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Klarheit für Eltern wohl erst im Sommer

Von: hes
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Groß war das Interesse der Eltern, als die Stadt Monschau am Dienstagabend im Imgenbroicher Pfarrheim über die geplante Neuordnung der Grundschulen informierte. Die Diskussionsbeiträge werde man in die Uberlegungen mit einfließen lassen, versprach die Verwaltung. Foto: H. Schepp

Imgenbroich. Informiert ja, beruhigt nein. So dürften am Dienstagabend die meisten Besucher des zweiten Infoabends zur Neuordnung der Monschauer Grundschulen den Heimweg angetreten haben.

Denn mehr noch als die Frage, welche Schule aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen künftig mit welcher zusammenarbeiten wird, interessiert viele Eltern im Stadtteil Imgenbroich, nach welchem pädagogischen Konzept ihre Kinder künftig im Primarbereich unterrichtet werden.

Zwei kommissarische Leiter

Diese Frage aber musste am Dienstag offen bleiben, „denn dies ist letztlich Entscheidung der neuen Schulleitung”, bat Bürgermeisterin Margareta Ritter um Verständnis, als Vertreterin des Schulträgers zu Bildungsinhalten keine Aussagen machen zu können.

An der Grundschule Imgenbroich wie auch im benachbarten Konzen ist die Schulleiterstelle zurzeit vakant, und so hatten mit Jens Neumann (Imgenbroich) und Marion Wernerus (Konzen) die kommissarischen Schulleiter auf dem Podium neben der Bürgermeisterin sowie Hermann Mertens von der Stabsstelle und Andrea Compes vom Schulamt der Stadt Monschau Platz genommen.

Die Verwaltung erläuterte zunächst, dass die Stadt aufgrund stark rückläufiger Geburten- und somit Schulanmeldezahlen zum Handeln gezwungen sei und deshalb frühzeitig Überlegungen anstelle, wie auch in Zukunft eine Beschulung an allen fünf bisherigen Schulstandorten zu bewerkstelligen sei. „Denn dies hat für uns Priorität; die Schließung eines Standortes soll verhindert werden”, gab Andrea Compes die von der Politik einmütig beschlossene Marschrichtung wider.

Die Zahlen freilich sind alarmierend: 168 Kinder wurden beispielsweise für das Einschulungsjahr 2001 im Stadtgebiet Monschau für die fünf Schulen angemeldet - im Jahr 2013 werden es nach jetzigem Stand nur noch 80, also weniger als die Hälfte sein.

Die aktuelle Überlegung von Politik und Verwaltung: Statt einen oder zwei Standorte ganz aufzugeben, werden zwei kleinere Schulen an die benachbarte größere angeschlossen. „Über ÈkleinÇ und ÈgroßÇ entscheiden dabei die aktuellen absoluten Schülerzahlen”, erläuterte Margareta Ritter, warum Kalterherberg der Grundschule Mützenich und Imgenbroich der Grundschule Konzen zugeordnet werden soll. Nur Höfen bliebe danach wie bisher eigenständig.

Neuß: Imgenbroich zentraler

Für Imgenbroichs Ortsvorsteher Bernd Neuß liegt der Fall, welche Schule der benachbarten untergeordnet wird, nicht so klar: „Auch wenn Konzen jetzt noch mehr Schüler hat - die Tendenz zeigt, dass schon in drei Jahren Imgenbroich mehr Grundschüler haben wird als Konzen. Abgesehen davon liegt die Grundschule Imgenbroich zentraler als Konzen”, stellte Neuß fest und fügte hinzu: „Da kann man mir jetzt Kirchturmsdenken vorwerfen. Aber damit kann ich leben, und das sind nunmal die Fakten.”

Für Micha Kreitz, Konzener CDU-Vertreter im Monschauer Schulausschuss, ist die Frage, welche Schule nun welcher untergeordnet werden wird, nicht so entscheidend: „Schließlich werden alle Kinder im Laufe der vier Grundschuljahre mit dem Bus fahren müssen; wenn nicht im ersten und zweiten dann eben im dritten und vierten Schuljahr”, erinnerte Kreitz.

Brigitte Olschewski, für die SPD im gleichen Ausschuss, sorgt sich dennoch um die untergeordnete Schule: „Ich habe doch die Befürchtung, dass man dann weniger Elan in den Standort Imgenbroich steckt, was die Ausstattung angeht. Das hatten wir ja alles schon mal”, erinnerte sich die Imgenbroicher Ratsfrau an ihre Schulzeit, als die mit Konzen vereinte Grundschule Imgenbroich „auch vernachlässigt” worden sei.

Welche Kinder künftig wo im Klassenzimmer sitzen, hat für viele Eltern, dies zeigte die angeregte Diskussion, aber weniger Bedeutung als die Frage nach dem pädagogischen Konzept. „Es gibt natürlich Unterschiede in den Konzepten der Schulen in Imgenbroich und Konzen. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten”, erklärten Jens Neumann und Marion Wernerus.

Die beiden Schulen hatten sich bereits kurzgeschlossen, bevor von höherer Stelle der Auftrag zur Neuordnung der Grundschullandschaft kam. Wie das künftig gemeinsame Konzept aussehen werde, obliege natürlich der neuen Schulleitung, „aber wer auch immer dann das Sagen über die beiden Grundschulen haben wird - er oder sie wird sich nicht einfach über unsere bisherigen Überlegungen hinwegsetzen”, beruhigte Jens Neumann die besorgten Eltern.

Ausschreibung im März

Ausgeschrieben wird die neue Schulleiterstelle übrigens erst nach der Sitzung des Schulausschusses am 23. Februar, wo dann auch endgültig festgelegt werden muss, welche Schule zumindest in den nächsten Jahren mit welcher kooperieren wird. „Noch vor den Sommerferien”, kündigte Bürgermeisterin Ritter an, werde die Leiterstelle besetzt sein, und dann werden auch die Eltern Gelegenheit bekommen, die neue Schulleitung und ihre pädagogischen Auffassungen aus erster Hand kennenzulernen.

Das künftige Konzept muss dann aber nicht Hals über Kopf in den Sommerferien ausgearbeitet werden, denn - in diesem Punkt herrschte schon am Dienstag Klarheit bei allen Beteiligten - die Neuordnung wird nicht schon zum kommenden Schuljahr, sondern erst 2011/2012 greifen.
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