Monschau - Kein Wildwasserrennen: Zu viel Eis und zu wenig Wasser

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Kein Wildwasserrennen: Zu viel Eis und zu wenig Wasser

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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Das Wildwasserrennen auf der Rur in Monschau am 18. März fällt im 63. Jahr zum ersten Mal aus. Foto: P. Stollenwerk
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Der Grund: Die Perlenbachtalsperre ist noch komplett zugefroren, so dass kein Zuschusswasser abgegeben werden kann. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Seit über sechs Jahrzehnten hat im zeitigen Frühjahr die Austragung des internationalen Wildwasserrennens auf der Rur in der Altstadt Monschau Tradition, doch im 63. Jahr muss mit dieser Tradition gebrochen werden. Der Grund: Die Perlenbachtalsperre liegt noch unter einer kompakten, geschlossenen Eisschicht.

Die Talsperre spielt aber ein entscheidende Rolle für die Kanuten, denn der Stausee oberhalb von Monschau liefert regelmäßig pünktlich zum Rennen Zuschusswasser, das über den Perlenbach in die Rur gelangt. Die Extraportion Talsperrenwasser, die früher über die Überstauklappe und heute über die Wasserkraftanlage abgegeben wird, ermöglicht erst eine Austragung des Rennens, denn der Pegel der Rur ist ohne Zuschusswasser zu niedrig für die Kanuten.

Würde die Talsperre dennoch Zuschusswasser abgeben, würde dies logischerweise zu einem Absenken des Talsperrenpegels führen. Die darüberliegende Eisschicht würde dann in sich zusammenbrechen und die Gefahr mit sich bringen, dass die Eisschollen die Bautechnik der Trinkwassertalsperre beschädigen. Dieses Risiko ist den Verantwortlichen des Wasserversorgungszweckverbandes zu hoch.

Noch nicht erlebt

Talsperrenwärter Joachim Dankwardt hat in 38 Jahren Tätigkeit beim Wasserwerk eine solche Situation noch nicht erlebt, doch habe man keine andere Möglichkeit gesehen, als auf die Wasserabgabe zu verzichten. Bei einem Absenken des Wasserspiegels entstehe unter der Eisschicht ein Hohlraum, in dem Unterdruck erzeugt werde. Als Folge davon werde die Eisschicht in sich zusammenbrechen und nach außen drücken. Durch diesen Druck könnten sowohl die Staumauer wie auch das Überlaufbauwerk Schaden nehmen.

Die Fachleute beim Wasserwerk gehen nach übereinstimmender Auffassung nicht davon aus, dass sich die Eisschicht bis zum Tag des Rennens, Sonntag, 18. März, auflösen wird, zumal die Wassertemperaturen in der Talsperre aktuell bei knapp unter vier Grad plus liegen. Somit erfahre das Eis auch von unten so gut wie keine Auftauwirkung. Nur ein markanter Wetterumschwung mit Temperaturen im deutlich zweistelligen Bereich wäre, laut Dankwardt, geeignet, die Eisschicht innerhalb einer Woche zum Schmelzen zu bringen. Da der Deutsche Kanuverband als Veranstalter Planungssicherheit benötigt und viele Teilnehmer der Veranstaltung, die auch als Qualifikationsrennen für die Kanu-Weltmeisterschaften gewertet wird, aus dem Ausland anreisen, wurde der Wettbewerb bereits jetzt abgesagt.

Das Wildwasserrennen auf der Rur muss aus artenschutzrechtlichen Gründen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ausgetragen werden. Für spätere Termine würde keine Genehmigung mehr erteilt.

Eine 28-tägige Frostperiode, die bis zum Wochenende andauerte, und nächtliche Tiefstwerte bis minus 20 Grad an der Perlenbachtalsperre sorgten dafür, dass sich eine bis zu 20 Zentimeter dicke Eisschicht bildete. Der Stausee liegt zwar noch komplett unter Eis, aber dessen Tragfähigkeit ist nur noch bedingt gegeben, so dass ein Betreten des Eisfläche derzeit lebensgefährlich ist.

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