Komparsen halten Feuerwehr in Atem

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Alles was bei der Feuerwehr im
Alles was bei der Feuerwehr im Stadtgebiet Monschau Räder und Beine hatte, war am Freitagabend auf dem „Rodehof” vor Kalterherberg bei der Stadtübung im Einsatz. Foto: Hoffmann

Monschau. „Naturlaub bei Freunden” lautet das Motto, unter dem Feriengäste auf dem Bauernhof von Rose-Marie und Hans-Otto Förster in idyllischer Lage kurz vor Kalterherberg Urlaub machen können. Mit Ruhe und Erholung war es auf dem „Rodehof” am späten Freitagnachmittag allerdings plötzlich vorbei.

Nach einem lauten Knall aus dem Keller stieg sowohl dort als auch aus der darüber liegenden Wohnung des Sohnes der Familie Förster starker Rauch auf. Einige Minuten später rückte die Feuerwehr aus Kalterherberg an, die alsbald von den Kollegen aus Höfen und Rohrer unterstützt wurde. Nachdem von der Leitstelle aufgrund der Gefahrenlage „Stadtalarm” ausgelöst worden war, fand sich alsbald auf dem Roderhof von der Monschauer Wehr alles was Räder hatte undlaufen konnte, wieder. Ergänzt wurde das inszenierte Chaos durch vier Rettungswagen, Notarzt und dem Einsatzleitwagen der Städteregion Aachen, der aus Stolberg angefordert worden war.

„Stadtübung” stand zu diesem Szenario auf dem Papier der Städteregion, womit die Einsatzkräfte spätestens beim Eintreffen wussten, dass es sich nicht um einen Ernstfall handelte. Ziel dieser großangelegten Übung war die Zusammenarbeit von Feuerwehr und dem Rettungsdienst sowie der Löschgruppen untereinander zu prüfen. Mehr als 180 Einsatzkräfte waren dazu schließlich vor Ort. Darunter allein circa 100 Feuerwehrleute aus Monschau und 50 Mitarbeiter vom Rettungsdienst und Katastrophenschutz der Städteregion. Internationalen Charakter bekam die Übung durch Feuerwehrleute aus Bourg St. Andeol, die zu Gast in Höfen weilten und an der Übung teilnahmen.

Rußverschmierte „Verletzte”

Eingebunden in das „Übungs-Spektakel” waren zudem die Bauersfamilie und zahlreiche Feriengäste, die ihre vorgeschriebenen Rollen als verzweifelte und panische Brandgeschädigte geradezu meisterlich umsetzten und die Feuerwehrleute und Rettungskräfte immer wieder mit neuen Situationen konfrontierten.

Auch die rußverschmierten Verletztendarsteller, deren Brandverletzungen realitätsecht aussahen, verlangten den Einsatzkräften einiges ab. Für die zivilen Beteiligten hatte die Übung bereits eine halbe Stunde von Alarmauslösung begonnen. Albert Prümmer, der zusammen mit seinem Feuerwehrkollegen Stefan Hunds für die Planung und Übungsleitung zuständig war, hatte Bauersfamilie und Feriengäste um sich versammelt und erklärte ihnen nochmals genau, welche Aufgaben und Rollen sie wahrzunehmen hatten.

Hierbei war alles bis ins Kleinste geplant, wobei man den Eindruck gewann, dass Albert Prümmer in die Rolle eines Regisseurs geschlüpft war.

Auch nach Eintreffen der Einsatzkräfte steuerte Prümmer, der überdies noch als Begleiter und Beobachter der Einsatzleitung fungierte, seine „Komparsen” zielgerecht zu und durch die Brand- und Unfallstellen. Im Hinblick auf die Einsatzplanung und die Details kann ein Tatort-Drehbuch sicher nicht umfangreicher und interessanter sein.

Für die zahlreichen Zuschauer, die hinter Absperrband den großen Blaulicht-Aufmarsch von Mensch und Material verfolgen konnten, war es auf jeden Fall ein unterhaltsamer Freitagabend. Damit sie nicht unfreiwillig in die Übung eingebunden wurden, trugen sie zudem vorsichtshalber rote Armbinden. Zur Erklärung wurde hierzu von der Einsatzleitung angemerkt: „Damit ihr nicht von den Rettungskräften abtransportiert werdet.”

Selbstverständlich wird eine solche Übung auch überwacht, um eventuelle Schwachstellen festzustellen. Die Gesamtübersicht oblag Kreisbrandmeister Bernd Hollands für die Feuerwehr und Elke Schlömer von der Städteregion für die Rettungsdienste.

Nach gut zwei Stunden war dieser nicht alltägliche Großeinsatz gelaufen und auf dem „Rodehof” plauderten u.a. die Feriengäste noch lange über ihr Eifeler Brandabenteuer. Wenn sie wieder zu Hause sind, haben sie auch dort einiges zu erzählen.
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