Jubiläumsvorstellung des Laientheaters: Frauen mischen Männer-WG auf

Von: M. S.
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Das von Techniker Heinrich Lenz (zweiter von links) mit Schauspielerleben erfüllte Puppenbaby Lisa (auf dem Arm von Regisseur Horst Stoff) und mancher Kasten Bier spielen die Hauptrollen in der deftig-humorigen Posse, die das Einruhrer Laientheater beifallumtost und pünktlich zum zweiten Advent präsentierte. Foto: Manfred Schmitz

Einruhr. Vor 25 Jahren gründete sich das Einruhrer Laientheater, und seit seinem Start ins Rampenlicht lautet die freudige Ansage zu den Premieren wie Vorstellungen seiner Jahresaufführungen in der Regel: „Ausverkauft“. Und auch die Jubiläumsvorstellung am vergangenen Samstag Abend im bis auf den letzten Platz besetzten Eifelhaus - sie wurde sonntags mit gleich positiver Resonanz wiederholt - bescherte den Veranstaltern mit je 140 Besuchern ein volles Haus.

 „Früher spielten wir zu Mittfasten, dann wechselten wir in die Adventszeit, das hat sich bewährt“, resümiert Regisseur Horst Stoff.

Diesmal stand die Komödie „Bier. Bits und ein Baby“ aus der Feder des süddeutschen Boulevard – Drehbuchautors Arno Boas auf dem Spielplan. „Seit September haben wir geprobt“, blickt der künstlerische Leiter Stoff zurück, „auf den Bühnenbrettern standen wir die letzten vier Wochen in Folge.“ Ensemble – Mitglied Richard Niesen stellte den Zuschauern n die Personen des Stückes und ihre Darsteller vor. „Ritchie“ Niesen schlüpfte im folgenden, turbulenten Geschehen in die Rolle eines Mafioso und fand bereits vor dem ersten Vorhang heitere Zustimmung im Saal, als er feststellte, dieser Part sei ihm „auf den Leib geschrieben“.

Die Handlung des in fünf Szenen gegliederten Dreiakters mit zwei Stunden reiner Spielzeit, garniert mit köstlichem Klamauk und von Beifall umrauschten Lachsalven des Publikums, ist ein Kapitel „ganz normalen täglichen Chaos“ im Zusammenleben einer Hallodri - Wohngemeinschaft, deren Mitglieder nicht etwa in der Pariser Bohème oder in Greenwich Village, sondern mitten in der Nordeifel zu einander fanden.

Bummelstudent und Lebenskünstler Eddi (Michael Wolgarten), der Theologe in spe Waldemar (Florian Niesen) und Fernfahrer Franz (in Doppelfunktion von Regisseur Stoff verkörpert) leben in schier paradiesischer Männer – WG, deren Akteure sich zum Brüllen komisch mit ihren schauspielerischen Profilen und die Betrachter überzeugend identifizierten.

Der Vierte im Bunde in der Kerlerunde: ein stets gut (nach-) gefüllter Kasten Bier, dieser stimmungsvolle Stoff darf ihnen ja nicht ausgehen! Beste Voraussetzungen also für ein mit Situationskomik gespicktes Werk voller Erlebnisgenuss der Gäste!

Diese trügerische Idylle und scheinbar harmonische Lebensform geraten arg ins Wanken, als die gutmeinende, resolute Nachbarin Emma in Person von Uschi Lenz versucht, halbwegs Ordnung in den Tagesablauf dieses Gaudi - Männertrios zu bringen. Doch dessen mit weiblicher List ergatterte Chance auf eine bürgerliche Existenz ihrer Schutzbefohlenen zerblubbt wie ein Fläschchen Pils, als zwei kesse Weibsbilder in die schöngefärbte Welt der Kumpel platzen.

Und sie kommen nicht allein; Mona und Maggie (Jasmin Huber, Katharina Stoff) bringen Monas Baby Lisa mit und damit die konfuse Männerwirtschaft kräftig durcheinander. Techniker Heinrich Lenz hauchte der Puppe Klein – Lisa für ihren Auftritt akustisch pulsierendes Leben ein. Als ein sonderbarer Heiliger entpuppt sich zu allem Überfluss der neue Mitbewohner Otto (Sabine Breuer), der eher eine Ottilie ist und ein zwielichtiges Geheimnis birgt. Für weitere Komplikationen des burlesken Schwanks, der kaum ein Auge trocken ließ, sind die dubiose Internet - Bekanntschaft Susi (Sieglinde Harth) und der gefährliche Mafiagauner Sergeij (Richard Niesen) wahre spektakuläre Bänke.

An der Enthüllung des großen Geheimnisses und trefflichem Gelingen einer einmal mehr die Lachmuskeln der Betrachter arg strapazierenden Inszenierung wirkten folgende Mimen und Bühnenhelfer vor und hinter den Kulissen ebenfalls wirksam mit: Souffleuse und Maskenbildnerin Nicole Porsche, Silke Stoff, Brigitte und Frank Breuer, Klaus Heup. Den präzisen Bühnenaufbau besorgten Martin und Robin Niesen, Brian und Simon Karbig, Gereon Breuer.

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