Vogelsang - Internationale Jugendbegegnung in Vogelsang

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Internationale Jugendbegegnung in Vogelsang

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Vogelsang. Wie junge Erwachsene pantomimisch Rassismus im Nationalsozialismus darstellen, zeigen drei junge Männer aus Russland, Südafrika und Deutschland: Der Dunkelhaarige hat sich schnell einen Judenstern aus Tesakrepp zusammengeklebt und kniet vor seinen Mitspielern, zwei blonden jungen Männern. Sie drohen ihm Gewalt an.

Rund 70 Schülerinnen und Schüler sowie 20 Lehrer aus sieben Nationen, darunter auch Israel, Belgien, Österreich und Niederlande, hatte die Euriade-Stiftung kürzlich eingeladen, um eine Woche am Projekt „Jugend im Dialog” teilzunehmen. Gastgeber der Veranstaltung war vogelsang ip, der außerschulische Lernort im Nationalpark Eifel.

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang im heutigen Nationalpark Eifel hatte das Ziel, Parteifunktionäre der NSDAP zu schulen.

Thomas Wenge, Lehrer der teilnehmenden Europaschule aus Herzogenrath war angetan von dem Lernansatz in Vogelsang: „Mich überzeugt der erlebnispädagogische Ansatz in Vogelsang, da er die aktuelle Situation der Jugendlichen heute einbezieht.”

Das Bildungsteam der vogelsang ip hatte in Absprache mit dem Euriade-Projektleiter Professor Werner Janssen aus den Niederlanden und den begleitenden Lehrern den Projekttag „Ich bin ich? Menschenrechte und Staatsrechte” ausgesucht.

Janssen: „Vogelsang ist für diese internationale Gruppe ein historisch und geographisch spannender Ort. Da gehen für die Teilnehmer neue Welten auf.”

Förderprogramm

Der Projekttag mit dem Thema Menschenrechte wurde in Vogelsang im Rahmen des Xenos-Förderprogramms „Integration und Vielfalt” entwickelt, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds.

„In den Themenfeldern Menschenrechte, Erziehung, Sport und Architektur vor dem historischen Spiegel Vogelsangs ist es unser Ziel, Jugendlichen die Frage zu ermöglichen, wie und warum uns der Nationalsozialismus auch heute noch betrifft”, sagte Julia Schmidt, Wissenschaftliche Referentin. Euriade-Leiter Janssen: „Sie begreifen sehr schnell, ihre eigene Macht zu fühlen, etwas ändern zu können.”

Die Pantomime wurde am Ende des Projekttags noch einmal aufgegriffen. Die drei jungen Männer zeigen dieses Mal eine andere Szene. Zwei von ihnen beten einen dritten an, der einen Stab in der Hand hält und versucht heroisch zu wirken.

Sie greifen auf eine sechs Meter hohe historische Skulptur auf dem Gelände der ehemaligen NS-„Ordensburg” Vogelsang zurück: den „Fackelträger”.

„Das sieht aber lächerlich aus”, ruft ihnen ein Zuschauer zu. „Wenn die Nazis sich damals durchgesetzt hätten, dann müsstest Du heute dieser Figur auf dem Gelände entsprechen”, entgegnen die Drei. Es ist das rassistische, menschenverachtende Herrenmenschenideal der Nazis.

Das Bildungsangebot läuft noch bis Ende 2011 als kostenloses Projekt im Förderprogramm Xenos „Integration und Vielfalt” und richtet sich an interessierten Schulen und Jugendgruppen an.

Ansprechpartnerin ist Jennifer Hilgers, E-Mail jennifer.hilgers@vogelsang-ip.de oder Tel. 02444/91579-11.

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