„Kette und Schuss”: Letzte Klappe in der Eifel gefallen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Detailgenau wurde die Ausstatt
Detailgenau wurde die Ausstattung für die jüngste Produktion der Filmwerkstatt Eifel ausgesucht: v.l.n.r. Jens Gottschalk, Reinhilde Hunds, verdeckt Marius Bougherf, Sophia Hardt, Eva Bäcker, Herr Urbanke. Foto: Filmwerkstatt Eifel

Nordeifel. In den ersten Julitagen fiel die letzte Klappe für den Kurzfilm „Kette und Schuss”, den die Filmwerkstatt-Eifel e.V. aus Roetgen nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Brigitte Glaser gedreht hat.

Auch wenn der Hauptschauplatz das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen war, so mussten doch noch fünf weitere Drehorte gesucht und ausgestattet werden, um den Film von 30 Minuten Länge zu realisieren. Galt es doch jeweils das richtige Ambiente für die Jahre 1943, 1955 und 2010 zu finden, denn in diesen Epochen spielt der Film.

Für die Mitglieder der Filmwerkstatt-Eifel, die hauptsächlich das technische Team stellten (Regie: Wolfgang Merz, Kamera: Klaus Krafft und Günter Moll, Ton: Michael Lauven und Marco Völl, Requisiten und Kostüme: Monika Merz, Regieassistenz: Isabelle Siegmund) war dieses Projekt eine große Herausforderung. Sie konnte nur dank der tätigen Hilfe vom Landschaftsverband Rheinland und seinen Mitarbeitern im Industriemuseum in Euskirchen sowie der großzügigen Unterstützung der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen, der Ford Werke, der Firma Manfred Adrian und vieler anderer gemeistert werden.

Für alle Beteiligten waren es intensive und auch interessante zehn Drehtage. Dafür sind Darstellerinnen und Darsteller aus Detmold, Geldern, Vaals, Aachen und natürlich Euskirchen angereist, selbstverständlich alle ohne dafür bezahlt zu werden.

„Großes Glück hatten wir mit unseren Darstellern,” freut sich Regisseur Wolfgang Merz aus Rott. Tristan Roeger (Leo als Junge), Alexander Hoffmann (Leo als Weber) und Jens Gottschalk (Leo als alter Mann), Thorsten Schumann (Stockert), Pierre Liput (französischer Zwangsarbeiter) und noch 25 andere haben ihre Rollen wunderbar ausgefüllt und geduldig die vielen Pausen und Wiederholungen mitgemacht.

Die Grundzüge der Geschichte sind schnell erzählt:
Leo, ein ehemaliger Weber, wird von seiner Enkelin zu einem Museumsbesuch gedrängt. Dabei geht es nicht um irgendein Museum sondern um die Tuchfabrik Müller, in der Leo als junger Mann gearbeitet hat. Widerwillig begleitet er sie und ihren französischen Freund dorthin, denn er ahnt, dass dieser Besuch schmerzhafte Erinnerungen wachrufen wird. Erinnerungen an seinen eigenen französischen Freund „Alain” aus Jugendtagen, einen Zwangsarbeiter im dritten Reich, und an dessen „Mörder”, der Jahre später als Kollege „Stockert” wieder auftaucht. All das wirft auch die unbeantwortete Frage nach seiner eigenen Schuld wieder auf.

Wie nun hat die Filmwerkstatt Eifel diesen Stoff umgesetzt? Am Sonntag, 9. September, findet die Premiere in Euskirchen im LVR Industriemuseum Tuchfabrik Müller statt. Zwei Wochen später, am Sonntag, 23. September 2012, stellt die Filmwerkstatt ihren Film in einer Matinee-Veranstaltung um 11 Uhr im Rathaus in Roetgen vor. Die Filmwerkstatt bietet zudem für Interessierte eine Kopie auf DVD oder Blu-Ray an; außerdem werden Sondervorstellungen angeboten. Kontakt unter 02471/4285 oder über die Web-Seite der Filmwerkstatt.

Mit „Kette und Schuss” legt die Filmwerkstatt Eifel ihr inzwischen drittes Werk vor. Den Auftakt bildete der „etwas andere Eifelkrimi” mit dem Titel „Schwarzes Requiem” nach dem Roman von Brigitte Commichau aus Roetgen. Die Dreharbeiten starteten im Jahr 2001 und dauerten drei Jahre.

Dann folgte der Streifen Monschaugeschichte(n). Ein etwas anderer Stadtrundgang sollte die schöne Eifel ins rechte Licht rücken, mit einem besonderen Fokus auf Geschichte und Gegenwart der Stadt Monschau.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert