Monschau - Kinderkonzert mit Elefantentanz bei „Karneval der Tiere“

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Kinderkonzert mit Elefantentanz bei „Karneval der Tiere“

Von: js
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Mit der „zoologischen Fantasie“ von Camille Saint-Saëns bringen Florian Koltun und Jan Trost Kinder mit Klassischer Musik zusammen – zum Beispiel beim Elefantentanz. Foto: Josef Schreier

Monschau. Mit „Peter und der Wolf“ klappte es leider nicht am Samstag. Ob der „Karneval der Tiere“ doch nicht der richtige Ersatz oder ob das Wetter einfach zu schön war, so dass man sich lieber draußen ergötzte, der Zuspruch beim zweiten Kinderkonzert im Rahmen der Reihe „Montjoie Musicale“ war jedenfalls deutlich geringer als gewohnt.

Das tat aber dem Spaß und der Freude der anwesenden Kinder und Erwachsenen keinerlei Abbruch, als Florian Koltun am Klavier und Jan Trost am Cello den bunten Reigen der Tiere begannen, die sich in die spannende und anregende Musik verkleideten, die Camille Saint-Saëns geschrieben hatte.

Ursprünglich ein Spaß

Freilich war dieses Stück wohl ursprünglich gar nicht unbedingt für Kinder gedacht. Es war eher ein beiläufig produzierter, nicht ganz ernst gemeinter Spaß für besondere Musikliebhaber, die auch die Vielzahl von Anspielungen und musikalischen Karikaturen zu würdigen wüssten, die Saint-Saëns in den 14 Sätzen dieser seiner „zoologischen Fantasie“ verpackt hatte.

So etwa, wenn er den schwerfälligen Tanz der Schildkröten mit einer Melodie versetzte, die sich Jacques Offenbach für einen temperamentvollen Can-Can in seiner Operette „Orpheus in der Unterwelt“ ausgedacht hatte und die natürlich von den Schildkröten nur in mehrfach verlangsamtem Tempo wiederzugeben war. Verständlich, dass Florian Koltun als Moderator des Nachmittags auf all solche musikalischen Hintergründe verzichtete und dem jungen Publikum nur den reinen Spaß der musikalischen Tierwelt vermittelte. Was auch wunderbar gelang.

Beim Tanz der Elefanten (mit Anspielungen auf Berlioz und Mendelssohn) tanzten die Kinder auch gleich mit. Beim Mitzählen der Kuckucksrufe (vom Cello besonders ausdrucksvoll angestimmt) war man sich am Schluss dann doch nicht ganz einig darüber, wie viele es waren; man verständigte sich schließlich auf die Angabe „zwischen 21 und 23“.

Ganz in seinem Element war das Cello beim wohl berühmtesten Stück des Zyklus, dem „Schwan“. Hier konnte Jan Trost all den Wohlklang seines Instruments zum Einsatz bringen, den der Komponist sich wohl gewünscht hatte. Immerhin war dieses Stück das einzige aus dem gesamten Zyklus, zu dem sich Saint-Saëns zu Lebzeiten bekannte. Der Rest war ihm, dem „seriösen“ Komponisten, offenbar tatsächlich etwas suspekt.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Werk von Saint-Saëns ursprünglich für ein Kammerensemble geschrieben wurde. Die Bearbeitung mutete dem Pianisten das Meiste zu. Man darf sagen, dass Pianist wie Cellist ihre Sache bravourös gemacht haben. Dass dem teilweise sehr jungen Publikum auf diese Art die klassische Musik nahegebracht wird, kann nicht hoch genug geschätzt werden.

 

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