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Kanuten sausen erneut nicht durch die Monschauer Altstadt

Von: hes
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Mitten durch die wilde Landsch
Mitten durch die wilde Landschaft des Rurtals führt in diesem Jahr das Monschauer Wildwasserrennen. Start ist im Rosental, Ziel im Grünental. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Es gehört zum Monschauer Frühling wie die Narzissen im Perlbachtal, das Internationale Wildwasserrennen auf der tosenden Rur.

Seit 57 Jahren schlagen die waghalsigen Kanusportler, darunter Olympiasieger, Welt- und Europameister, Ende März und Anfang April ihre Zelte in Monschau auf, um sich im fairen Wettkampf einer faszinierenden Sportart zu messen. Nun aber scheint der Klimawandel auch dieses saisonale Sportereignis endgültig eingeholt zu haben.

„Früher hatten Rur und Perlbach um diese Jahreszeit einen hohen Wasserstand. Seit einigen Jahren beobachten wir, dass im Dezember und Januar große Niederschlagsmengen fallen, es danach aber bis Mai eher trocken bleibt. Das beeinflusst leider auch unser Rennen in Monschau massiv”, sagt Günter Heilinger, Vorsitzender des Rhein-Kanu-Clubs 1923 Köln e.V., der das Sportereignis seit 2011 ausrichtet.

Die Konsequenz sei eine Verkürzung der Rennstrecke wie im Vorjahr (Start an der Perlbachtalsperre, Ziel in Höhe Brauerei) oder aber eine Verlegung. Für die neue neue, mit 4,8 Kilometern deutlich längere Strecke galt es aber diese Woche noch kurzfristig eine Genehmigung bei der Bezirksregierung einzuholen, die dann am Donnerstagmittag telefonisch erteilt wurde.

Somit wird das traditionsreiche Rennen am Sonntag im Rosental starten, und zwar vor dem „Favoritentöter”, also der Abfahrt und Stromschnelle, wo sich stets die meisten Zuschauer einfinden und auf spektakuläre Aktionen hoffen. Das Ziel wird diesmal im Grünental sein; wer die Kanuten auf freier Strecke erleben und anfeuern möchte, muss dem Wander- und Radweg entlang der Rur vom Rosental bis zur Kluckbrücke folgen. „Das hat sicherlich auch seinen Reiz”, freut sich Günter Heilinger aus Sicht der Sportler auf die „neue, attraktive und wunderschöne Strecke durch eine Waldschlucht”.

Nicht mehr sehen wird man die Wildwassersportler hingegen in der Monschauer Altstadt, so wie das bis 2010 über 50 Jahre lang am letzten Märzwochenende der Fall war. „Früher faszinierten die Kanurennen fünf Tage lang im Frühjahr die Einheimischen und Touristen in der Altstadt; jetzt ist es nur noch ein Tag und da auch erst im Rosental”, bedauerte Altstadt-Ortsvorsteher Georg Kaulen jüngst im Monschauer Stadtrat, als Bürgermeisterin Margareta Ritter die Politik über die Veränderung informierte.

Kaulens Anfrage, ob zu wenig Zuschusswasser aus der Perlbachtalsperre der Grund für die Streckenverlegung sei, verneinte die Verwaltung am Donnerstag. „Die Talsperre gibt am Sonntag genau so viel Wasser ab wie immer; lediglich samstags wird es kein zusätzliches Wasser für das Training geben”, so Hermann Mertens von der Stadt Monschau.

Günter Heilinger hat dafür Verständnis: „Es handelt sich ja um eine Trinkwassertalsperre, und da muss der Betreiber schon so wirtschaften, dass die Wasserversorgung auch bei noch längerer Trockenheit gewährleistet bleibt.” Man werde versuchen, am Sonntagmorgen vor dem eigentlichen Rennen im dann schon „bezuschussten” Wasser ein wenig zu üben. Denn: Egal auf welchem Abschnitt auch gefahren wird - die einzigartige Naturstrecke bleibt eine reizvolle Herausforderung auch für ambitionierte Spitzenfahrer, „und darauf gilt es, gut vorbereitet zu sein”, so Heiliger, der am Sonntag auch als Wettkampfleiter fungiert.

Starts ab 12 Uhr im Minutentakt

Die Starts erfolgen am Sonntag ab 12.00 Uhr im Minutentakt ab Rosental, gegen 14.00 Uhr wird der letzte Sportler im Ziel im Grünental erwartet. Die geflutete Rur nutzen traditionell viele Hobbykanuten, um ein Tänzchen auf der Rur zu wagen, und die Sausen - im Gegensatz zu den ambitionierten Sportlern - auch durch die Altstadt. Das aber ist den Profis zu riskant: „Die Rur ist bekannt für scharfes Gestein, und bei so niedrigem Wasserstand ist die Gefahr eines Bootsschadens einfach zu hoch”, sagt Günter Heilinger. Schließlich kostet ein gutes Kajak rund 1800 Euro, ein Zweierkanadier sogar um 3000 Euro.
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