sogar das Original in den Schatten stellen

Von: Kaspar Vallot
Letzte Aktualisierung:

Mützenich. Seit dem Herbst vergangenen Jahres bemüht sich die Gastwirtschaft „Weißes Pferdchen” in Mützenich mit Erfolg, gleich zwei recht unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Als Gaststätte den Ansprüchen zu genügen, die gemeinhin an eine gehobene Gastronomie gestellt werden, gleichzeitig aber auch künstlerischen Bemühungen eine Möglichkeit der Präsentation einräumen.

Das „Weißes Pferdchen”, ein traditionsreiches Gebäude, das vielen Generationen Speise und Trank bot, bleibt dieser Tradition nach langjährigem Umbau durch den Mützenicher Neubürger Bernhard Schrouff treu, stellt aber gleichzeitig nach umfangreichen baulichen Veränderungen der zeitgenössischen Kunst Ausstellungsräume zur Verfügung, wie sie nicht nur für die Eifel einmalig und ideal sind.

Seit Ende Oktober 2009 stellen im „Weißen Pferdchen” 36 Künstlerinnen und Künstler aus neun Ländern ihre Arbeiten aus, zu denen sie der Titel dieser Ausstellung: „ ... voll Freude ist mein Herz” inspirierte.

Die Ausstellung ist an den Wochenenden bis April, samstags von 18 bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr, im großen Saal zu besichtigen, und dank der baulichen Kombination ist dies auf zweierlei Weise möglich: vom behaglichen Gastraum aus, den eine Glaswand vom Ausstellungsraum trennt, ebenso wie durch Betrachtung der Kunstwerke aus der Nähe. Ein Experiment also, das auch in der weiteren Umgebung nicht seinesgleichen hat und sich der Initiative des Hausherrn Bernhard Schrouff und des künstlerischen Beraters Prof. Dr. Alexander Boeminghaus verdankt.

Das „Weißes Pferdchen” wartet am 13. Februar mit einer weiteren Originalität auf: mit der Signierung und Vollendung der ausgestellten Werke am Samstag, 13. Februar, ab 15 Uhr, zu der Künstler aus Nah und Fern anreisen werden, um die Ausstellung sozusagen zu vollenden. Die Künstlerinnen und Künstler haben nämlich die Möglichkeit, ihre neuen Arbeiten zu signieren und ihr jeweiliges Kunstwerk zu verändern oder zu ergänzen, um es dann durch die Signatur zu vollenden.

Einheitliches Format

Die neuen Werke wurden nämlich nach dem Giclée-Verfahren auf fotografischem Wege als Drucke hergestellt, in einem einheitlichen Format von 60 x 90 cm. Die originalen Vorlagen dagegen unterscheiden sich in Größe, Form, Material und Darstellungstechnik voneinander. Doch diese Drucke stehen ihren Vorlagen in nichts nach, sie sind von außerordentlicher Qualität und keineswegs als Kopien der Originale zu verstehen. Vielmehr steht das ursprüngliche Werk quasi Pate für ein neues Kunstwerk, das nunmehr als Unikat zu gelten hat.

Diese neuen Kunstwerke werden in die Ausstellung integriert. Diese Aktion findet am Samstag, 13. Februar, ab 15 Uhr in der Kulturstätte „Weißes Pferdchen” statt: Die Ausstellung „ ... voll Freude ist mein Herz” nach einer Idee von Prof. Dr. Boeminghaus, bleibt bis April in Mützenich. Für die Ausstellung wird ein Plakat in gleicher Giclée-Technik angefertigt, auf dem alle 36 Werke der Mützenicher Ausstellung abgebildet sind. Das Giclée-Druckverfahren ist eine neue Technik, die allerdings von bedeutenden Museen wie dem Metropolitan in New York bereits mit großem Erfolg angewendet wurde.

Beim Druck von Giclées wird ein computergesteuertes, rasterloses Sprühverfahren eingesetzt, durch das Pigmenttinte auf Leinwand gesprüht wird. Die einzelnen Farbpartikel sind für das menschliche Auge kaum sichtbar. Bei Verwendung von sieben unterschiedlichen Farben ergibt sich dank dieser Technik eine einzigartige Farbwiedergabe und enorme Detailgenauigkeit.

Die bei diesem Verfahren benutzten Pigment-Tinten wurden speziell für Kunstreproduktionen entwickelt und auf eine Lichtbeständigkeit von zirka 75 Jahren getestet. Vergleiche zeigten, dass ein Giclée in der Auflösung sogar ein Original übertreffen kann, ebenso Serigrafien und Lithografien. Die Drucke für die Kunstausstellung in Mützenich wurden von der Galerie il Quadro, Aachen, erstellt.
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