Jugendschutz im Ehrenamt: Pfadfinder unterzeichnen erste Vereinbarung

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Jugendamtsleiter Adolf Mainz (sitzend, rechts) und der Stammesvorsitzende des DPSG Stammes Maximilian Kolbe e.V. Lammersdorf, Johannes Babst (sitzend, links) unterzeichnen die Jugendschutz-Vereinbarung. Mit dabei stehend v.l.n.r.: Stefan Pietsch, Mario Diedrich und Jugendpfleger Ralf Pauli.

Nordeifel. „Nach der ersten Informationsveranstaltung der Jugendämter in der Städteregion Aachen zu den Änderungen im Bundeskinderschutzgesetz wollten wir ein Zeichen setzen. Uns liegt das Wohl der Kinder sehr am Herzen, deshalb wollten wir die Ersten sein, die die Vereinbarung mit dem Jugendamt unterzeichnen,“ sagt der Vorsitzende des DPSG Stammes Maximilian Kolbe Lammersdorf, Johannes Babst.

Die Erweiterung des Bundeskinderschutzgesetzes erstreckt sich nun auch auf den Bereich des Ehrenamts. Demnach müssen ehrenamtlich Tätige, die Kinder und Jugendliche beaufsichtigen, betreuen, erziehen, ausbilden oder einen vergleichbaren beziehungsintensiven Kontakt haben, ihrem Träger erweiterte Führungszeugnisse vorlegen.

Damit soll verhindert werden, dass Personen, die aufgrund bestimmter Straftaten einschlägig vorbestraft sind, einen engen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen im Verein entwickeln. Diese Straftaten sind z.B. Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, sexueller Missbrauch oder Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben sollen die Jugendämter mit den örtlichen Trägern der freien Jugendhilfe (Vereine) entsprechende Vereinbarungen abschließen.

Die DPSG Lammersdorf hat sich bewusst entschieden, vorweg zu gehen: „Der Kinderschutz ist eine ganz wichtige Aufgabe. Wir sollten hier auch ein Zeichen setzen, dass wir dieses Thema sehr ernst nehmen,“ so Babst weiter.

Im Lammersdorfer Stamm der Pfadfinder werden derzeit 107 Kinder und Jugendliche von rund 25 Leitern betreut. Neben den wöchentlichen Angeboten sind vor allem die gemeinsamen Wochenendlager ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender. „Das ist natürlich ein ganz intensiver Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen bei den Lagern“, so Pfadfinderleiter Stefan Pietsch. „Deshalb ist es auch richtig, von allen Leitern die Führungszeugnisse anzufordern. Das ist auch ein Zeichen an alle Eltern, dass ihre Kinder hier gut betreut werden.“

Eine Arbeitsgruppe mit Teilnehmern von Verbänden, freien Trägern und Jugendämtern hat gemeinsam ein Jugendschutzkonzept erarbeitet, das für alle Kommunen in der Städteregion gilt und dort umgesetzt wird. Derzeit informieren die Jugendämter die freien Träger vor Ort und erklären, worum es im Detail geht. „Wichtig ist uns nicht die reine Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtung.

Vielmehr wollen wir diesen Umstand nutzen, um mit den freien Trägern über den Kinder- und Jugendschutz ins Gespräch zu kommen und die bestehenden Hilfen vor Ort deutlich machen. Unser Signal: Wir unterstützen die Vereine in Ihrer wichtigen Arbeit!“ so Ralf Pauli, Jugendpfleger beim Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion und einer der Akteure bei der Erstellung des Jugendschutzkonzeptes.

Hohe Wertschätzung

Der Leiter des städteregionalen Amtes, Adolf Mainz, freut sich sehr über das Engagement der Pfadfinder: „Für Vereine bedeutet das auf den ersten Blick noch mehr Arbeit. Aber es ist auch klar, dass das große Ziel – der Kinderschutz – so deutlich besser erreichbar ist. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal, das wir mit einer Zertifizierung nach außen hin dokumentieren werden.“

Das Jugendschutzkonzept der Jugendämter in der Städteregion findet schon jetzt überregional eine hohe Wertschätzung. Auch andere Kommunen planen, sich an den erarbeiteten Vereinbarungen, Informationsbroschüren und Vordrucken zu orientieren. Viele weitere Infos zum Thema „Jugendschutz im Ehrenamt“ findet man unter www.imblick.info.

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