Kevelaer-Bruderschaft setzt auf den Nachwuchs

Von: M. S.
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Mit einem 1000-Euro-Spendenscheck auf den Pilgerpfad gen Niederrhein: Simmeraths Sparkassenleiter Georg Schmidt überreicht Präfekt Christian Haas (von rechts) diesen stattlichen Betrag. Das Geldinstitut würdigt damit die Verdienste der Kevelaer-Bruderschaft um christliche Traditionen.

Simmerath. Mit einer sehenswerten und beträchtlichem Arbeitsaufwand konzipierten Ausstellung von Fotografien, Urkunden und Zeitdokumenten eröffnete die Simmerather Kevelaer-Bruderschaft am Donnerstagabend die Feierlichkeiten zu ihrem 200-jährigen Bestehen.

Ein reichhaltiges Jubiläumsprogramm der Vielfalt, Erinnerungen, aber auch mit dem berühmten „Blick nach vorn“ wird am 22. August mit der Finissage seinen krönenden Abschluss finden. In den Räumen der Sparkassenzentrale an der Hauptstraße hieß Präfekt Christian Haas zur Vernissage anerkennend „trotz tropischer Temperaturen eine stattliche Gästezahl an Simmerathern und auswärtigen Besuchern“ willkommen. Sie fanden – übersichtlich und betrachterfreundlich auf Stellwänden platziert – rund 330 authentische Exponate vor. Auf diesen Exponaten sind sowohl Simmerather Bürger wie auch Bürger der umliegenden Dörfer zu sehen.

Wertvolles Kapitel

Diese Phalanx beredter Zeitzeugen, überwiegend in schwarz-weiß auf Papier gebannt, bekundet Entwicklung, Aktivitäten und Geschehen der Simmerather Prozession in den niederrheinischen Ort Kevelaer. Als offizielles Gründungsjahr der Bruderschaft gilt 1813. Mit dieser akribisch vorbereiteten Retrospektive wurde ein wertvolles Kapitel Nordeifeler Wallfahrtsgeschichte für die Betrachter der Bilder lebendig und transparent. Nicht weniger als 30 Bürger der Gemeinde Simmerath, teilte Präfekt Haas mit, hätten mit bereitwilliger Überlassung von Leihgaben und Aufzeichnungen der Vereins-Chronisten rund um die Kevelaer-Pilgerei aus ihrem Privatbesitz die Ausstellung überhaupt erst ermöglicht.

Brudermeister Haas begrüßte unter den geladenen Gästen auch Pfarrer Leo Kerbusch, Simmeraths Ortsvorsteher Stefan Haas und den Ortskartellvorsitzenden Erwin Finken. Der Sprecher stellte mit Blick in die Annalen klar: „Anlass für den Bittgang zur Mutter Gottes am Niederrhein war die Hoffnung unserer Vorfahren, mit Buße, körperlicher Strapaze und Gebet von damals grassierenden, verheerenden Seuchen geheilt zu werden oder verschont zu bleiben.“

Lückenloser Querschnitt

Urkundlich gesichert sei, „dass die Bittgänge nach Kevelaer schon lange vor 1813 begannen, aber nun halten wir uns an das einmal offiziell festgelegte Datum unseres Stiftungsfestes“. Die derzeitige Sammlung historischer Momentaufnahmen umfasst einen lückenlosen Querschnitt der Jahre 1888 bis heute.

Haas freute sich im Übrigen sichtlich darüber, „dass wir auch am heutigen Abend den andauernden positiven Trend zum Mitgliederzuwachs feststellen und spontan vier Neuaufnahmen registrieren, nun haben wir 112 Mitglieder“. Der Vereinsvorsitzende dankte zugleich dem Hausherrn des Abends, Georg Schmidt, und dessen Mitarbeiter/innen „für die großzügige Überlassung der Sparkassen-Kundenhalle, auf deren Stellwänden die Ausstellungsstücke recht plastisch zur Geltung kommen“.

Als Sparkassenleiter Schmidt ein Schmuckblatt der Bruderschaft entgegennahm, revanchierte er sich mit einem Spendenscheck über die Summe von tausend Euro. Das Motto: „Wer pilgert, muss bei Kräften bleiben!“ Zudem, versicherte der Sprecher des Geldinstituts, sei es ihm und seiner Mannschaft eine „gern erfüllte öffentliche Aufgabe, zu einem solch würdigen Anlass unser Institut zur Verfügung zu stellen, ein 200-jähriges Vereinsbestehen habe ich noch nie erlebt“.

Zentrale zieht um

Schmidt blickte voraus: „Wir bauen unsere Zentrale gerade um und teilweise ab. Ab dem 26. August befindet sich unser zentraler Firmensitz an der Robert-Koch-Straße!“

Auch für Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bedeutete das „vierfache Goldjubiläum“ eine Premiere: „Darum ist es mir eine besondere Ehre, zu diesem denkwürdigen Anlass hier zu sein!“ Der Bürgermeister bezeugte der Kevelaer-Bruderschaft „höchste Wertschätzung. Ihre Mitglieder kann man unterstützen bei der Umsetzung ihres Anliegens, christliche Traditionen zu wahren und lebendig zu erhalten. Das vielseitige Angebot im turnusgemäß aufgelegten Programm der Kevelaer-Wallfahrt soll unserer Nordeifeler Bevölkerung auch künftig uneingeschränkt unterbreitet werden“!

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