FuPa Freisteller Logo

Kampf gegen die Windräder geht weiter

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Don Quichotte, der „Ritter von der traurigen Gestalt“, und sein Gehilfe Sancho Pansa, kämpften bekanntlich vergebens gegen Windmühlen, besonders gegen deren kräftige Windräder.

Eine ganz andere Art des Kampfes, nämlich auf juristischer Grundlage, hat die Gemeinde Roetgen im Kampf gegen die im benachbarten Münsterwald geplanten Windräder vollzogen und Klage dagegen beim Verwaltungsgericht Aachen erhoben.

Nun sollte eine Kehrtwende vollzogen werden, am Dienstag befasste sich der Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung mit einem „nachgeschobenen Tagesordnungspunkt“, mit der empfohlenen Rücknahme der Klage gegen die Erteilung der Genehmigung zur Errichtung von Windkraftanlagen im Münsterwald. So lautete zwar der Beschluss, aber Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) bezeichnete ihn auf Anfrage unserer Zeitung als „missverständlich.“

Es kam anders: „Es gibt keine Klagerücknahme, wir haben uns lediglich mit der Politik über eine weitere neue Vorgehensweise im Klageverfahren abgestimmt“, so Klauss. Ausschussvorsitzender Frank Knur (SPD) dazu: „Wir wollen zuerst noch mit der Stadt Aachen reden, ob man ein Rad weiter versetzen kann.“ Ergo gibt es, wie Klauss und Knur versichern, keinen Dringlichkeitsantrag an den Gemeinderat für ein weiteres Handeln bezüglich einer Rücknahme der Klage, der ansonsten erforderlich geworden wäre.

Grund zur Sorge gibt dennoch mit Sicherheit das nun vorliegende Schallgutachten. Die schalltechnische Untersuchung der Akus GmbH lässt klar erkennen, dass im Roetgener Teil des Münsterwaldes trotz der Vorbelastung durch den Windpark noch immer ein aus drei Windenergieanlagen (WEA 3,3 MW) bestehender Windpark realisiert werden kann. Davon müssten allerdings zwei Anlagen nachts vollständig abgeschaltet werden, während eine Anlage im schallreduzierten Modus betrieben werden könnte. Tagsüber ergeben sich trotz der Vorbelastung keine erheblichen Betriebsbeschränkungen.

Nach juristischer Einschätzung zum Ergebnis der Untersuchung misst Professor Dr. Martin Gellermann der eingereichten Klage „nur geringe Erfolgsaussichten bei.“ Ebenso auch verwaltungsseitig. Seine Empfehlung lautet daher auf „Zurückziehen.“

Dazu ist man allerdings in Roetgen noch nicht bereit, hier sieht man vielleicht noch ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Bürgermeister Jorma Klauss: „Wir sind noch in der Prüfung, wieweit wir klagen können, bezüglich der Lautstärke der Windräder sowie der Nutzbarkeit der Flächen auch für unsere eigenen Anlagen, die wir ja ins Auge gefasst haben.“

Zu den geringen Aussichten auf Erfolg führte Klauss aus, man wolle auf eigenem Gebiet tätig werden, das sei so vorgesehen. Ob es dazu am Ende kommen werde, müsse man abwarten. „Auf jeden Fall möchten wir uns jede sich bietende Möglichkeit offen halten und fortführen. Auf keinen Fall wollen wir dabei eine Konfrontation mit Aachen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.