In Roetgen blitzt es mit Abstand am häufigsten

Von: Jan Mönch
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Tatsächlich zum Lächeln fordert die „Blitze” in Mulartshütte auf. Für Autofahrer ist das aufgesprühte Gesicht an der Seite allerdings nicht zu sehen. Foto: Mönch

Nordeifel. 16.845 Fotos: Das klingt nach einem echten Blitzlichtgewitter. Die Beschreibung trifft es aber doch nicht so recht. Denn die Bilder wurden über ein halbes Jahr verteilt aufgenommen und außerdem an fünf verschiedenen Orten.

16.845 Mal nämlich waren Auto- und Motorrad-, Bus- und Lkw-Fahrer in Roetgen dort zu schnell unterwegs, wo eine stationäre Radaranlage positioniert ist.

Am Tor zur Eifel sind das bekanntlich schon seit langem die vier „Blitzen” auf der Bundesstraße sowie das noch junge Modell in Rott. Von den drei Nordeifelkommunen ist Roetgen somit diejenige, die Raser am teuersten zu stehen kommt: Simmerath kam mit seinen zehn Anlagen im ersten Halbjahr auf 10 462 überführte Raser, die drei Monschauer Starenkästen auf nur 2657.

Ebenfalls kein einheitliches Bild zeigen Roetgen, Monschau und Simmerath, wenn man den Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum heranzieht. Während Roetgen einen deutlichen Anstieg um mehr als 3000 geblitzte Fahrzeuge aufweist (was vor allem auf besagte neue Anlage in Rott zurückzuführen sein dürfte), wurden in Monschau und Simmerath jeweils rund 2000 der berüchtigten Schwarz-Weiß-Bildchen weniger aufgenommen.

Elf Kameras für 51 Geräte

Insgesamt gibt es in der Städteregion 51 stationäre Geräte zur Geschwindigkeitsüberwachung. Jedoch sind immer nur elf von ihnen mit Kameras ausgestattet. „Das ist genug, damit Autofahrer immer damit rechnen müssen, geblitzt zu werden”, glaubt Holger Benend, der in der Pressestelle des Kommunalverbands arbeitet.

Und fordert man dort Informationen über die Aktivität der Geräte an, läuft wenig später ein riesiger Wust an Statistik in den Posteingang - und gibt nicht nur Aufschluss darüber, wie oft in welcher Kommune Autofahrer das Gaspedal zu doll durchgetreten haben.

Zum Beispiel ist die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen, in der Statistik als „Vorgänge” bezeichnet, nicht gleichbedeutend damit, wie häufig tatsächlich Verwarnungs- oder Bußgelder verhängt wurden. Vielmehr schwankt der Anteil ungültiger Vorgänge im ersten Halbjahr 2012 zwischen 22 (Monschau) und 28,3 Prozent (Simmerath). Grund hierfür - der eine oder andere Motorradhasser ahnt es bereits - sind überwiegend diejenigen Verkehrssünder, die auf zwei Rädern unterwegs sind.

So liefen bei der Städteregion zwischen Januar und Ende Juni allein aus der Nordeifel nicht weniger als 4487 Aufnahmen von Kraftradfahrern ins Haus - Konsequenzen musste kein einziger von ihnen befürchten. „Dabei sind die Kameras mittlerweile so gut, dass man den Fahrer trotz des Helms oft relativ gut erkennen kann”, sagt Holger Benend - was ohne Kennzeichen freilich nichts bringt.

Ebenfalls nicht auf Post warten müssen die Halter von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen. Jedenfalls dann, wenn zwischen Deutschland und dem Heimatland des Halters kein entsprechendes Abkommen getroffen wurde, dass die Behörden sich gegenseitig beim Verhängen von Bußgeldern unterstützen. Dieser Fall taucht in der aktuellen Statistik immerhin 1182 Mal auf.

Dass zu den 51 Anlagen eine 52. hinzukommt, dafür kämpfen schon seit langem die Bewohner von Mulartshütte, die ihr Dorf vor allem an der Hahner Straße als Rennpiste missverstanden sehen. Eine Verkehrsmessung, die Anfang des Sommers durchgeführt wurde, brachte jedoch offenbar nicht das notwendige Ergebnis. „Wir sind da an sehr strikte Vorgaben gebunden”, sagt Holger Benend. Voraussichtlich bis September soll eine weitere Messung durchgeführt werden.

Wie hoch die Einnahmen sind, die von Verkehrssündern 2012 in den Haushalt der Städteregion gespült werden, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit darf jedoch wieder mit einer beachtlichen Summe gerechnet werden: Vergangenes Jahr beliefen 198 154 erhobene Buß- und Verwarnungsgelder sich auf insgesamt 4,69 Millionen Euro.
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