Aachen - Katschhof wird im Eiltempo umgebaut

Katschhof wird im Eiltempo umgebaut

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
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EIne große Freitreppe nebst Glasaufzug statt einer Mauer: So soll der Aachener Katschhof nach dem bevorstehenden Umbau an der Rathausseite aussehen. Foto: Michael Jaspers/Animation: Baum Architekten Foto: Michael Jaspers/Animation: Baum Architekten

Aachen. Diese Baustelle wird zeitlich gesehen ein Ritt auf der Rasierklinge. Kurz nach dem Karlspreis (2. Juni) werden die Bautrupps auf dem Aachener Katschhof Quartier beziehen. Bis zum Start des Weihnachtsmarktes (18. November) müssen sie wieder weg sein.

Und dazwischen muss nicht weniger gelingen, als die Rathaus- und Domseite neu zu gestalten. Am Rathaus beispielsweise wird eine große neue Freitreppe die bisherige Mauer ersetzen. Auch am „Spolienhof” des Doms wird „aufgeräumt”, wie es der federführende Architekt Günter Baum ausdrückt. „Das ist ein sehr enger Zeitplan”, sagt Dezernentin Gisela Nacken.

Deswegen sagt die Verwaltung: „Weitere Veranstaltungen sollten während der Bauzeit den Bauablauf nicht noch zusätzlich erschweren.” Schließlich könne es auch Verzögerungen durch archäologische Funde und umfangreiche Leitungsarbeiten der Stawag geben. Bleibt die Frage, was mit Großveranstaltungen wie dem Domspringen, dem Europamarkt der Kunsthandwerker oder dem Weinfest geschieht. Nacken sagt, sie gehe davon aus, dass die Veranstaltungen stattfinden können. Allerdings in kleinerem Umfang.

Die Umbauten am Katschhof sind der Auftakt zum Programm „Freiraumgestaltung Weltkulturerbe Dom und Pfalzbezirk”. Die Chance dazu bot sich durch das KonjunkturpaketI des Bundes. Aus diesem Topf werden die rund 1,7 Millionen Euro, die die Maßnahmen kosten, finanziert. Allerdings gibt es schon zum Auftakt am Katschhof noch einige politische Diskussionen. So zum Beispiel um einen gläsernen Aufzugturm, der an der Standesamtseite gebaut werden soll und mit dem auch Rollstuhlfahrer die Terrasse vor dem Rathaus entern können.

Hans-Dieter Schaffrath von den Freien Wählern sieht die Anlage als potenzielles Vandalismusopfer sowie als permanenten Anlaufpunkt für Wartungs- und Reinigungstrupps. Die SPD regt an, den Aufzug lieber ins künftige Centre Charlemagne zu integrieren. Die Kommission „Barrierefreies Bauen” schlägt zudem noch eine Hubrampe vor. Grünen und CDU gefällt eine geplante Kinderwagenrampe nicht. Und der in den Plänen quer über die Terrasse verteilte Kräutergarten gefällt niemandem - weil die Pflanzkästen Stolperfallen darstellen und bei viel Publikumsverkehr leicht zertrampelt werden könnten. All diese Kritik wird nun in aller gebotenen Eile von der Verwaltung geprüft.

In weiteren Bauabschnitten nimmt man sich dann den Bereich Ritter-Chorus-Straße, Johannes-Paul-II.-Straße, Klostergasse und Rennbahn vor. Möglicherweise wird auch noch die Umgestaltung des Klosterplatzes in das Programm „gepackt”. Der Bereich - inklusive Rennbahn - soll Fußgängerzone werden. Fertig sein soll das Ganze, wenn auch das Centre Charlemagne eröffnet - ungefähr Ende 2012. Und auch das neue Dominformationszentrum (siehe Text unten) stellt laut Nacken einen wichtigen Baustein in der Neugestaltung des Citybereichs dar.
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