In Woffelsbachs „Neuer Mitte“ geht es endlich voran

Von: heiner Schepp
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Der hohe Rursee-Wasserstand hat die Arbeiten in der Woffelsbacher um Monate verzögert – der Winter kann das nicht. Die Bagger arbeiten derzeit weiter an der Terrassierung der Böschung, bis Ende März sollen die Tiefbauarbeiten für das Großprojekt beendet sein. Foto: Heiner Schepp
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Die alten Gebäude in der Baustelle „Neue Mitte“ sollen mit geringem Aufwand aufgewertet und erhalten werden.

Simmerath. Der ein oder andere (Stolper-) Stein und ein zu hoher Wasserstand kamen den Bauarbeiten in den vergangenen Monaten ins Gehege – nun aber geht es endlich voran mit der „Neuen Mitte“ in Woffelsbach. Im Strukturausschuss der Gemeinde Simmerath berichtete das Planungsbüro Becker nun über den Stand der Dinge beim Millionenprojekt und legte auch einen Zeitplan für das weitere Vorgehen in der Woffelsbacher Bucht vor.

Ursprünglich sollte das Projekt, das den Rurseeort Woffelsbach touristisch aufwerten und insbesondere für eine jüngere Gästeklientel attraktiver machen soll, am Silvestertag 2012 abgeschlossen sein. „Aufgrund des extrem hohen Wasserstandes des Rursees im gesamten letzten Jahr konnten jedoch die Tiefbauarbeiten nicht wie geplant durchgeführt werden“, berichtete die Gemeindeverwaltung, und Diplom-Ingenieur Bernd Becker erinnerte an „Probleme mit dem verschlammten Baugrund“, die alleine zu einer fast achtwöchigen Unterbrechung der Arbeiten geführt hätten. Erst nachdem die Böschung durch eine Anschüttung standfester gemacht und der Rurseepegel gesunken war, konnte es weitergehen mit den Tiefbauarbeiten.

Diese laufen nun derzeit trotz der winterlichen Witterung und sollen, so Becker, zum Frühlingsanfang abgeschlossen sein. Noch in dieser Woche wird der Antrag für die vier kleinen Bungalows des Jugendferiendorfes gestellt, deren Vorbereitung der Bauzeitenplan ab April vorsieht und die spätestens im Juni geliefert werden sollen.

Die Aufreihung der vier kleinen Bauten in einer Flucht oberhalb des Haupt-Versorgungsgebäudes sorgte für etwas Irritationen bei der SPD, die „den Plan so nicht in Erinnerung“ hatte, wie ihr Sprecher Gregor Harzheim feststellte. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns aber erinnerte an einen Beschluss vom Juni letzten Jahres, als die Verwaltung vom Rat ermächtigt worden war, in Abstimmung mit allen Fraktionen und dem Büro Becker die nun vorgelegte Planung umzusetzen.

Keine breiten Diskussionen gab es im Strukturausschuss dagegen über eine Verteuerung der Maßnahme. Die zuschussfähigen Gesamtausgaben zur Errichtung des Jugendferiendorfes und zur Attraktivierung der Woffelsbacher Bucht belaufen sich laut Planung aus dem Jahr 2008 auf rund 1,5 Millionen Euro, wovon 80 Prozent durch Interreg-Mittel und das Land NRW gefördert werden. Die nun absehbare Verteuerung um rund 70.000 Euro muss die Gemeinde aber alleine stemmen und wird diesen Betrag noch in den Haushalt 2013 aufnehmen.

„Zu Beginn des Projekts lautete die Kostenschätzung auf rund zwei Millionen Euro“, erinnerte der Bürgermeister, und erst nach Streichen einiger Punkte im Plan sei man beim „sehr ambitionierten Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro“ gelandet, so Hermanns. Natürlich sei eine Verteuerung immer ärgerlich, stellte auch CDU-Sprecher Christoph Poschen fest, erinnerte aber daran, dass die Kostenschätzung schon fünf Jahre zurückliege und man für vergleichsweise geringe finanzielle Belastung der Gemeinde einen erheblichen Mehrwert bekomme.

„Vielleicht sollte man bei öffentlichen Projekten in Zukunft grundsätzlich eine fünfprozentige Verteuerung einkalkulieren, dann kann uns so etwas auch nicht mehr überraschen“, meinte Klaus Stockschlaeder augenzwinkernd, zeigte sich aber recht begeistert vom Projekt: „Das sind ja gewaltige Erdbewegungen; so groß hatte ich mir das nicht vorgestellt“, meinte er bewundernd zu dem, „was da unten passiert“. Weniger begeistert war der Grünen-Vertreter nur davon, dass die Ferienhäuschen mit Strom geheizt werden sollen, und auch Siegfried Peeters sah das zukunftsweisende Projekt mit dem modernen Arbeitstitel „Blue Spot – Hot Spot“ hier mit einer veralteten Energiequelle versorgt.

Neben den Ferienhäusern und einem Jugendzeltplatz gilt das Hauptaugenmerk der Maßnahme der Neukonzeption des umgebenden Geländes. Hierzu zählen Böschungsregulierungen in Form von Terrassierungen, die Anlage neuer Wege, die Verbreiterung der Uferpromenade und als besonderes Highlight die Terrassierung in Form eines Amphitheaters.

Speziell diese Anlage soll den Seeuferbereich zu einem neuen naturgerecht gestalteten Erlebnisraum für jedermann werden lassen. Charakteristisch sind die vielfachen Nutzungsmöglichkeiten als Bereich zum Spielen und Entspannen sowie als Sitzgelegenheit für das Publikum von kulturellen Veranstaltungen auf der Seebühne. Diese werden das insbesondere auf die Zielgruppe Jugend entwickelte Sport- und Freizeitprogramm entsprechend ergänzen.

Nach dem nun aufgrund äußerer Umstände um sechs Monate verlängerten Zeitplan soll dies alles zu Beginn des Sommers fertig sein, wobei Bernd Becker den Zeitpunkt der Fertigstellung eher im Spätsommer sieht und auch die Fördergeber eine weitere Verlängerung bis Ende Oktober in Aussicht gestellt haben.

So oder so wird man in der Woffelsbacher Bucht 2013 noch keine Gäste empfangen können. Zum einen müsse zunächst ein Betreiber gefunden werden, zum anderen brauche die Inbetriebnahme eine rund einjährige Vorlaufzeit und einen Probebetrieb, so Projektkoordinatorin Astrid Joraschky von der Gemeinde Simmerath. Realistisch ist daher, dass sich im Sommer 2014 die ersten Gäste im neuen Feriendorf tummeln.

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