Jedes Werk ein Plädoyer für die individuelle Freiheit

Von: avl
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Begeisterten die Vernissagegäste (v.l.n.r.): Der belgische Kunsthistoriker Jan Hoet, der Künstler Henk Visch und die Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier. Foto: van Londen

Monschau. Visionäre, zeitgenössische Kunst vom Feinsten, charismatische Akteure, allen voran ein Laudator von internationalem Format sowie ein gut aufgelegter Künstler, der nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz der Besucher berührte, ein spontanes Kurz-Konzert und einmal mehr ein volles Haus - das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen in Monschau, beendete sein Ausstellungsjahr fulminant.

 Kuratorin und KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier und ihr Team haben den Kunstinteressierten der Städteregion wieder ein Jahr voller künstlerischer Höhepunkte bereitet. Hochwertig, vielseitig und immer mit einer Tiefenwirkung, weit über die Region hinaus.

Mit dem Bildhauer Henk Visch und seiner Ausstellung „Warum es so ist und nicht anders“, bewies das KuK einmal mehr eine sichere Hand bei der Auswahl. Zur Vernissage fanden sich wieder zahlreiche Vertreter der Kunstszene und der Politik ein. Besonders die „ungekünstelte“ Einführung des belgischen Kunsthistorikers und Kurator Jan Hoet, der die documenta IX künstlerisch leitete, von 2003 bis 2005 das MARTa in Herford führte und das SMAK in Gent gründete, hat die Besucher tief berührt und eine mitreißende Einführung in das Leben und Werk von Henk Visch präsentiert.

„Jedes Werk von Henk Visch ist ein Plädoyer der individuellen Freiheit. Seine Kunst spiegelt die Faszination der Interaktion zwischen Objekt und Subjekt wider. Es handelt sich um eine Symbiose zwischen dem Subjekt und dem was es sieht, wahrnimmt, begegnet. Er ist immer durch die Begegnung mit Menschen inspiriert.“ Der Künstler selbst sah sich treffend beschrieben: „Ich bin erstaunt, wie präzise Du sagen kannst, wer ich bin und was ich tue. Während ich - darauf angesprochen - nur stammeln kann. Du spürst und erkennst, was ich in der Kunst mache.“ Im Anschluss gab der Künstler, zusammen mit Freunden, eine Premiere, einen Liedvortrag, bei dem er Kontrabass zu Gitarre und Akkordeon spielt.

Henk Visch gehört zweifelsohne zu den wenigen Künstlern, die schon zu Lebzeiten und deutlich über ihren Schaffensbereich hinaus den Status „Kult“ erlangt haben. Das liegt auch, aber nicht nur daran, dass der 1950 in Eindhoven geborene Niederländer an verschiedenen Stellen Europas den öffentlichen Raum mit überdimensional großen Skulpturen zu einem Museum der Fantasie unter freiem Himmel macht.

Der Künstler, der zudem als Professor an der Kunstakademie Stuttgart lehrte (1995–2001) und nach wie vor (seit 1995) an der Kunstakademie Münster lehrt, brilliert mit einer immens großen Bandbreite an Materialien. Ausstellungen und Arbeitsaufenthalte führten den auch schriftstellerisch aktiven Künstler bereits nach New York (USA), Fontevraud (Frankreich), Lodz (Polen), Auckland (Neuseeland), Seoul (Korea) zur Biennale in Venedig (Italien) und mehrfach nach Deutschland, unter anderem zur documenta IX in Kassel im Jahr 1992.

Mit der Ausstellung „Warum es so ist und nicht anders“ kehrte er nach Deutschland, ins beschauliche Monschau zurück. Das historische Gebäude des Kunst- und Kulturzentrum an der dahinplätschernden Rur nutzt er aber nicht einfach nur als Ausstellungsfläche. Vielmehr macht er das Haus und seinen Standort zum Teil seiner Ausstellung und passt diese maßgeschneidert und exklusiv den Gegebenheiten an.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 22. Dezember, dienstags bis freitags zwischen 14 und 17 Uhr, sowie samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr im KuK, Austraße 9 in Monschau zu sehen. Weitere Informationen unter: www.kuk-monschau.de.

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