Karate: Disziplin und Selbstbeherrschung

Von: stp
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Christian Wodicka (rechts) im Kampf mit seinem Bruder Timo, der schon etliche erste Plätze verzeichnen konnte. Die Beiden sind aus Konzen und trainieren beim SV Roland Rollesbroich. Foto: stp

Simmerath. „Der hat den Schwarzen Gürtel!” Wenn diese Worte respektvoll geraunt werden, dann ist die Rede von jemandem, der sich sehr wohl zu verteidigen weiß. Beim Karateturnier in der Dreifachhalle in Simmerath konnte man sich am Samstag von den Fertigkeiten vieler Karate-Sportler überzeugen.

Die Karateabteilung des SV Roland Rollesbroich hatte zu einem Nachwuchsturnier eingeladen, das gut besucht war. Gäste aus Monschau, Rollesbroich, Düren und Belgien waren gekommen.

Im Publikum saßen Begleiter, also in der Regel Verwandte und Freunde der Wettkampfteilnehmer; sie waren mit dem Wettkampfgeschehen vertraut und schienen zu wissen, wann es Applaus geben sollte. Karate ist eine „kontaktfreie” Sportart, die aus Japan stammt und der Selbstverteidigung dient.

Vom Weißen Gürtel, den man nach den ersten Erfolgen tragen darf, bis zum Schwarzen Gürtel durchläuft man Jahre des Trainings. Und auch dann ist man nicht perfekt, erfährt der Laie. Es gibt eine unendliche Bandbreite von Techniken.

Peter Bündgens, der sowohl beim SV Roland Rollesbroich als auch in der Tura Monschau (seit dem Frühjahr) als Trainer tätig ist, hatte das Turnier in Simmerath organisiert. Er ist selbst Träger des Schwarzen Gürtels, 3. Dan, und sieht seine Hauptaufgabe darin, junge Menschen mit der Sportart Karate vertraut zu machen.

Mit sechs Jahren beginnen viele, sie laufen viel, lernen die Fachausdrücke, das Begrüßungsritual, arbeiten an ihrer Kondition und Konzentration, erlernen Techniken. Es ist kein teurer Sport, nur den Anzug muss man kaufen.

Im SV Roland Rollesbroich wird seit über zehn Jahren Karate gelehrt und trainiert. „Wir sind froh, dass wir diese Abteilung haben”, sagt Geschäftsführer Armin Voßen, der viele junge Menschen hoch motiviert erlebt. Als Schirmherr der Veranstaltung konnte man Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns gewinnen, er wurde am Samstag von Vize-Bürgermeister Bernd Goffart vertreten.

Die Halle habe die Gemeinde gerne für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt, meinte Goffart, der eine Weile dem Wettkampfgeschehen zusah. Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen habe einen hohen Stellenwert, sagte er.

20 goldene Regeln

Als die älteren Karatesportler gegeneinander antraten, wurden die Kämpfe lauter, schneller und auf den ersten Blick aggressiver. Doch Peter Bündgens erklärt: „Aggressive Leute haben bei uns keine Chance.” Disziplin und Selbstbeherrschung sind Grundsätze in diesem Sport. Die Fertigkeiten fördern zwar das Selbstbewusstsein, doch die Kampfkunst wird nicht im Alltag angewandt.

„Jeder, der echtes Interesse hat, kann Karate erlernen”, sagt der erfahrene Trainer, „doch man muss jahrelang dabeibleiben”. Und er zitiert aus den „20 Regeln des angemessenen Verhaltens”: „Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.”
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