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Kesternich: Ortsumgehung in „nachrangigen Bedarf” zurückgestuft

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Kesternich. Eine Ortsumgehung der B266 für Kesternich ist politisch gesehen vom Tisch, seitdem die Landesregierung die Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen neu aufgestellt hat.

Dabei wurde die Ortsumgehung Kesternich in den „nachrangigen Bedarf” zurückgestuft. Aus der Sicht der Landesregierung soll das Verfahren „ruhend gestellt” und damit abgeschlossen werden.

Aus der Sicht der Landesregierung soll das Verfahren „ruhend gestellt” und damit abgeschlossen werden. Mit dieser Regelung aber ist man bei der Gemeinde Simmerath nicht ganz glücklich, weil bereits eine Bürgerbeteiligung terminiert und die Festlegung der Trassenführung durch den Landesbetrieb Straßenbau kurz vor dem Abschluss stand.

Die planende Behörde hatte im November des vergangenen Jahres die Planunterlagen bereits nebst Umweltverträglichkeitsstudie und Verkehrsgutachten der Gemeinde zugesandt. Zumindest den Verfahrensschritt des Linienbestimmungsverfahrens solle man noch zuende führen, meinte die Verwaltung und erhielt jetzt auch im Tiefbauausschuss Zustimmung für diese Auffassung.

Der Ausschuss beschloss bei seiner Sitzung am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme, dass die Gemeinde Simmerath in Gesprächen mit dem NRW-Verkehrsministerium darauf drängen soll, das Linienbestimmungsverfahren für eine Ortsumgehung weiterzuführen und die Einstufung aus dem nachrangigen Bedarf wieder zurückzunehmen. Zudem gelte es auch, das wieder gestiegene Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen.

Eine Ortsumgehung für Kesternich sei nach wie vor „sinnvoll und notwendig”, unterstrich Sascha Schlepütz (CDU). Daher sei es auch sinnvoll, eine Darstellung der Trassenführung als Diskussionsgrundlage zu präsentieren. Mit der Rückstufung sei dieser die Grundlage genommen worden.

Nach wie vor bedürfe es einer Ortsumgehung für Kesternich, meinte auch Marc Topp (SPD), der einen Sachstandsbericht über das Verfahren gewünscht hatte.

Reserviert betrachtete Günter Mießen (Grüne) die erneuten Aktivitäten. „Das wäre zugleich der Start für eine neue Diskussionsrunde.” Dann rede man in fünf bis zehn Jahren noch immer über eine Umgehung, „die nie kommen wird.” Außerdem blockiere man alternative innerörtliche Lösungen für eine Verkehrsführung.

Bruno Löhrer (CDU) betrachtete es als nicht angebracht, dass die Landesregierung ein Verfahren abrupt abbreche, und auch Ulrich Offermann, der Kesternicher Ortsvorsteher witterte noch Chancen: „Wir sollten beim Thema Ortsumgehung die Flinte noch nicht ins Korn werfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.”

Die Notwendigkeit einer Ortsumgehung Kesternich erhielt auch neue Nahrung durch die aktuellen Zählungen des Landesbetriebs Straßenbau aus dem Jahr 2010, die der Simmerather Verwaltung Anfang Februar 2012 vorgelegt wurden. Demnach wurde ein durchschnittliches Aufkommen des Kfz-Verkehrs im 24-Stunden-Durchschnitt von 8074 Fahrzeugen ermittelt (darunter ein Anteil von 5,3 Prozent Schwerlastverkehr).

Im Jahr 2005 wurden an der gleichen Stelle (untere Bundesstraße) 7333 Fahrzeuge (4,2 Prozent Schwerlastanteil) gezählt. Dies bedeutet innerhalb von fünf Jahren eine Zunahme des Kfz-Verkehrs um zehn und eine Zunahme des Schwerlastverkehrs um 40 Prozent.

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