Kindertagesstätte: Politik traut der Städteregion nicht

Von: Ernst Schneiders
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Die Baustelle der  AWO-Kindert
Die Baustelle der AWO-Kindertagesstätte schreitet zügig voran. Einige Politiker trauen dem Braten allerdings nicht. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Der Bau der neuen AWO-Kindertagesstätte nahe der Hauptstraße in Roetgen sorgt immer wieder für Diskussionen und bisweilen sogar für Zoff. Die Notwendigkeit ist politisch unumstritten.

Was manchem Kommunalpolitiker in der Vergangenheit allerdings sauer aufgestoßen ist, ist der Standort. Der ehemalige Bauhof der Gemeinde gilt bei weitem nicht als das Nonplusultra. Etliche Politiker finden sich denn auch nur mit Bauchgrimmen mit dieser Lokalität ab. Dazu trägt auch die unmittelbare Nähe zur Privatschule Conventz bei. Dorthin werden morgens viele Schüler mit dem Auto gebracht und später dort wieder abgeholt. Die Straße ist nicht sonderlich breit, ein Kindergarten an diesem verkehrsreichen Punkt wird als nicht glücklich angesehen.

Bereits bei der Standortsuche gab es politisches Getöse, denn kurz vor der Kommunalwahl schüttelten Helmut Etschenberg, CDU-Kandidat für das Amt des Städteregionsrates, und Manfred Eis, SPD-Bürgermeister, der sich zur Wiederwahl stellte, diesen Standort aus dem Ärmel. Beide Politiker sammelten damit kurz vor dem Wahltag noch einige Sonderpunkte. Die politische Konkurrenz in Roetgen protestierte vehement, vor allem gegen den Bürgermeister, aber erfolglos.

Im Bauausschuss verlor in der Folgezeit besonders CDU-Ratsherr Wolfgang Schruff einige Male die Contenance, wenn es um den kontaminierten Boden auf dem künftigen Kindergartengelände ging. Doch nicht nur der Christdemokrat war in großer Sorge, dass dort möglicherweise die schädlichen Substanzen, die auf einem Bauhof nun mal ins Erdreich sickern können, nicht restlos beseitigt würden. Die Städteregion als Bauherrin sagte äußerst penible Arbeit zu.

Dennoch bleiben die Roetgener Politiker bis zum heutigen Tage in Hab-Acht-Stellung und trauen dem städteregionalen Braten nicht. Bereits im jüngsten Bauausschuss bat CDU-Mann Schruff die Gemeindeverwaltung, bei der Städteregion einen Entsorgungsnachweis für das kontaminierte Erdreich zu besorgen.

Im Haupt-und Finanzausschusswar es die UWG-Fraktion, die leise Zweifel äußerte, ob denn wohl die von der Städteregion zugesagten zusätzlichen Bodenproben auch entnommen worden seien. Viel Erdreich sei inzwischen weggekarrt und die Baustelle schreite ungewöhnlich zügig voran, so UWG-Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau. Es müsse sichergestellt sein, dass weitere Bodenproben auch in hinreichender Menge und hinreichender Tiefe gezogen würden. Sonst fahre irgendwann der Betonmischer vor, kippe alles zu und nichts sei mehr nachprüfbar.

Leicht pickiert reagierte Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung. Wer denn auf so eine Idee komme, dass die Städteregion sich nicht an Zusagen halten oder irgendetwas vergesse, fragte er eher rhetorisch zurück.

Die Bodenproben seien, wie verabredet, gezogen und ausgewertet worden. Der Gutachter werde, so Funken weiter, aller Voraussicht nach in den nächsten Tagen „liefern”. Die Expertise werde der Gemeinde Roetgen zugestellt und dann mit großer Wahrscheinlichkeit im Bauausschuss öffentlich zur Sprache kommen.
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