Karl-Heinz Hermanns (CDU): „Ich will der Bürgermeister aller sein”

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Aus der Vogelperspektive sieht Karl-Heinz Hermanns, der Bürgermeisterkandidat der CDU Simmerath das Rathaus eher selten. Der Beigeordnete kennt das Verwaltungsgebäude als seinen langjährigen Arbeitsplatz. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Als Beigeordneter der Gemeinde Simmerath ist Karl-Heinz Hermanns erst vor einem Jahr wiedergewählt worden. Doch nun strebt der zweite Mann in der Verwaltung als Kandidat der CDU Simmerath den Bürgermeister-Posten bei der Kommunalwahl 2009 an.

Über die Vorstellungen seiner Amtsführung sprach unser Redakteur Peter Stollenwerk mit dem Kandidaten.

Wäre es Ihr Traumberuf Bürgermeister in Simmerath zu werden?

Hermanns: Auch wenn es pathetisch klingt. Ich bin froh und dankbar, dass die CDU mich zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominiert hat. In diesem Amt sehe ich eine große Aufgabe und Verantwortung, an der Zukunft der Gemeinde an wichtiger Stelle mitzuarbeiten. Für diese Menschen da zu sein, für sie das Lebensumfeld zu verbessern, auf diese Aufgabe freue ich mich.

Gemessen an den bisherigen Simmerather Wahlergebnissen ist die Wahl eigentlich eine klare Angelegenheit. Wie hoch schätzen Sie das Überraschungspotenzial ein?

Hermanns: Überraschungen gibt es immer und überall im Leben. Doch ich bin sehr zuversichtlich, ein sehr gutes Ergebnis zu erreichen, ein Ergebnis, das deutlich über 50 Prozent liegen wird. Ich will im Falle meiner Wahl aber Bürgermeister aller Bürger sein - also auch für alle jene, die einem anderen Kandidaten ihre Stimme geben, vor allem aber auch für alle, die noch nicht wahlberechtigt sind, für Kinder und für Jugendliche unter 16 Jahren.

Gibt es unter den bisherigen Simmerather Bürgermeister-Vorgängern ein Vorbild für Sie?

Hermanns: Die Gemeinde Simmerath wurde bekanntlich 1972 durch die kommunale Neugliederung gegründet. In den 37 Jahren bisher hatte die Gemeinde nur zwei Bürgermeister, nämlich Heinrich Karbig und danach bis heute Hubert Breuer. Das spricht für die Gemeinde, für die Kommunalpolitik in der Gemeinde und für ihre Stabilität und Kontinuität. Beide Bürgermeister haben großen Anteil daran, dass die Gemeinde Simmerath heute eine moderne Gemeinde mit hoher Wohn- und Lebensqualität ist. Genau daran will ich als Bürgermeister weiter arbeiten.

Die Wahlplakate der CDU Simmerath sind eher unspektakulär. Wie vermittelt der Kandidat dem Wähler seine Stärken?

Hermanns: Die Simmerather CDU will nicht spektakulär und populistisch sein, sie will also nicht protzen und prahlen, sie verspricht nichts, was sie nicht halten kann. Die CDU will sachlich und fachlich kompetent sein und bleiben, sie ist gleichwohl aber auch innovativ und zukunftsorientiert. Ich möchte durch meinen Wahlspruch „Wissen, was gut ist für Simmerath” deutlich auf meine Erfahrung und Kompetenz setzen. Mich stört es, wenn Politiker vor der Wahl Dinge versprechen, die sie dann nicht halten. Das kann ich mir auf der unteren Ebene nicht erlauben. Ich möchte kein CDU-Bürgermeister sein, auch wenn die Partei mich als Kandidat vorgeschlagen hat. Daher finde ich es auch nicht in Ordnung, dass mein Gegenkandidat versucht, ein anderes Bild von sich zeichnen; auch er wurde von seiner Partei, der SPD, vorgeschlagen.

Der Erhalt des Krankenhauses wird von Ihnen als wichtigste Aufgabe der Zukunft bezeichnet. Wie sieht die Situation hier in fünf Jahren aus?

Hermanns: Das Krankenhaus in Simmerath wird Bestand haben, weil es einfach nicht sein darf und sein kann, dass es das Krankenhaus in Simmerath künftig nicht mehr geben sollte. Ich bin überzeugt, in fünf Jahren wird das Krankenhaus in seinem Bestand gefestigter sein als heute - mit sicheren Arbeitsplätzen und mit einer wie bereits heute modernen und leistungsstarken medizinischen Kompetenz. Dafür werde ich mich jedenfalls vehement und unermüdlich einsetzen. Von der Akzeptanz des Krankenhauses hängt letztlich dessen Zukunft ab.

Wie ist es zu schaffen, die zahlreichen Verpflichtungen mit dem Familienleben in Einklang zu bringen?

Hermanns: Meine Familie weiß, dass ich berufsbedingt und wegen der Kommunalpolitik viel unterwegs bin und unterwegs sein muss. Ich bin vor allem meiner Frau dankbar, dass sie meine Kandidatur unterstützt und mir Kraft gibt für dieses Amt.

Die Mehrheitspartei muss sich immer wieder mit der Vorhaltung auseinandersetzen, dass sie das politische Geschehen zu massiv dominiert. Welchen Stellenwert genießt der politische Gegner?

Hermanns: Die CDU ist vor allem die Mehrheitspartei, weil die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger die CDU gewählt hat und ihr damit den Auftrag gegeben hat, Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen und sie zu gestalten. Ich komme auch gerne zu den Fraktionssitzungen der anderen Parteien, wenn ich dazu eingeladen werde. Alle sollen die gleichen Informationen erhalten. Es liegt also an der Opposition. Die Meinung der Bürger ist mir und der CDU sehr wichtig, hier hat der Bürger immer wieder neu die Gelegenheit, seine Meinung bei allen wichtigen Entscheidungen zu sagen und seine Ideen einzubringen. Wenn die Mehrheit der Bürger mich zum Bürgermeister wählt, dann bin ich auch offen für die Ideen und Initiativen jener Bürger, die mich nicht gewählt haben. Gute Ideen sind mir immer willkommen, wenn sie die Gemeinde voran bringen.

Im Wahlkampf treffen Sie auch häufiger auf ihren Gegenkandidaten von der SPD. Wie ist der Umgang miteinander?

Hermanns: Gregor Harzheim von der SPD will wie ich der neue Bürgermeister von Simmerath werden. Der Wahlkampf ist da wie ein Wettkampf. Auch wenn die Aussagen von Gregor Harzheim nicht immer den Tatsachen entsprechen, ist unser Umgang aus meiner Sicht bislang fair und anständig, da gibt es kleine persönlichen Angriffe und Beleidigungen. Das ist auch gut und wichtig, denn auch nach der Wahl wollen wir zusammenarbeiten, wenn ich Bürgermeister von Simmerath bin und Gregor Harzheim wieder eine wichtige Funktion in der SPD-Opposition haben wird.
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