Kleiner Laden in Steckenborn kämpft tapfer ums Überleben

Von: P. St.
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Steckenborn / Frischmarkt / Anke Greuel
Für die Nahversorgung in Steckenborn und Umgebung eine feste Größe: Anke Greuel vom Frischmarkt ist seit zehn Jahren vor Ort. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. „Es ist schon eine Leistung, dass wir seit zehn Jahren existieren”, sagt Anke Greuel vom Frischmarkt in Steckenborn. Der „Laden an der Ecke”, wie er früher zu jedem Dorf gehörte, feiert am Wochenende Jubiläum.

Gemeinsam mit der Kundschaft und allen, die Kunden werden wollen, möchte das Verkaufsteam das kleine Jubiläum mit Verkauf am Samstag 2. Mai (8 bis 18 Uhr) und am Sonntag, 3. Mai (9 bis 16 Uhr) begehen.

Bis Anfang der 1970er Jahre gab es allein in Steckenborn drei selbstständige Lebensmittelgeschäfte in Familienbesitz. Was man heute als Nahversorgung bezeichnet, funktionierte damals wie selbstverständlich in allen Eifeldörfern, ehe dann vor 30 Jahren das langsame Sterben der liebevoll bezeichneten „Tante Emma-Läden” begann und große Discounter den Preiskampf auf der grünen Wiese eröffneten.

Heute trauert mancher Dorfbewohner dem längst verschwundenen Laden an der Ecke nach, aber einige dieser Läden haben die Zeit überdauert.

Anke Greuel und ihre Frischmarkt gehören dazu. Als man vor zehn Jahren das Geschäft, damals unter der Handelsmarke Spar, eröffnete, war die Begeisterung groß, erinnert sich Anke Greuel. „Wir waren ja fast ein kleiner Discounter.”

Doch die Entwicklung wurde dann in den Jahren 2005/06 von gleich drei Faktoren gestoppt. Die Handelsmarke Spar verschwand vom Markt, in Steckenborn wurde die Ortskanalisation verlegt, was den Durchgangsverkehr teilweise vom Laden abschnitt, und schließlich war es auch die einige Jahre zuvor erfolgte Einführung des Euro, die der Geschäftsbilanz nicht gut tat.

Plötzlich leere Regale

„Plötzlich waren die Regale leer”, erinnert sich Anke Greuel, „und wir mussten darum kämpfen, einen neuen Grossisten zu finden.”

Ein nicht allgemein bekanntes Problem vieler kleiner Läden ist nämlich, dass Großlieferanten erst ab einer bestimmten Verkaufsfläche überhaupt bereit sind, Ware anzuliefern.

Seitdem aus dem Steckenborner Lebensmittelgeschäft ein Frischmarkt geworden ist, gibt es wieder einen leichten Aufwärtstrend, doch von den einst 200 Kunden sind noch rund 140 übrig geblieben. Schließlich schlossen auch noch zwei von Jugendlichen immer gut frequentierte Ferienheime im Ort ihre Pforten.

Dass kleine Geschäfte nicht mit den flächendeckenden Discounter-Ketten in den Gewerbegebieten konkurrieren können, bedarf keiner Frage, „aber wenn die Leute, die Waren, die sie beim Einkauf in Simmerath vergessen haben, bei uns kaufen, können wir überleben”, rechnet Anke Greuel vor, oder anders ausgedrückt: „Es würde genügen, wenn jeder Steckenborner bei uns täglich einen Euro ausgibt.”

Dass kleine Geschäfte durchaus eine lohnende Alternative sind und bei vielen Bürgern wieder langsam ins Bewusstsein zurückkehren, haben zuletzt auch Laden-Neueröffnungen in Rollesbroich, Konzen und Rott unterstrichen.

„Ich davon überzeugt, dass auch unser Laden Zukunft hat”, unterstreicht Anke Greuel. Zum Jubiläum wünscht sich sie sich, „das alle, die damals bei der Eröffnung dabei waren, noch einmal wiederkommen.”
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