Lammersdorf - Klageandrohung schwebt über Baugebiet Hasselfuhr

Klageandrohung schwebt über Baugebiet Hasselfuhr

Von: P. St.
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Den Satzungsbeschluss über das neue Baugebiet Hasselfuhr in Lammersdorf hat der Gemeinderat Simmerath zwar jetzt in einer Sondersitzung gefasst, aber unanfechtbar ist der Bebauungsplan erst nach Ablauf einer einjährigen Frist. Im günstigsten Falle also könnte im Frühjahr 2019 die Erschließung starten. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, dann hätte bereits in diesem Frühjahr mit den Erschließungsarbeiten im neuen, zentral gelegenen Baugebiet Hasselfuhr in Lammersdorf begonnen werden können. Da sich dem damit verbundenen Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans aber einige Hürden in den Weg stellten, ist bereits jetzt eine Verzögerung von einem Jahr eingetreten.

Die angeblich 50 Bauwilligen, die sich für das fünf Hektar große Plangebiet mit seinen 60 Parzellen interessieren, müssen sich also noch in Geduld üben.

Der Simmerather Gemeinderat vollzog im Rahmen einer Sondersitzung unterdessen den nächsten Schritt, um das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans, verbunden mit der Aufstellung des Bebauungsplans 183 per Satzungsbeschluss dem Abschluss näherzubringen.

In einem Jahr „unanfechtbar“

Die Fraktionen kommentierten noch einmal in aller Kürze die intensiv geführte Diskussion, ehe einstimmig der Satzungsbeschluss gefasst wurde. Die Verwaltung bereitet nun zeitnah die Schlussbekanntmachung vor.

Es bleibt aber ein Restrisiko, das über dem Verfahren schwebt. Ab dem Zeitpunkt der Schlussbekanntmachung, die Ende April erfolgen soll, muss noch eine Frist vom einem Jahr verstreichen, ehe der Bebauungsplan Hasselfuhr als „unanfechtbar“ gilt, erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zum weiteren zeitlichen Ablauf des Verfahrens. Sollte es im Laufe dieser Jahresfrist zu weiteren Einwendungen kommen, die einer juristischen Klärung bedürften, „dann kann sich das Verfahren noch um Jahre verzögern“, sagte er. Die Gemeinde Simmerath, ergänzte er, habe ein „hohes Interesse“ daran, dass die Entwicklung des Baugebietes zeitnah erfolge.

Einige Wochen zuvor hatte sich der Planungsausschuss bereits nach Abschluss des Offenlageverfahrens mit den zahlreich eingegangenen Bedenken und Anregungen befasst. Die Verwaltung hatte die Einwendungen abgewogen, und der Ausschuss war in Einzelbeschlüssen den Abwägungsvorschlägen gefolgt.

In der Zwischenzeit, berichtete der Bürgermeister, habe es weitere Gespräche mit Bürgern gegeben, die bei der Offenlage Einwände eingebracht hätten. In Kürze sei auch noch ein Gespräch mit den Karnevalsfreunden geplant. Die Karnevalsfreunde Lammersdorf hatten in ihrer Eingabe Befürchtungen geäußert, dass das heranrückende neue Wohngebiet zu Einschränkungen bei Veranstaltungen auf dem Festzeltplatz (Dorfplatz) führen könnte.

Die Gespräche mit der Verwaltung, an denen auch Beigeordneter Bennet Gielen und Bauamtsleiter Jürgen Förster teilnahmen, bezeichnete der Bürgermeister als „insgesamt positiv“, ergänzte aber: „Die Gespräche waren bestimmt nicht einfach, aber sie haben sich gelohnt“. Im Mittelpunkt habe der informelle Austausch gestanden. Zumindest in einem Falle aber, schränkte Hermanns ein, müsse man feststellen, dass „eine Klageandrohung beim Oberverwaltungsgericht Münster noch im Raume steht“. Bis zur Schlussbekanntmachung des Bebauungsplanes wolle man aber die Gelegenheit zu weiteren Gesprächen nutzen.

CDU-Fraktionssprecher Christoph Poschen sprach von einem Projekt von herausragender Bedeutung für Lammersdorf, und Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein sah die letzten Schritte in einem aufwendigen Verfahren und erinnerte auch noch einmal daran, dass der Kreisverkehr Kirchstraße/Im Pohl als Erschließungsvariante für das Baugebiet „politisch gewollt“ sei. Klaus Stockschlaeder (Grüne) wünschte dem Bürgermeister eine „glückliche Hand“ bei den weiteren Gesprächen, Benjamin Steinborn (FDP) hätte lieber einen reibungsloseren Verfahrensablauf gesehen, und Reinhold Köller (UWG) hofft, dass man mit „Kommunikation die Kuh vom Eis bringt“ und die Einwender dazu bringe, langfristig die Vor- und Nachteile der Baugebietserschließung abzuwägen.

 

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