Kirchturm und Glocken sollen bleiben

Von: Günther Sander
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Die Pfarrkirche St. Antonius o
Die Pfarrkirche St. Antonius ohne Kirchturm? Nicht auszudenken. Eine teure Sanierung bringt die Rettung vor dem Abriss. Foto: Günther Sander

Rott. Heiliger Antonius, der Schreck hat gesessen! Vertrauen ist zwar gut, aber Kontrolle bekanntlich besser. So geschehen im Falle der Pfarrkirche in Rott, wo nach einer routinemäßigen Kontrolle erhebliche Mängel am Kirchturm zutage kamen.

„Das sieht in der Tat nicht gut aus”, berichtet Martina Palm-Römer, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Akute Gefahr sei derzeit zwar nicht gegeben, doch um eine Sanierung komme man nicht herum. Wer wisse schon, wie es in drei oder fünf Jahren aussehen werde, wenn die Schäden noch größere Formen angenommen hätten.

Schreck Nummer zwei: Die erforderliche Sanierungsmaßnahme schlägt mit etwa 150.000 Euro zu Buche, hat ein Kostenüberschlag ergeben. Schreck Nummer drei: 60.000 Euro gilt es in Eigenleistung zu erbringen. Das sei schon ein dicker Batzen, weiß Martina Palm-Römer. Zumal vor einem Jahr erst umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen worden seien (Innenanstrich, Beleuchtung, Holzboden, Hydrophobierung der Außenmauern, Dachanschluss und Dachrinne). „Natürlich war diese Maßnahme nicht so teuer wie die nun anstehende”, sagt Palm-Römer.

Sanierung oder Abriss?

Sanierung oder Abriss? Das war sogar in Gesprächen des Kirchenvorstandes mit Fachleuten die Frage. Letzteres wurde jedoch rasch verworfen, denn ein Gotteshaus ohne Kirchturm, womöglich auch ohne Glocken und deren vertrauten Klang, ist in Rott unvorstellbar. „Das Ganze wäre nicht einmal billiger gekommen”, so Martina Palm-Römer. Natürlich hätten alle auch an die Veränderung des Ortsbildes gedacht. Und dazu gehöre einfach die Pfarrkirche St. Antonius - mit Kirchturm!

Was aber passiert im kommenden Jahr, denn das Bistum Aachen hat die Schließung weiterer kirchlicher Gebäude im Visier. Bekanntlich gab es in zahlreichen Städten und Gemeinden nicht nur Zusammenlegungen mehrerer Pfarrgemeinden, es wurden auch Gotteshäuser geschlossen, verkauft oder einer anderen Nutzung zugeführt. Was in Rott vorgesehen sei, wisse noch niemand. Die Hoffnung auf den Erhalt sterbe zuletzt.

Jetzt gelte es, erst einmal die Sanierung in Angriff zu nehmen. Der Kirchturm sei marode und stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Durchdringende Nässe habe dazu geführt, dass im Turminneren das Holz erheblich angegriffen und Pilzbefall nicht zu übersehen seien. Martina Palm-Römer und ihr Team vom Kirchenvorstand sind nicht zu beneiden.

Derzeit laufen die Ausschreibungen, danach wolle man direkt loslegen. Zwischen Juli und September werde sich etwas tun - innen und außen. Der Turm erhalte eine Gerüstverkleidung, die Bauzeit soll sechs bis acht Wochen betragen. „Dann sind wir über den Berg und die Glocken können wieder freudig ertönen”, hieß es.

Martina Palm-Römer schneidet noch einmal die finanzielle Seite an. 60 Prozent der Maßnahme wird bezuschusst, das Generalvikariat in Aachen hat grünes Licht gegeben. Das vorhandene Eigenkapital werde aber längst nicht reichen. „Wir hoffen, wohlwollende Spender finden zu können”, sagt sie zuversichtlich. Wer spenden möchte, kann Einzelheiten bei den Mitgliedern des Kirchenvorstandes, des Pfarrgemeinderates und bei Pfarrer Hans-Georg Schornstein erfahren.
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