Schmidt - Kirchenvorstand: Streit in Schmidt spitzt sich weiter zu

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Kirchenvorstand: Streit in Schmidt spitzt sich weiter zu

Von: Peter Stollenwerk
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Im Blickpunkt - auch über die Eifel hinaus: Die Pfarrgemeinde St. Hubertus Schmidt. Foto: Peter Stollenwerk

Schmidt. Der Streit zwischen dem Kirchenvorstand der Pfarre St. Hubertus Schmidt und dem Bistum Aachen spitzt sich weiter zu. Von einer „Rolle rückwärts ins Mittelalter” hatten die acht ihres Amtes enthobenen Kirchenvorsteher der Pfarre gesprochen. Auch sei ihre Absetzung und die vom Bistum beschlossene Einsetzung eines Vermögensverwalters rechtswidrig.

„Wir sollten in dieser Situation wieder ein Stück Sachlichkeit in die Diskussion bringen”, wies Rolf-Peter Cremer vom Bischöflichen Generalvikariat jetzt die Kritik der Schmidter zurück. Weder gebe es „Überlegungen auf Seiten des Bischofs, Pfarren im ländlichen Raum zu fusionieren”, noch habe das Generalvikariat die acht Kirchenvorsteher mundtot machen wollen, sagte der Vertreter des Generalvikars.

Nicht der gesamte Kirchenvorstand sei aufgelöst worden, wie die Schmidter den diesbezüglichen Paragraphen des Vermögensveraltungsgesetzes zitieren, sondern acht einzelne Mitglieder, weil diese Interna preisgegeben hätten. „Hätte jemand die entsprechende Publikation nicht unterschrieben, wäre er noch im Amt”, sagte Cremer. Das Generalvikariat habe rechtlich keine andere Möglichkeit gehabt. Der Verwalter sei eingesetzt worden, um die Amtsgeschäfte geregelt fortzuführen.

„Ein Kirchenvorstand ist kein Gremium wie ein Gemeindeparlament. Es tagt niemals öffentlich, daraus resultiert die Verschwiegenheitspflicht”, sagte Karl Dyckmans, der Justitiar des Bistums. Die Amtsenthebung sei eine rein formale Sache. „Die inhaltlichen Fragen sind weiterhin offen”, betonte Rolf-Peter Cremer.

Er kündigte eine Abschlussprüfung des Falles und der Vorwürfe der ehemaligen Kirchenvorsteher an. Auch Pfarrer Heinz-Josef Biste habe um Revision gebeten. Cremer betont jedoch, dass Hinweise auf eine schwierige Zusammenarbeit im Kirchenvorstand bisher offiziell nur vom Pfarrer gekommen seien.

„Die Kirchenvorsteher fehlten beispielsweise bei der Visitation des Weihbischofs und bei einem Klärungsgespräch im Sommer”, sagt Cremer. Diese Möglichkeiten, Probleme anzusprechen, seien nicht genutzt worden.

„Es geht um juristische Spitzfindigkeiten”, hat auch Ex-Kirchenvorstandsmitglied Bert van Londen erkannt und bezeichnet die Argumentation des Bistums als „abenteuerlich”. Der ehemalige Kirchenvorstand hält dem Bistum in einem Statement das Vermögensverwaltungsgesetz entgegen, worin es heißt, dass die Mitglieder des Kirchenvorstandes z.B. wegen grober Pflichtwidrigkeit entlassen werden könnten. So komme selbstverständlich eine zeitgleiche Entlassung aller gewählten Mitglieder einer Auflösung gleich mit der Folge, dass eine sofortige Neuwahl anzuordnen sei.

Auch zur beabsichtigten Einsetzung eines Verwalters wird das Vermögensverwaltungsgesetz zitiert, wonach ein Verwalter nur dann einzusetzen sei, wenn „überhaupt keine Wahl der Kirchenvorstandsmitglieder zu Stande kommt oder der nach Auflösung neu gewählte Kirchenvorstand wieder aufgelöst werden muss.” Beide Voraussetzungen aber lägen erkennbar nicht vor, heißt es weiter.

Knapp 700 Unterschriften für den Ex-Kirchenvorstand

Die acht ihres Amtes enthobenen Kirchenvorstandsmitglieder der Pfarre St. Hubertus Schmidt erfahren im Ort große Solidarität. Eine von Gemeindemitgliedern gestartete Unterschriftenaktion wendet sich gegen die Aktion des Bistums Aachen. Innerhalb von vier Tagen haben sich exakt 683 Schmidter Bürger in die Listen eingetragen.

Ein „enormes Echo” findet der keine Konfrontation scheuende Kirchenvorstand aus Schmidt auch weiter über die Region hinaus. Aus ganz Deutschland, berichtet Ex-Mitglied Bert van Londen habe man Reaktionen erhalte, „die uns Mut machen und uns in unserem Handeln bestärken. Das freut uns, selbst wenn es wohl am Ende alles nichts nützt.”
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