Imgenbroich - Kein Platz mehr im Gewerbegebiet

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Kein Platz mehr im Gewerbegebiet

Von: P. St.
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Im Gewerbegebiet Imgenbroich II ist das letzte noch vorhandene Grundstück vermarktet worden . Für eine würdige Abrundung sorgt das bislang im benachbarten Himo ansässige Unternehmen KCS Europe GmbH mit seinem neuen Firmensitz.
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Erster und zugleich letzter Spatenstich im Gewerbegebiet Imgenbroich II: Mit vereinten Kräften wurde der Startschuss für die Ansiedlung des Unternehmens KCS gegeben. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Eigentlich hatte die Stadt Monschau auf dem exponierten Grundstück zwischen Feuerwehrhaus und Himo im Gewerbegebiet Imgenbroich immer den idealen Standort für einen Baumarkt gesehen. Deshalb blieb das begehrte und häufig auch als Filetstück bezeichnete Grundstück lange Zeit unbebaut, ehe es schließlich die einzige überhaupt verbliebene Parzelle im Gewerbegebiet bildete.

Der Baumarkt hat bekanntlich inzwischen seine Bleibe ganz in der Nähe gefunden, so dass der Weg frei wurde für die Firma KCS Europe GmbH, die schon länger einen Blick auf das Grundstück geworfen hatte und mit der Stadt ins Geschäft kam.

Nachdem bereits vor einigen Wochen mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen wurde, fand nun am Montag ganz offiziell der erste Spatenstich an der Baustelle statt, wo bis vor gut 25 Jahren noch die Höckerlinie des Westwalls verlief. Damit ist das letzte Gewerbegrundstück im Gewerbe- und Industriegebiet Imgenbroich II vermarktet worden.

Himo-Konzeption umgesetzt

Aus doppeltem Grund sieht die Stadt das Unternehmen KCS gerne an dieser Stelle. Bisher hatte die Firma ihren Standort im Gründerzentrum Himo. Nach einem gelungenen Start ist nach nur drei Jahren der Zeitpunkt reif für den Umzug auf die grüne Wiese – genau wie es die ursprüngliche Konzept-Idee des Himo vorsieht. Zum zweiten etabliert sich dauerhaft ein innovatives Unternehmen, das laut Bürgermeisterin Margareta Ritter eine „Zukunftsperspektive für den Arbeitsmarkt in der Region“ darstelle. Außerdem setze sie auf eine gute Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Aachen.

Erst im Jahr 2009 wurde das Unternehmen KCS Europe GmbH von den heutigen Geschäftsführern Dr. Rainer Cremer und Udo Stüber gegründet. Zielsetzung war es, japanische Hightech-Produkte in Europa verfügbar zu machen.

Im Rahmen des Baustellen-Termins erhielten die Gäste auch Einblick in die breite Produktpalette des Unternehmens, das derzeit zehn Mitarbeiter beschäftigt und kräftig auf Expansionskurs steuert.

KCS ist ein Spezialist für Oberflächenbehandlung. Vakuumbeschichtungsanlagen gehören ebenso wie Anlagen zur Kunststoff- und Gummiherstellung zum Produktionsumfang. Die Oberflächenbehandlung von Zerspanungswerkzeugen ist der wichtigste Produktionsbereich, aber auch Anlagen zur Herstellung von Spezialteilen für die Luftfahrt werden in Imgenbroich entwickelt. Außerdem ist das Unternehmen an europäischen Forschungsprojekten im Bereich der Dünnschichttechnik beteiligt.

Zwei Jahre nach seiner Gründung zog das Unternehmen im Jahr 2011 von der Aachener Pascalstraße nach Monschau um. Hier werden die Anlagen aus Japan dem europäischen Markt angepasst und technisch komplettiert, wobei die lokalen Zulieferer eine wichtige Rolle spielen.

Als international agierendes Unternehmen, erläutert die Geschäftsführung, sei ein repräsentativer Geschäftssitz von großer Bedeutung. Das neue Grundstück direkt am Zugangsbereich des Gewerbegebietes habe dafür eine „hervorragende Option“ geboten. Nach einem geologischen Gutachten und Druckplatten-Lastversuchen, die den Baubeginn ein wenig verzögerten, konnte dann nach anderthalbjähriger Planung mit dem Neubau begonnen werden.

Neben einer 1000 Quadratmeter großen Produktionshalle entstehen hier 400 Quadratmeter Bürofläche mit integriertem „Showroom“. Und auch noch ein anderer Aspekt ist für die Unternehmensleitung am jetzigen Standort nicht zu unterschätzen: „Da die meisten unserer Kunden von weither anreisen, sind wir auf eine gute Infrastruktur mit Hotels und Restaurants angewiesen.“ Aktionen wie aktuell die Trash People in Monschau oder auch die Monschau-Klassik kämen bei der Kundschaft besonders gut an.

Wenn der Eifelwinter keinen Strich durch die Rechnung macht, dann soll bereits Ende April 2014 der neue Firmensitz bezugsfertig sein. Auch Imgenbroichs Ortsvorsteher Bernd Neuß blickte mit Stolz auf das Gewerbegebiet Imgenbroich, das zudem ein „sehr aufgeräumtes“ Erscheinungsbild biete. Ab dem Jahr 1987 siedelten sich hier die ersten Unternehmen an, nachdem die Gewerbeflächen auf der anderen Seite der Bundesstraße ausgereizt waren.

Mit der Vermarktung des letzten Grundstückes im Gewerbegebiet Imgenbroich II aber ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt Monschau noch keineswegs abgeschlossen.

Weitere Anfragen für Gewerbegrundstücke lägen bereits vor, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter, doch müsse man die Interessenten vorerst noch vertrösten, da man mit der Erschließung des neuen Gewerbegebietes Imgenbroich Nordwest noch bis zum Frühjahr warte.

Dass die Gemeinde Simmerath zwischenzeitlich mit großem Aufwand gegen die dortige mögliche Ansiedlung eines Vollsortimenters vorgeht und einen „ruinösen Wettbewerb“ befürchtet, wird laut Margareta Ritter das Projekt Imgenbroich-Nordwest nicht gefährden.

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