Roetgen - Kabarettist Jürgen Becker in Lästerlaune

Kabarettist Jürgen Becker in Lästerlaune

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
In Geberlaune: Jürgen Becker
In Geberlaune: Jürgen Becker betätigte sich bei seinem ausverkauften Gastspiel im Themater am Venn als Foto: Anneliese Lauscher

Roetgen. „Der Künstler ist anwesend” - der Titel versprach ein kunstreiches Programm. Tatsächlich hatte Jürgen Becker eine Menge Kunst im Gepäck, womit er am Donnerstagabend in „Venns Theater” seinem Publikum vergnügliche Stunden bereitete.

Stamos Pampas, der Gastgeber, begrüßte den Kölner Kabarettisten mit Stolz und Freude. Die 70 Plätze waren vor ein paar Wochen in wenigen Minuten ausverkauft gewesen, nachdem das Kommen von Becker angekündigt worden war.

Jürgen Becker war nicht zum ersten Mal in Roetgen, er hat hier am Venn eine Fangemeinde. Man fühlte sich fast wie zu Hause im Wohnzimmer, als er hereinkam und sofort drauflos plauderte, ganz nah den Gästen, ungezwungen. Diesmal hatte er die Kunst aufs Korn genommen und zog kräftig die übertriebene Ernsthaftigkeit und Wichtigtuerei bei einer Vernissage durch den Kakao.

„Zum Künstler können Sie schnell was Falsches sagen”, warnte er die Kunstfreunde, die - genauso wie er - wohl manches Mal vor einem Werk stehen, mit dem sie nichts anfangen können. Zur Erläuterung las er aus einem Ausstellungskatalog, der mit schwülstigen Formulierungen die Absicht des Künstlers zu erklären versucht. „Ich weiß nicht, was der Autor für Drogen nimmt”, lautete sein Fazit.

Exkurs in die Kirchengeschichte

Jürgen Becker enthüllte ein berühmtes Bild von Max Ernst, das die Gottesmutter zeigt, die dem Jesuskind den Hintern versohlt. Und er hatte noch mehr Bilder mitgebracht, die seinen Exkurs in die Kunst- und Kirchengeschichte bunt machten.

Ein bisschen lernte man auch dabei, aber es durfte auch herzhaft gelacht werden: über Angela Merkel, die plötzlich als bekleidete Maja beim spanischen Maler Goya auftaucht, über den Kölner Kardinal Meißner, der ein Kirchenfenster bestellt und ein Kneipenfenster bekommen hat, und über den Papst, der nicht in die gemischte Sauna will.

Die Bilder gaben dem verschmitzten Unterhaltungskünstler immer wieder Vorlagen zu witzigen Vergleichen und Seitenhieben auf Promis oder Politiker: Marat, eine führende Persönlichkeit der Französischen Revolution, „hängt nun in Brüssel - klar: Wer politisch tot ist, der hängt nachher in Brüssel rum!”

Die begeisterten Menschen in Venns Theater spendeten langen, rhythmischen Applaus - und Jürgen Becker ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zum obligatorischen Kölsch einzuladen. Und er gab seinen Eifeler Gästen noch einen Hinweis mit auf den Weg: „Jede Sperrmüllsammlung kann eine Vernissage sein.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert