Kampf gegen Leerstand und Verfall

Von: Heiner Schepp
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Nicht jeder Leerstand in der Altstadt, an dem das Verkaufsschild eines Maklers prangt, ist in so – äußerlich – gutem Zustand wie dieses Objekt an der Eschbachstraße. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Denkmalschutz und Wohnumfeldprogramm, Marke Monschau und Städtebauförderung. An Programmen und Förderkulissen, um die historische Altstadt zukunftsfähig und auch als Wohnort attraktiver zu machen, mangelte es in der Vergangenheit nicht. Die jüngste Anregung mit eben dieser Zielsetzung unterscheidet sich von den bisherigen aber in einem Punkt: Sie ist keine Aktivität aus dem politischen Raum, sondern kommt aus Reihen der Monschauer Unternehmerschaft.

„Monschau – Zukunft mit Geschichte“ lautet der griffige Titel einer Kampagne, die gezielt Investoren für die historische Altstadt gewinnen möchte.

„Viele Immobilien in der Kernstadt sind in einem traurigen, ja bedauernswerten Zustand. Und die Anforderungen, die man an ein Gebäude für Wohn- und gewerbliche Zwecke stellt, sind vor dem Hintergrund denkmalpflegerischer Auflagen mit hohen Investitionen verbunden“, sagte Werner Maaßen, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen (AMU) im städtischen Wirtschaftsausschuss zur Initiierung eines neuen Stadtmarketings.

Die Altstadt Monschau habe „eine überregionale Ausstrahlung, eine bedeutsame touristische Dimension in der Region und damit im Wirtschafts- und Arbeitsmarkt und ist gleichzeitig ein großes historisches Erbe“, heißt es im Antrag des Vereins, der von „interessanten Perspektiven“ weiß, „wie einem stets drohenden Leerstand entgegengewirkt werden kann“.

Die Idee der AMU und der nun beauftragten Aachener Werbeagentur: eine „Immobilienbroschüre der guten Beispiele“ und eine „Standort- und Immobilienentwicklungsgemeinschaft“, jeweils im Rahmen des Projekts Marke Monschau. Einhergehen soll die Broschüre mit einer Päsentation im gleichen Sinne sowie einer Website mit gleichem Inhalt wie Brüschüre und Präsentation, wie Bernd Steinbrecher von der Agentur Power + Radach erläuterte.

Im Wirtschaftsausschuss rannte die Initiative, die innerhalb der AMU von den Altstadtvertretern Werner Maaßen, Hans-Benno Kaulard und Wolfgang Kaever angestoßen wurde, offene Türen ein. Bernd Roder für die CDU und Georg Alt für die SPD begrüßten den Vorstoß ausdrücklich. Die Problematik sei hinlänglich vbekannt, meinte Roder, und Alt sah „viel Potenzial für Investoren in der Altstadt“.

Gar als „überfällig“ bewertete Wolfgang Weber, liberaler Altstadtvertreter im Wirtschaftsausschuss den Schritt zu einer professionellen Vermarktung, sah es aber kritisch, „noch mehr Gebäude in der Altstadt auf Kosten der Allgemeinheit zu Ferienwohnungen“ umzunutzen. Es gelte, junge Familien nach Monschau zu bekommen, „und mit Ferienwohnungen werden wir das nicht schaffen“.

Auf Kritik stieß Weber mit dieser Meinung bei der CDU. Ferienwohnungen hätten die Entweicklung in der Altstadt durchaus positiv entwickelt, die Kritik sei sachlich falsch, meinte Micha kreuitz und Alexander Lenders stellte fest: „Lieber eine Ferienwohnung als ein zerfallendes Haus“.

Erschwerend für die Situation in der Altstadt, so Bürgermeisterin Margareta Ritter, sei die Absicht der Landesregierung, die Denkmalfördermittel auf Null zu fahren, Denkmalhilfe also faktisch abzuschaffen. Die Motivation privater Investoren sei „deshalb umso wichtiger“, so Ritter.

Aus den noch verfügbaren und bewilligten Städtebaufördermitteln „Marke Monschau“ werden nun 20 000 Euro für Maßnahmen des Stadtmarketings (Werbekonzept, Broschüre) bereitgestellt, im Wirtschaftsausschuss am 11. Juni wird das Konzept vorgestellt.

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