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Kinder- und Jugendtag: Feuerwaffeln, Läuse und Pferdestärken

Von: nap
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Da staunten die erkundungsfreu
Da staunten die erkundungsfreudigen Jungs und Mädels auf dem vierten Kinder- und Jugendtag des Heimatvereins Konzen am Samstagnachmittag nicht schlecht, als sie auf ihrer Entdeckungstour durch das Hohe Venn zwei eifrig arbeitende Kaltblüter trafen. Foto: Nadine Palm

Konzen. „Rückepferde, Matsch und Feuerwaffeln” - so lautete das Motto des vierten Kinder- und Jugendtages des Heimatvereins Konzen am Samstagnachmittag.

Etwa 30 neugierige Natur- und Wanderfreunde im Alter von fünf bis elf Jahren waren der Einladung gefolgt und begaben sich gemeinsam mit ihren drei Betreuerinnen Sabine Jacobs, Renate Huppertz und Marlene Kreitz auf große Entdeckungstour durch das Hohe Venn.

Förster schützt die Umwelt

Spannende Themen rund um Heimatgeschichte, Natur und Gegenwart erwarteten die neugierigen Kinder und Jugendlichen an diesem kurzweiligen Nachmittag. In diesem Jahr war es der Kinder- und Jugendabteilung des Heimatvereins Konzen gelungen, mit Alfred Jost, der bereits seit 32 Jahren Förster des belgischen Forstamtes Elsenborn ist, einen erfahrungsreichen Experten zu finden.

Gespannt lauschten ihm die 60 Kinderohren, als der leidenschaftliche Förster Wissenswertes über die heimatlichen Nadel- und Laubhölzer erzählte.

„Im Naturpark Nordeifel bin ich auch für den Umweltschutz zuständig”, brachte Alfred Jost den jungen Naturfreunden seine Aufgabenbereiche als Förster näher. Außerdem sei es momentan wichtig, wieder mehr Laubholz in den hiesigen Wälder anzusiedeln, da Laubbäume deutlich mehr Sauerstoff produzieren würden als Nadelbäume.

Als die Entdecker die von Förster Alfred Jost mitgebrachten Rinden verschiedener einheimischer Bäume auf Schäden untersuchen sollten, wurden sie schnell fündig. Da wurde die ein oder andere Blattlaus entdeckt und auch weitere Schädlinge konnten ausfindig gemacht werden. Ein mutiger Naturkundler beschloss sogleich, mehrere Blattläuse in seine Becherlupe einziehen zu lassen.

Dass diese Rindenschäden jedoch auch zu einem großen Teil durch Rotwild verursacht werden, darauf kamen nur die Wenigsten. „Die Rehe und Hirsche sind aber doch so süß”, hörte man einige Mädchen schwärmen, doch Alfred Jost gab schnell zu verstehen, dass es im Moment eine Überpopulation an Rotwild gebe.

Betreuerin Sabine Jacobs erklärte ihren Schützlingen, woher der „Allgemeine Vennweg”, der am Samstagnachmittag erkundet wurde, seinen Namen hat. Dabei gehe die Historie bis zu den Kelten zurück, die einmal das Gebiet, das die Kinder und Jugendliche an diesem Tag erkundeten, besiedelt hätten.

Außerdem konnten die Kinder erfahren, warum es das seltene Birkhuhn im Hohen Venn gibt. Dann ging es auf Fährräder weiter über den „Allgemeinen Vennweg”.

Für diejenigen, die sich lieber fahren lassen wollten, war Walter Huppertz mit seinem Traktor und Anhänger zur Stelle und der Andrang war so groß, dass gar nicht alle Kinder, die mitfahren wollten, auf dem Anhänger Platz fanden und einige „Faultiere” doch die sportliche Variante wählen mussten. An einem Haltepunkt der Tour trafen die Kinder und Jugendlichen auf drei Waldarbeiter. Der eine arbeitete mit sage und schreibe 540 Pferdestärken, wohingegen die anderen beiden mit jeweils einer Pferdestärke ihrem Kollegen in Nichts nachstanden.

Zwei treue Kaltblüter arbeiteten mit ihren beiden Schlepper eifrig im Wald des Hohen Venns und zogen einen Baumstamm nach dem anderen aus dem nur schwer zugänglichen Waldstück. Vor diesen weit über eine Tonne schweren Kolossen hatten nicht nur die jungen Naturkundler, sondern auch ihre drei Betreuerinnen großen Respekt, auch wenn die Schlepper ihre Tiere nur mit Hilfe von Lauten lenken und anhalten können. „Ich habe schon Angst, die sind ja so riesig und ich glaube, keiner möchte so schwere Pferde auf seinem Fuß stehen haben”, gab ein Mädchen zu, dass die stolzen tierischen Waldarbeiter auch angsteinflößend wirken.

Nach ein paar Minuten Akklimatisierungszeit war die Barriere jedoch gebrochen und jeder wollte die beiden Kaltblüter streicheln. Die ganz Mutigen wollten sich sogar auf die starken Pferde setzen, um die Aussicht von oben zu genießen.

111 Jahre alte Schmiede

Nach dieser spannenden Begegnung ging es zum zweiten Teil des Nachmittags in Peter Henns Vennschmiede. Ganz gespannt betraten die 30 Kinder und Jugendlichen die 111 Jahre alte Schmiede, die bereits in der vierten Generation Besitz der Familie Gillessen ist. „Woran kann man denn erkennen, dass die Schmiede aus dem Jahre 1900 stammt?”, wollte Betreuerin Sabine Jacobs von den Kindern und Jugendlichen wissen, doch die Antwort, dass die Steine alle unterschiedlich groß und daher handgeformt sind, war offenbar zu leicht für die schlauen Entdecker.

Peter Henn zeigte seinen Besuchern, dass das Schmieden gar nicht so einfach ist, da das Eisen verbrennt, wenn es zu heiß wird - und just als Peter Henn dies ausführlich erklärte, verbrannte das Eisen im 1300°C heißen Feuer. Mit funkelnden Augen schauten alle neugierig zu, als Peter Henn seine Arbeit mit Hammer und Amboss gekonnt verrichtete und Förster Alfred Jost einen Flaschenöffner schmiedete.

Nach diesem erlebnisreichen Nachmittag durften sich die Teilnehmer am Ende auf richtige „Feuerwaffeln” freuen, die Kunstschmied Peter Henn und Marlene Gillessen mit alten Waffeleisen, die im Feuer erhitzt wurden, zubereiteten.
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