Keime im Trinkwasser: Kein Thema in der Eifel

Von: Julia Hintzen
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Nordeifel. In der Stadt Aachen waren vier von fünf Wasserproben stark belastet. Das hat ein bundesweiter Trinkwassertest des TÜV Rheinland in Zusammenarbeit mit dem ARD-Sendung „PlusMinus” ergeben. Dabei wurden Proben des Trinkwassers in öffentlichen Gebäuden in einigen deutschen Großstädten entnommen. Ergebnis: In zehn Städten war die Hälfte aller Proben stark verkeimt.

Dies ist nicht nur wenig appetitlich, denn Keime, vor allem coliforme Bakterien, sind stark gesundheitsgefährdend und können Durchfall, Erbrechen und im schlimmsten Fall sogar eine tödliche Lungenerkrankung hervorrufen. Diese Probleme gibt es in der Eifel bisher nicht.

Gründe für die zum Teil starke Verkeimung sind laut TÜV kaputte Leitungen und eine Rückverkeimung durch stehendes oder sehr langsam fließendes Wasser.

Die Stadtwerke Aachen (Stawag), die für die Wasserversorgung in Aachen zuständig sind, machen sich jedoch keine Vorwürfe und betonen, das sie nicht die Verursacher der Verkeimungen seien. „Wir untersuchen die Wasserqualität vier Mal in der Woche, Auffälligkeiten hat es nicht gegeben”, so Stawag-Pressesprecherin Cornelia Bürgenhausen.

Es könne vorkommen, dass Proben beispielsweise in Kindergärten und Krankenhäusern gezogen werden und diese höher belastet seien, weil die Wasserleitungen überdimensioniert sind oder zu wenig benutzt werden.

In der Nordeifel hat der TÜV Rheinland nicht kontrolliert. Die Wasserqualität sei sehr gut, so der Wasserverband Perlenbach auf seiner Internetseite, weil die im Einzugsgebiet liegenden landwirtschaftlichen Flächen nicht intensiv bewirtschaftet würden und der Siedlungsanteil unbedeutend gering sei.

Anders als in vielen Großstädten sei das Wasser keinerlei chemischen oder hormonellen Belastungen ausgesetzt.

Für die Trinkwasserversorgung in der Eifel ist das Wasserwerk Perlenbach in Monschau verantwortlich. Dort wird versichert, dass das Trinkwasser allen Anforderungen der aktuellen Trinkwasserverordnung gerecht werde.

Außerdem werde das Wasser durch ein sehr aufwändiges Beprobungs -und Analyseprogramm ständig auf die Einhaltung der mikrobiologischen und chemischen Parameter geprüft. Im eigenen Betriebslabor gingen diese Beprobungen weit über gesetzliche Festlegungen hinaus.

In der Gemeinde Simmerath stellt sich diese Frage ebenfalls nicht. Das Gesundheitsamt der Städteregion habe in den öffentlichen Gebäuden in der Vergangenheit nie etwas Besorgniserregendes festgestellt, so dass die Verkeimung des Wassers kein Thema sei.

Trotzdem rät Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion Aachen, zu erhöhter Vorsicht auch in der Eifel. Man solle beispielsweise, bevor man aus den Wasserhähnen trinkt, das Wasser eine kurze Zeit vorher schon laufen lassen, um überflüssige Keime wegzuspülen. Zudem solle man nicht stark belastete Wasserhähne aufdrehen, damit ein Stillstand vermieden werden kann.

Auf besondere Hygiene der Armaturen sei ebenfalls zu achten. Wenn man die Toilette putze, sollte man anschließend einen neuen Lappen zum Reinigen des Waschbeckens und des Wasserhahns verwenden.
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