In der Natur viel entdecken: Walderlebnistage in Lammersdorf

Von: Julia Wirtz
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Erlebnisreiche und lehrreiche
Erlebnisreiche und lehrreiche Stunden im Wald erlebten auch diesmal in den Sommerferien die Teilnehmer der Walderlebnistage der Gemeinde Simmerath. Foto: Julia Wirtz

Lammersdorf. Dass man aus Löwenzahn einen leckeren Salat zaubern kann und dass sich aus Brennnesseln ein gesunder Tee zubereiten lässt, ist vor allem in ländlichen Regionen noch weit verbreitet.

In Wald und Wiese gibt es jedoch noch weit mehr zu entdecken. Viele der Pflanzen, denen wir alltäglich am Wegerand begegnen sind essbar und haben oft sogar noch eine heilende Wirkung. Dieses Wissen geht mehr und mehr verloren, oft sind es nur noch unsere Großeltern, die sich mit den heimischen Pflanzen und Kräutern auskennen.

Förster Jörg Melchior will den Blick von Kindern und Erwachsenen wieder für die Besonderheiten der Natur schärfen. „Abseits der Wege gibt es so viel zu entdecken. Für Kinder und auch Erwachsene ist es wichtig, auch mal nach links und rechts zu schauen”, findet er.

Zwölf Erwachsene, zwölf Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und zwei Hunde, so bunt gemischt war die Gruppe, die sich am Mittwochmorgen im Rahmen der Walderlebnistage zusammen mit dem Förster von der Kallttalschule Lammersdorf aus auf den Weg in den Lammersdorfer Wald machte.

Von 9 bis 12 Uhr erfuhren die Kinder, ihre Eltern und Großeltern bei herrlichem Wetter alles über die Pflanzen, die sie praktisch direkt vor ihrer Haustüre finden können.

Wer hätte denn beispielsweise gedacht, dass es sich bei der Vogelmiere, die Gartenbesitzern als lästiges Unkraut bekannt ist, eigentlich um ein tolles Wildgemüse handelt, dass sich sehr gut in Salaten, Suppen oder Kräuterquark verwenden lässt?

„Wenn Vogelmieren, Brennnesseln, Löwenzahn oder andere Pflanzen sich unerwünscht im Garten ansiedeln, dann gibt es zwei Möglichkeiten”, erzählt Jörg Melchior, „entweder man regt sich darüber auf, oder man isst sie einfach auf.”

Jede entdeckte essbare Pflanze wurde der Gruppe vorgestellt und der Förster erklärte alles über ihre Verwendung und heilende Wirkung. Anschließend wurden die Kinder aufgefordert, einige besonders schöne Exemplare am Wegrand zu suchen und in den mitgebrachten Kräuterkorb zu legen oder einmal selbst den Geschmack zu testen.

Zu einigen Pflanzen gab es außerdem spannende Geschichten zu erzählen. Diese wurden von den Kindern mit großer Begeisterung aufgenommen und das Erzählte wurde von ihnen neugierig ausprobiert und nachgemacht.

Der Höhepunkt des Tages fand am Ende der Wanderung auf einer Lichtung statt. Ausgestattet mit Messer und Holzbrett fingen ein paar Kinder an, alle im Kräuterkorb gesammelten Pflanzen klein zu schneiden. Einige andere verkneteten Wasser, Mehl und Salz zu einem Teig.

Den Teig füllten die Kinder anschließend mit den zerkleinerten Kräutern und Jörg Melchior briet die kleinen Pfannkuchen in Öl an.

Nun konnten die Kinder selbst erfahren, wie toll die Pflanzen, die sie selbst gesammelt hatten, schmecken können.

„Was wir riechen und schmecken, bleibt uns besser im Gedächtnis, als Dinge, die man nur sieht oder hört”, erklärt Jörg Melchior. „Um Pflanzen wiederzuerkennen, sollte man nicht auf ihren Namen oder die Größe achten, denn das kann sich je nach Standort und Alter der Pflanze ändern. Geruch und Geschmack hingegen sind meist typisch für eine Pflanzenart”.

Als nächstes legte der Förster noch gesammelte Brennnesselblätter in das heiße Öl. Die Kinder waren begeistert von diesen „Brennnessel-Chips” und alles war blitzschnell aufgegessen.

Gut gestärkt und mit einer Menge neuen Wissens machten sich schließlich alle wieder auf den Heimweg, nicht ohne auch ein paar Pflanzen mit nach Hause zu nehmen.

Das laute, einstimmige „Jaaaaaaa!” auf Jörg Melchiors Frage, ob den Kindern der Tag gefallen habe, spricht wohl für sich.

Bereits seit über fünf Jahren bieten die Gemeinde Simmerath als Träger der naturkundlichen Bildungsstätte Nordeifel sowie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW in Zusammenarbeit mit dem Förster Jörg Melchior das bunte Sommerferienprogramm kostenlos für die ganze Familie an.

Die verschiedenen Angebote erfreuen sich jedes Jahr großer Beliebtheit. „Dieses Jahr hat uns in der ersten Ferienwoche das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch in dieser Woche haben sich wieder viele Familien angemeldet”, erzählt der Förster.

Insgesamt werden sechs verschiedene Themenbereiche angeboten, die sich an unterschiedliche Altersklassen richten. Tiere, Pflanzen, Gewässer: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Am bevorstehenden letzten Wochenende der Sommerferien werden noch drei der sechs Themengebiete angeboten. Am Samstag, 18. August, lädt Jörg Melchior ab 9 Uhr Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren ein, mit ihm im Wald nach Teufeln, Wichteln, Zauberern und anderen mystischen Waldbewohnern Ausschau zu halten.

Im Anschluss daran können Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren von 13 bis 16 Uhr lernen, die Fährten von Tieren anhand von Federn, Haaren, Schlaf- und Fraßstellen zu lesen.

Am Sonntag, 19. August, geht es einmal „Querbeet” durch den Wald. Auf der dreistündigen Wanderung ab 9 Uhr können die Kinder und ihre Begleiter viel Neues über die Tiere und Pflanzen des Waldes erfahren.

Anmeldungen sind unter 02473/607169 oder per Email an brigitte.jansen@gemeinde.simmerath.de möglich.
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