Nordeifel - Keineswegs immer erzkatholisch gewesen

Keineswegs immer erzkatholisch gewesen

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Zum Abschluss  des Kurses gab
Zum Abschluss des Kurses gab es eine Stadtführung in Monschauer unter Leitung von Ottmar Gillesssen sowie Urkunden für die Absolventen des VHS-Kurses, die sie als „Kenner des Monschauer Landes” ausweisen.

Nordeifel. Die Volkshochschule Südkreis Aachen hatte wieder den Kurs „Geschichte des Kreises Monschau von der Antike bis zur Gegenwart” angeboten, zu dem sich wieder viele Teilnehmer gemeldet hatten.

Die Hörerschaft war sehr weit gefächert, neben alteingesessenen „Monschäuern” saßen Nordeifeler Neubürger aus ganz Deutschland auf der Schulbank.

Die Interessenten an der Heimatgeschichte hatten seit März dieses Jahres in den Räumen der Hauptschule in Simmerath die Schulbank gedrückt und konnten jetzt ihr Zeugnis aus der Hand der VHS Leiterin Hubertine Peters und dem Kursleiter Berthold Thoma aus Kalterherberg entgegen nehmen.

In dieser sehr individuell gestalteten Urkunde wird den Absolventen die erworbene Kompetenz „Freund und Kenner des Kreises Monschau” zuerkannt.

Bei den Kelten begonnen

Der Lehrgang gliederte sich in die Abschnitte: Die Kelten, und Römer, Merowinger, Franken, Limburger, und Schönforster, das Kloster Reichenstein 1050 - 2010, die Entstehung der Dörfer, das Herzogtum Jülich, kirchliches Leben, Tuchindustrie, Französische Besatzung und napoleonische Zeit, Die Preußen kommen, 1900- 1939, Der zweite Weltkrieg in der Region und 1945 bis zum Ende des Kreises.

Im Laufe des Kurses wurden die bestehenden, kulturellen Zusammenhänge innerhalb der hiesigen Bevölkerung und deren geschichtliche Ursachen aufgezeigt, wobei auch sehr viel Heiteres zu Tage kam.

Die gemeinsamen Wurzeln des Monschauer, Simmerather und Schmidt-Vossenacker Raumes bestehen im gesprochenen Dialekt heute noch fort. Sie gehen zurück auf die fränkische Landnahme im 5. Jahrhundert, als der fränkische Volksstamm der Ripuarier (Uferfranken) aus dem Rheintal, in unsere Gegend einfiel und am Hohen Venn halt machte. Etwa zur gleichen Zeit kamen von Süden die Moselfranken, von Westen die Wallonen und von Norden die Niederfranken bis zum Hohen Venn.

Tuche brachten Wohlstand

Auch wenn die landläufige Meinung vorherrscht, das Monschauer Land sei immer erzkatholisch gewesen, zeigte ein genauer Blick in die Geschichte, dass es die hiesigen und eingewanderten evangelischen Familien waren, die den ersten Wohlstand in die Region brachten. Das waren neben den Tuchfabrikanten in Imgenbroich und Monschau auch die Hüttenbetreiber um Zweifall und Simonskall.

Beispielsweise hat der spätere Dortmunder Stahlriese Hoesch seine erste Metallhütte in Simonskall betrieben.

Von 1777 bis zum Franzoseneinfall 1793 gehörte der spätere Kreis Monschau zum Kurfürstentum Bayern. Für die westrheinischen Verluste an Frankreich wurde Bayern 1803 von Napoleon sehr großzügig abgefunden und 1806 zum Königreich erhoben.

Paul Bremen aus Strauch steuerte den Originaltext der Öcher Marseillaise bei, in dem die Aachener Bevölkerung auf Öcher Platt und mit Wörtern die dem französischen Originaltext sehr ähnlich waren bei offiziellen Anlässen für die Franzosen scheinbar ein Loblied auf Napoleon sangen. Bei genauem Hinsehen reihte der Öcher Text ein Schimpfwort nach dem anderen auf die französische Besatzungsmacht ein.

Der Kreis Monschau existiert zwar seit der kommunalen Neugliederung 1972 nicht mehr als politische Gliederung, doch er lebt als kulturelle Einheit weiter.

Musik verbindet

Der Verband der Vereinigten Spielmannszüge des Kreises Monschau hat zwar 1972 den Kreis Monschau gegen die Zusatzbezeichnung Nordeifel ausgetauscht, jedoch ist seit Hauptwirkungsgebiet immer noch der ehemalige Kreis Monschau.

Ebenso erfreut sich der Verband der historischen deutschen Schützenvereine Monschau eines blühenden Lebens der Vereine im Gebiet des Kreises Monschau.

Im Bereich der Blasmusikvereine organisieren die politisch Verantwortlichen seit 1972 ein Musikfest des Kreise Tel.Aachen, und heute ist zu erkennen, dass auch diese Veranstaltung im Rahmen der Städteregion Aachen zum überwiegenden Teil von den Vereinen aus dem Kreis Monschau bestritten wird.

Und wie auch das Interesse an diesem Kurs zeigt, ist die Verbundenheit der Menschen mit dem Kreis Monschau nach wie vor ungebrochen.
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